Zusammenfassung
Mit dem Begriff S. kennzeichnet man allgemein das Arbeiten mit Ersatzsystemen, seien diese Gruppen ausgewählter Menschen oder in Computerprogrammen niedergelegte Denkschemata. Im ersten Fall könnte eine S. darin bestehen, eine Gruppe von Personen, die nach bestimmten Kriterien zusammengestellt wurde, anstelle einer Regierung eine Entscheidungssituation in einem außenpolitischen Konflikt durchspielen zu lassen, um sie dabei zu beobachten und möglicherweise Aufschlüsse über Entscheidungsmechanismen in der Regierung zu erhalten (Experiment). Wesentlich weiter entfernt man sich im anderen Fall vom Originalsystem. Hierbei wird das Ersatzsystem aufgrund vorliegender Kenntnisse über bestimmte Verhaltensweisen oder Abläufe in Form von Computerprogrammen konstruiert. Die Computerprogramme sind Listen von Anweisungen, mit deren Hilfe ein Computer Berechnungen durchführen oder Entscheidungen nach festgelegten logischen Kriterien treffen kann. Erkenntnisse über reale Systeme erhofft man sich bei diesem Vorgehen durch Rückschlüsse aus den Resultaten, die mit dem Computerprogramm bei Eingabe verschiedener Ausgangsdaten ermittelt werden.
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