Einleitung: Forschungsdiskussion und eigener Ansatz

  • Tessy Korber

Zusammenfassung

So beklagte sich Kurt Vonnegut über seine hartnäckige Einordnung durch die Literaturkritik als Science Fiction-Autor, und damit eben nicht ernstzunehmenden Schriftsteller, aufgrund der Tatsache, daß Technika in seinen Büchern eine Rolle spielten. Er wies damit auf eine tiefgreifende Verstimmung im Verhältnis von Literatur und Technik, oder genauer: von Literaturwissenschaft und Technik hin. Diese Analyse wurde von wissenschaftlicher Seite durchaus bestätigt. Gegen die noch in den Siebzigern endemische Annahme, Literatur hielte sich von Technik fern und Technik sei “(...) kaum Hintergrund, geschweige denn Lebenswelt oder gar Thema literarischer Arbeiten (...)”2 setzte Reinecke 1986 die Feststellung:

“Solche Aussagen lassen eher auf Ignoranz beim Interpreten als bei den Autoren schließen. Der Verdacht liegt nahe, daß vor dem Hintergrund einer stark selektiv verfahrenden Literaturästhetik Werke mit technischem Inhalt als überwiegend qualitativ minderwertig eingestuft werden, und damit unberücksichtigt bleiben (...).”3

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Literatur

  1. 1.
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  98. 98.
    Vgl. die Zusammenfassung bei Steiner: “Das nervöse Zeitalter”, S.46ff. Eine Ausnahme bildete die Debatte um Nervosität als Berufskrankheit bei Telephonistinnen. Allerdings wurde Nervosität hier im Rahmen der zeitgenössischen Hysterie-Diskussion diagnostiziert. Die Damen klagten über Stromstöße und verfielen, da ein technisches Gutachten das Gerät als Verursacher ausschloß, rasch dem populären Hysterieverdacht. Als deren Auslöser wurde dann die Technik gesehen und hohe Töne, Nebengeräusche und anhaltende Konzentration als mögliche Verursacher genannt. (Vgl. Bernhard Siegert: Das Amt des Gehorchens. Hysterie der Telephonistinnen oder Wiederkehr des Ohres 1874–1913. In: Jochen Hörisch/Michael Wetzel (Hg): Armaturen der Sinne. Literatur und technische Medien 1870–1920. München: Fink 1990, 83/106, S.85ff, 91 und S.96Google Scholar
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    Vgl. Rainer Hank: Kiortifikation und Beschwörung. Zur Veränderung der ästhetischen Wahrnehmung in der Moderne am Beispiel des Frühwerks Richard Beer-Hofmanns. Frankfurt a.M.: Lang 1984 (zugl. Diss. Tübingen 1983), S.54f. Ein Beispiel aus dem Bereich des Feuilletons wäre Johanna Freiin von Canderns Artikel Die neue Kunst, in dem sie den Expressionismus als Folge von Großstadtwahrnehmung zu erklären sucht, wo-runter sie nicht nur Massengetriebe, sondern Degeneration in Folge von Alkohol- und Nikotinmißbrauch und mangelnde sittliche Stärkung durch das Landleben zählt. (Vgl. Thomas Anz/Michael Stark (Hg.): Expres-sio-nismus. Manifeste und Dokumente zur deutschen Literatur 1910–1920. Stuttgart: Metzler 1982, 120/2, S.120)Google Scholar
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    Vgl. Gerhard Rademacher: Das Technik-Motiv in der Literatur und seine didaktische Relevanz, der trotz des Bestehens auf Kontext (S.16) selten über eine oberflächliche Synchronisation von technischer Innovation und Text hinauskommt, wie etwa das Beispiel von Dauthendeys Geflügelte Erde zeigt, die er mit dem Bau der Bagdadbahn in Bezug setzt, was wenig zur Erhellung des Textes beiträgt. Vgl. dazu Kap. 5.5 dieser Arbeit.Google Scholar
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    Mit dem Terminus wird, der grundlegenden Arbeit Martens’ folgend, abweichend von seiner Bedeutung innerhalb der Biologie, das Phänomen des Lebenskultes im Denken und in der Literatur um 1900, basierend auf der Rezeption Nietzsches, Simmeis und Bergsons, bezeichnet, das bis weit in den Expressionismus hinein wirkte. (Vgl. Gunter Martens: Vitalismus und Expressionismus. Ein Beitrag zur Genese und Deutung expressionistischer Stilstrukturen. Stuttgart/Berlin/Köln/Mainz: Kohlhammer 1971, S.3 Iff.Google Scholar
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    Vgl. zur photographie Heinz Buddemeier: Panorama, Diorama, Photographie. Entstehung und Wirkung neuer Medien im 19. Jahrhundert. München. Fink 1970; zum Kino vgl. Ludwig Greve et al. (Hg): “Hätte ich das Kino”. Die Schriftsteller und der Stummfilm. Eine Aussstellung des Schiller-Nationalmuseums Marbach a. Neckar. Stuttgart/München 1977; Fritz Güttinger (Hg): Kein Tag ohne Kino. Schriftsteller über den Stummfilm. Textsammlung. Frankfurt a.M.: Dt. Filmmuseum 1984; Jörg Schweinitz (Hg): Prolog vor dem Film. Nachdenken über ein neues Medium 1909–1914. Leipzig. Reclam 1992Google Scholar

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Authors and Affiliations

  • Tessy Korber

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