Metaphern in der Informatik pp 59-104 | Cite as
Formalisierung und Computerisierung Metaphorischer Prozesse in der Künstlichen Intelligenz
Zusammenfassung
Die Künstliche Intelligenz (KI) ist innerhalb der Informatik einer der metaphernträchtigsten Bereiche überhaupt. Der Begriff der Künstlichen Intelligenz — ich habe darauf bereits im zweiten Kapitel hingewiesen — stellt selbst eine der einflußreichsten Metaphern der Informatik dar und zählt zu einem ganzen Feld zusammenhängender Metaphern, die alle auf einer metaphorischen Verknüpfung von Leistungen des menschlichen Gehirns mit erhofften, aber vielleicht auch schon realisierten Fähigkeiten von Computern beruhen. Beispiele für KI-Metaphern sind etwa: Blackboard-Architektur, Diagnosesystem, Diskursuniversum, Expertensystem, Frame-Sprachen, Garden-Path-Modell, Head-Driven Phrase Structure Grammar, Lernregel, Multi-Agenten-Modell, Neuronale Netze, Sausage Machine, semantisches Netz, Truth Maintenance System, Vererbungsnetz, Weltausschnitt, Wissensbasis.117
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Literatur
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- 139.Way, S. 147. Hervorhebungen von Way. Vgl. auch die zusammenfassenden Thesen Blacks zur Interaktionstheorie, die ich auf S. 78f zu Beginn dieses Kapitels zitiert habe.Google Scholar
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- 141.Indurkhya hat zwar zu einem früheren Zeitpunkt auch einen Versuch der Formalisierung und Computerisierung der Interaktionstheorie unternommen, aber der ist hier nicht gemeint. Ich werde auf diesen Versuch später noch eingehen.Google Scholar
- 142.Was ich nicht unbedingt empfehlen würde. Vgl. auch Indurkhya, S. 364. Aber das ist ein anderes Thema.Google Scholar
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- 164.Vgl. Indurkhya, S. 390Google Scholar
- 165.Indurkhya, S. 18. Dieser Absatz ist bei Indurkhya im Abschnitt,Characteristics of Linguistic Metaphors’ als erstes (!) von sechs Charakteristika aufgeführt. Max Black, auf den sich Indurkhya in vielem bezieht, nennt als erstes Merkmal von Interaktionsmetaphern: „Eine metaphorische Aussage besitzt zwei deutlich unterschiedene Gegenstände — einen,Hauptgegenstand` und einen,untergeordneten Gegenstand`.“ Black, Max: Die Metapher. S. 75. Hervorhebung von mir.Google Scholar
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- 171.Vgl. Indurkhya, S. 392f. Chunks: „Das menschliche Gehirn faßt aufgenommene Daten zum Zwecke ökonomischer Verarbeitung zu,Klumpen`, Chunks genannt, zusammen.… Durch Versuche läßt sich die Hypothese bestätigen, daß die Kapazität des Kurzzeitgedächtnisses sehr konstant 7 ± 2 Chunks beträgt.“ Charwat, S. 101. Indurkhya hat die oben beschriebenen Überlegungen in früheren Kapiteln (insbesondere Kapitel 5,An Interactionist Approach to Cognition: Informal Overview’ und Kapitel 7,An Interaction Theory of Metaphor’) ausführlich behandelt.Google Scholar
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- 173.Indurkhya, S. 401. Indurkhya stellt sich als Eingabebild offensichtlich ein Dromedar, also ein einhöckriges Kamel, vor; sonst hätte das Haus zwei Dächer.Google Scholar
- 174.Vgl. Indurkhya, S. 400Google Scholar
- 175.Was er wiederum durch Hofstadter/Mitchells Copycat exemplarisch modelliert sieht, so daß sich hiermit vielleicht seine Begeisterung für Copycat zumindest teilweise erklären ließe.Google Scholar
- 176.Vgl. Indurkhya, S. 403Google Scholar
- 177.Eine Blackboard-Architektur ist so ausgelegt, daß mehrere autonome Subsysteme durch eine gemeinsam zugängliche Datenstruktur, die sogenannte blackboard, miteinander komunizieren. Vgl. Strube, Gerhard; Habel, Christopher; Hemforth, Barbara; Konieczny, Lars; Becker, Barbara: Kognition. In: Görz, Günther ( Hg ): Einführung in die künstliche Intelligenz. Bonn 1993. S. 312Google Scholar
- 178.Indurkhya, S. 407fGoogle Scholar
- 179.Ähnliches ließe sich auch über Eileen Way sagen. Auch sie widmet in,Knowledge Representation and Metaphor’ den Computational Approaches ein eigenes Kapitel und macht eigene Vorschläge. Letztere habe ich bereits behandelt, ersteres schien mir weniger brauchbar als Indurkhyas Ubersicht. Denn sie beschreibt weniger und ältere Ansätze und legt den Schwelpunkt in der Bewertung auf einen Vergleich zu ihrem eigenen Ansatz der Dynamischen Typ-Hierarchie. Vgl. Way, S. 150–173. Auch Martin gibt einen gewissen Überblick über verschiedene Ansätze der Computerisierung von Metaphern, aber auch seine Zusammenstellung ist weniger ausführlich und aktuell als Indurkhyas. Vgl. Martin, S. 189–212Google Scholar
- 180.Indurkhya, S. 401Google Scholar
- 181.Auch das existierende System Hearsay, das zum Verstehen gesprochener englischer Sprache gebaut wurde und in Indurkhyas Vision um eine Französisch-Komponente erweitert sowie zum,Englisch-Verstehen` französischer Worte gezwungen wird, hat in der Realität nur einen äußerst begrenzten Aktionsradius. Vgl. Indurkhya, S. 398Google Scholar
- 182.Will man den Vergleich mit Indurkhyas Kamel-Haus-System auf die Spitze treiben, kann man sich sogar vorstellen, daß der Spaten am oberen Ende seines Stiels einen Hammer hat, der aber nicht benutzt wird, so wie die Tiererkennungs komponente bei Indurkhyas System:Google Scholar
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- 188.Resolution ist ein spezielles algorithmisches Ableitungsverfahren, das zum Beispiel in der Programmiersprache Prolog verwendet wird. Die äußerliche Ähnlichkeit von Indurkhyas Darstellung mit meinem nicht ganz ernst gemeinten 5-Tupel M bzw. dem 8-Tupel MP ganz zu Anfang des ersten Kapitels ist zwar frappierend, aber reiner Zufall: Ich habe Indurkhyas entsprechenden Aufsatz erst Monate nach meiner Erfindung von M und MP gefunden.Google Scholar
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- 193.Lenat, S. 36. Vgl. auch: Schult, Thomas J.: Cyc’s Fiction. In: c’t 1994, Heft 5. S. 94Google Scholar
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- 202.vgl. Liebert, S. 190f. Für Beispiele von Benutzungsszenarien siehe Liebert, S. 192–194 bzw. 256–262Google Scholar
- 203.Da ich im Abschnitt 7.3 über Bildschirm-Metaphern noch näher auf die Frage des Bildanteils von Metaphern eingehen werde, möchte ich es hier bei dieser kurzen Bemerkung bewenden lassen.Google Scholar
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- 206.Einen umfassenden Überblick über die Möglichkeiten von HyperCard einschließlich eines Interviews mit dem Hauptproduzenten dieses Systems, Bill Atkinson, gibt beispielsweise Danny Goodman: The complete HyperCard 2.0 Handbook. Toronto 1990. Knappe Beschreibungen finden sich etwa bei Gloor, S. 60ff, oder bei Rolf Schulmeister: Grundlagen hypermedialer Lernsysteme. Bonn 1996. S. 211fGoogle Scholar
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- 208.Wenn man einmal von der Reihe der eher unernsten Veröffentlichungen absieht, die spielerisch bis kalauernd mit den durch Metaphern eröffneten Mehrdeutigkeiten von Begriffen hantieren, wie etwa die bereits erwähnten Küstenmacher, Werner: MS-DOS 6 mühelos! oder Bruno, Rainer: MS-Duz — Computisch für Hochstapler oder Golla, Andreas F.: Wahnsinnige Wiren. Um Küstenmacher gerecht zu werden: Ihm geht es im Unterschied zu den beiden anderen Autoren tatsächlich um ein ernstes Anliegen, nämlich eine lesbare Einführung in die Benutzung von Microsoft DOS 6; unernst ist lediglich sein Umgang mit Metaphern und Doppeldeutigkeiten innerhalb dieser Einführung, weil er sie überwiegend für Späße und fragwürdige Eselsbrücken einsetzt.Google Scholar
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