Zusammenfassung
Bislang basiert die Untersuchung auf einem linearen Modell. Aus der Handlungssituation des einzelnen resultiert ein Informationsbedarf. Dieser führt zu Kommunikationshandeln. Durch das Kommunikationshandeln werden Vorstellungen entwickelt, die für die Handlungsabsicht bedeutsam sind. Dies bedeutet, daß Ursache und Wirkung immer eindeutig bestimmt sind. Diese starre Zuordnung wird aber von Autoren, die sich an transaktionalen bzw. handlungstheoretischen Modellen des Rezeptionsprozesses orientieren, kritisiert (Früh/Schönbach 1982:78; Bachmair 1990a:67, Teichert 1972:425). Bei solchen linearen Modell wird ein wesentlicher Punkt nicht beachtet. Die Handlungssituation, aus der der Informationsbedarf resultiert, hat keinen objektiven Charakter. Relevant ist die Handlungssituation, wie sie vom Handelnden gesehen wird, relevant sind also die Vorstellungen über die Handlungssituation. Wir haben oben gesehen, daß die Relevanz, also die Vorstellung, daß die Volkszählung Bedeutung für das eigene Leben hat, der wichtigste Faktor für die Herausbildung des Informationsinteresses ist. Gerade die persönlich empfundene Relevanz hängt eng mit anderen Vorstellungen zusammen. Wenn persönliche Vorteile oder Nachteile erwartet werden, dann wird die Relevanz höher eingeschätzt. Dies bedeutet aber, daß durch Kommunikationshandeln die Situation, aus der dieses Handeln entstanden ist, verändert wird. Dadurch kann aber wiederum ein anderer Informationsbedarf entstehen.
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Literatur
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- 97.Auf diese Medienwirkungstheorien wird auf den Seiten 76 – 84 näher eingegangenGoogle Scholar
- 98.Zum Verfahren vgl. Seite 139 in dieser ArbeitGoogle Scholar