Einführung

  • Gustav Frank

Zusammenfassung

Man hätte annehmen können, daß die heftige Kontroverse um die „Austreibung des Geistes aus den Geisteswissenschaften“1 außer einem Geplänkel um sach- und/oder fachgerechten Sprachgebrauch2 letztlich auch eine spürbare Suche nach Bewährungsfeldern neuerer, erneuerter und betont traditioneller Ansätze auslösen würde3 . Ein bisher kaum als wohlbestellt zu bezeichnendes Feld hätte sich der in die Kontroverse nicht zuletzt verwickelten Germanistik mit der literarhistorischen Phase zwischen Goethezeit und Realismus angeboten. Angesichts der Komplexität des Literatursystems jener Zeit wäre eine Intensivierung der Bemühungen durch die Gelegenheit zur Erprobung und Bewährung des jeweiligen Instrumentariums belohnt worden. Mir scheint die Phase zwischen etwa 1820 und 1860 reich an Herausforderungen nachgerade für Ansätze, in denen Problemen historischen Wandels von Mentalitäten4 , Denkund Literatursystemen5 und den Problemen von Literatur in anthropologischen, psychologischen und sozialhistorischen6 Funktionszusammenhängen großer Stellenwert zugebilligt wird. Die unbefriedigende Situation, zwischen zwei relativ gesicherten und als Epochen beschreibbaren Phasen der Literaturgeschichte einen nahezu blinden Fleck belassen zu haben, in dem die entscheidenden Transformatioen aus der Krise des in sich dynamischen goethezeitlichen Literatursystems zu einem eher statischen Realismus stattfinden, ist bisher jedoch entweder nicht als Angebot der Profilierung entdeckt oder aufgrund möglichen Risikos geflissentlich übersehen worden.

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Literatur

  1. 1.
    Vgl. Kittler 1980, dessen Provokation naturgemäß die meisten Reaktionen auf sich gezogen hat. Der Kern der Diskussion, nämlich die Einbeziehung von Anregungen aus der Diskursanalyse und der Soziologie in Überlegungen zur Sozialgeschichte der Literatur, ist seither andernorts weniger spektakulär wieterverfolgt worden; vgl. etwa Aufsätze in Fohrmann/Müller 1988, Titzmann 1990 und Danneberg/Vollhardt 1992.Google Scholar
  2. 2.
    Vgl. die Diskussionsbeiträge in den Jahrbüchern der deutschen Schillergesellschaft 32, 33 und 34 1988ff.Google Scholar
  3. 3.
    Grundsätzliches dazu in Danneberg/Vollhardt 1992.Google Scholar
  4. 4.
    Vgl. z. B. Peters 1985.Google Scholar
  5. 5.
    Zum Denksystem vgl. Titzmann 1989; zur Diskursanalyse Meyer 1992; zur Systemtheorie Jäger 1994.Google Scholar
  6. 6.
    Vgl. Schönert 1992; Ort 1992.Google Scholar
  7. 7.
    Zum polemischen Begriff Nihilismus grundsätzlich Kondylis 1986, 9ff. Zum denkgeschichtlichen Phänomen ebenfalls Kondylis 1986, 490ff.Google Scholar
  8. 8.
    Kondylis 1986, 357ff.Google Scholar
  9. 9.
    Nach Evers/Nowotny 1987.Google Scholar
  10. 10.
    Exemplarisch Fues 1990, 104: „Ob bürgerliche Kunst sich in der Tat so verhält, soll nun im folgenden Teil meiner Arbeit an der Literatur, an der Stellungnahme des deutschen Romans im 19. Jahrhundert, wie sie sich in den Ansprüchen seiner Theoretiker niederschlägt, überprüft werden.“Google Scholar
  11. 11.
    Die Literatur dazu ist kaum noch zu übersehen und kann hier natürlich nicht differenziert einbezogen werden.Google Scholar
  12. 12.
    Vgl. vor allem die Arbeiten und Sammelbände, die in Steinecke 1983 zitiert werden, vor allem Arbeiten desselben.Google Scholar
  13. 13.
    Außer den hier analysierten Texten und den zwei in Kap. 3. erwähnten historischen Romanen von Laube und Gutzkow schlägt Sottong 1992, wahrscheinlich aufgrund anderer als der hier entwickelten formalen Merkmale, noch Heinrich Koenig: Die Clubisten in Mainz (1847) vor.Google Scholar
  14. 14.
    Diese Tradition macht auch hier eine detailliertere Auseinandersetzung mit den Rittern vom Geiste nötig; dennoch soll der Stellenwert des paradigmatischen Textes die Relevanz der anderen Texte der Serie nicht verdunkeln. Die Stellungnahmen zur Literatur über den „Roman des Nebeneinander“ müssen sich notgedrungen auf Arbeiten zu Gutzkows erstem Großroman beschränken, da die späteren Texte nicht ausführlich unter diesem Aspekt behandelt wurden. Oft gibt es nahezu keine Arbeiten zu den späteren Romanen, so daß das Übergewicht des ersten Romans der Serie auch dadurch gestärkt wird. Der forschungsgeschichtlich bedingte quantitative Schwerpunkt auf diesem Text soll hier dazu genutzt werden, eine möglichst viele Komplexe einbeziehende Musteranalyse vorzulegen, die sowohl das analytische Instrumentarium als auch die Möglichkeiten des Texttyps vorführt.Google Scholar
  15. 15.
    Das ist vor allem gegen Hansen 1977 gesagt. Subtilere Versuche der Erledigung bei Fues 1990, der im „Roman des Nebeneinander“ nur einen neuen Begriff für die Erzählliteratur des 19. Jahrhunderts sieht, die zwischen den fakultativen Varianten eines Kontinuums von Bildungs-und Sozialroman pendelt. Ähnlich um Entproblematisierung durch Abwertung bemüht, zeigt sich Mayerhofer 1992, die in ihrer Arbeit im Krebsgang von Gutzkow über Immermann zu Goethes Wanderjahren als Spitzentext fortschreitet, zu dem Immermann die epigonale Variante und Gutzkow nur noch den Namen lieferten.Google Scholar
  16. 16.
    Vgl Titzmann 1992; Hillman 1983; Kruse 1980; Worthmann 1974 und Hasubek 1968.Google Scholar
  17. 17.
    Vgl. Adler 1980, Vorwort in Adler 1990a und vor allem Adler 1990b; wichtig auch noch Edler 1977.Google Scholar
  18. 18.
    Oft ist in Arbeiten seit Etablierung einer „Sozialgeschichte der Literatur“ die jeweilge Ebene, auf der ein Begriff gerade gebraucht wird, schwer zu identifizieren, so daß sich Verwirrung breit macht, ob es sich um zeitgenössische Termini, Begriffe der Beschreibungssprache des Sekundärtextes auf der Ebene des Einzeltextes, des Literatursystems, des Sozialsystems oder des Systems des Denkens und Wissens handelt. Deshalb verwende ich gehäuft Begriffe in einfachen Anführungszeichen, die zur Beschreibungssprache gehören und auf den konzeptionellen Charakter des jeweilgen Terminus hinweisen sollen. Damit wird nicht auf sozialgeschichtliche Realitäten, sondern text- und literatursysteminteme semantische Komplexe Bezug genommen, die zwar auch mit zeitgenössischen oder textintemen Begriffen identisch sein können, in der Regel aber von mir eingeführte Kunstbegriffe sind. Zur ersten Gruppe gehört etwa das oppositionelle Begriffspaar `Europa’ vs. `Amerika’, das in den zeitgenössischen Bildungen „Europamüdigkeit“ und „Amerikamüdigkeit“ auftritt; bei meiner Verwendungsweise in einfachen Anführungszeichen handelt es sich nicht um ein Zitat, sondem darum zu betonen, daß es weder den Texten noch mir vorderhand um einen realen, positivistisch beschreibbaren Kontinent als Referenten geht, sondern um das komplexe System der ihm in den Texten zugeschriebenen Merkmale, auch wo sie von gewußten oder nicht-gewußten realen Daten abweichen und auch wo sie sich „nur“ mit diesen Daten decken. In der Regel geht es mir nicht darum, die Relation dieser konzeptionellen Begriffe zum zeitgenössischen Wissen und zur soziohistorischen Realität, wie wir sie mit unserem wissenschaftlichen Instrumentarium ermitteln könnten, zu untersuchen. Meine Rekonstruktion schafft jedoch eine Voraussetzung für eine solche Untersuchung. Zur letzteren Gruppe gehören artifizielle Begriffe wie ‘Sozialisation’, ‘Erotisierung’ und ‘Initiation’, die weder direkt den Texten oder zeitgenössischer Diskussion entstammen, noch nur im heute üblichen Sprachgebrauch verwendet werden, sondern über genau definierte Bedeutungen verfügen, die sie für die Arbeit an den Texten brauchbar machen.Google Scholar
  19. 19.
    Vgl. dazu weiter unter 0.2.Google Scholar
  20. 20.
    Vgl. zum historischen Erzählen Geppert 1972, Humphrey 1986; Limlei 1988; Reisenleitner 1992; vor allem Sottong 1992.Google Scholar
  21. 21.
    Vgl. grundsätzlich Fetzer/Schönert 1977.Google Scholar
  22. 22.
    Beispiele dafür dokumentiert für sein Korpus auch Sottong 1992.Google Scholar
  23. 23.
    Sottong 1992 bewahrt diese tradierte Spannung, indem er als Arbeitsbegriff „Zwischenphase“ verwendet.Google Scholar
  24. 24.
    Vgl. Böschenstein-Schäfer 1982, 102: „Im folgenden soll versucht werden, an den Texten jene strukturellen Momente aufzuweisen, welche den Kanon widerlegen, aber auch diejenigen, die ihn letztlich doch weitgehend rechtfertigen.“ In neueren Überlegungen spielt der Zusammenhang von Zensur und Kanon eine größere Rolle, so daß die zeitgenössische Zensur als in der gegenwärtigen Kanonbildung fortgeschrieben zu denken wäre; dieses Beispiel für tertium datur ist ein schöner Beleg für die Relevanz dieses Zusammenhangs. Vgl. Aleida ASSMANN/Jan ASSMANN (Hgg.): Kanon und Zensur. München 1987 (= Beiträge z. Archäologie d. lit. Kommunikation, II).Google Scholar
  25. 25.
    Vgl. Hermand 1970.Google Scholar
  26. 26.
    VgI. Köster 1984. 9–27.Google Scholar
  27. 27.
    Hermand 1970, 16.Google Scholar
  28. 28.
    Ähnlich die Hgg. in Blamberger 1991, 9f, die dezisionistisch den Begriff „Frührealismus“ ihres Lehrers Füllebom aus Füllebom 1974 bevorzugen.Google Scholar
  29. 29.
    Sengle 1970ff. Dazu moderate Kritik bei Brinkmann 1975; deutlicher bei Köster 1984 und Sottong 1992.Google Scholar
  30. 30.
    Vgl Jauß 1970.Google Scholar
  31. 31.
    Diese Tradition der Vereinnahmung hat lange Zeit den Blick getrübt etwa für den Stifter der Studien, dessen komplexer Konservatismus Produkt sehr eigenständiiger und teptativer Experimente ist.Google Scholar
  32. 32.
    Dabei wird gem übersehen, daß stilgeschichtliche und poetologische Positionen der Goethezeit, wenn sie gegen alternative Wahlen aufrechterhalten werden, aufgrund des veränderten Kontexts bereits einem Bedeutungswandel unterliegen!Google Scholar
  33. 33.
    Vgl. Stein 1974.Google Scholar
  34. 34.
    Vgl. Füllebom 1974; Brinkmann 1977.Google Scholar
  35. 35.
    Vgl. die Arbeit von Mühl 1983, die sich jedoch nicht ausdrücklich auf diesen Ansatz beruft; zudem die Aufsätze in Blamberger 1991.Google Scholar
  36. 36.
    Vgl. Weiß 1987.Google Scholar
  37. 37.
    Vgl. Köster 1984.Google Scholar
  38. 38.
    vg1. Köster 1994 28ffGoogle Scholar
  39. 39.
    Auf die das Literatursystem (in meinem engeren Sinne) „umgebenden“ Diskurse, die Pragmatik den literarischen Markt werde ich also nur Bezug nehmen, wo die Texte selbst sie explizit thematisieren und oder sie präsupponieren.Google Scholar
  40. 40.
    Später wird es nochmals verändert im Zauberer von Rom und in Hundert Jahre entworfen werden.Google Scholar
  41. 41.
    Begriff von Sottong 1992.Google Scholar
  42. 42.
    So Maierhofer 1991.Google Scholar
  43. 43.
    So Fues 1990.Google Scholar
  44. 44.
    Diese Untersuchung selbst stützt sich dabei auf theoretisch-methodologische Ergebnisse der Literaturwissenschaft, die hier nicht referiert werden können. Es soll der Verweis auf die einschlägigen Publikationen genügen: Die textanalytische Terminologie und das zugehörige Zeicheninventar folgt Titzmann 1977; die erzähltheoretischen Grundlagen verdanken sich Lämmert 1980, Genette 1972, Greimas 1972, Todorov 1972, Lotman 1972, der Rekonstruktion der Lotmanschen Grenzüberschreitungstheorie durch Renner 1983. Einigen Texten— wie Canguilhem 1979, Foucault 1989, Evers/Nowotny 1987— verdanke ich wichtige Anregungen zu Fragestellungen, ohne daß dies in der Arbeit immer explizit nachgewiesen und hergeleitet wäre.Google Scholar
  45. 45.
    Vgl Ritter I, 1f. Zu den verwendeten Textausgaben und -siglen vgl. die einleitenden Bemerkungen in den jeweils der Textanalyse gewidmeten Kapiteln; hier also 2.1.Google Scholar
  46. 46.
    Vor allem bei Nitsche 1975, Hasubek 1980, Halter 1983.Google Scholar
  47. 47.
    Vgl. Vorwort zur 1. und 3. Aufl.; Gutzkows Zeitschrift „Unterhaltungen am häuslichen Herd“ II (1854), 288; neuerlich in K. Gutzkow: Vom Baum der Erkenntnis. Stuttgart 1868, 213f. Vonhoff 1994, 242: „Will man verstehen, warum der spezifische Realismus der Ritter vom Geiste [...] in der zeitgenössischen Kritik und dann später von der Forschung übersehen werden konnte, ist es notwendig, auf die komplexen Zusammenhänge näher einzugehen, die zwischen der Romanstruktur, den Vorworten, sonstigen Äußerungen Gutzkows zum Roman und solchen von Vertretern des poetischen Realismus bestehen.“Google Scholar
  48. 48.
    Vgl. Friesen 1972, 85; Richter 1978, 177 u. 186; Hasubek 1980, 29; Halter 1983, 23.Google Scholar
  49. 49.
    Friesen 1972.Google Scholar
  50. 50.
    Hasubek 1964.Google Scholar
  51. 51.
    Hasubek 1964, 91; vgl. auch 88ff.Google Scholar
  52. 52.
    Baker 1982, 281f.Google Scholar
  53. 53.
    Vgl. die „Kraftfelder“ bei Hasubek 1964, 56–73; die Übersichten bei Friesen 1972, 232; kraß bei Gerig 1954, 77–81.Google Scholar
  54. 54.
    Martini 1981, 417, spricht von Gutzkows „materialistisch-soziologischer Auffassung, die Wirklichkeit sei nichts als die addierte Summe [!] disparater Realitätskreise.“ Das Lexem “additiv” auch bei Worthmann 1974, 84, und den meisten anderen.Google Scholar
  55. 55.
    Damit die Synchronisierung von Vorgängen ohne weiteres als sozialkritische Kontrastierung aufgefaßt werden kann, muß Demetz 1969, 227, selbst erst auf einen Beleg aus Zolas “Germinal“ zurückgreifen.Google Scholar
  56. 56.
    Vgl. Schmidt 1953; Hasubek 1964, 183–203; Demetz 1969; Funke 1984.Google Scholar
  57. 57.
    Vgl. etwa den Anhang in Friesen 1972.Google Scholar
  58. 58.
    Vgl. Richter 1978, 183.Google Scholar
  59. 59.
    Besonders die Analysen Halters 1983 werden von solchen Schwächen entwertet. Doch ist es ein generelles Problem, daß die Interpreten auf der Basis eines vermeintlich besseren Wissens ihrer Gegenwart eine ideale Literatur konstruieren, hinter der die untersuchten Texte notwendig zurückbleiben. Dieses Verfahren erweist sich insbesondere dann als wenig ideologiekritisch, wenn von sozialgeschichtlichen Hypothesen her argumentiert wird, die zur Entstehungszeit selbst bereits überholt sind— worauf Köster 1984 hinweist.Google Scholar
  60. 60.
    Der Ereignisbegriff wird hier und im folgenden ausschließlich im Sinne der Grenzüberschreitungstheorie von Lotman 1972 und ihrer Rekonstruktion durch Renner 1983 verwendet.Google Scholar
  61. 61.
    Das Merkmal “trivial” wird von der anfänglichen Publikationsweise des Textes als Fortsetzungsroman und vom “Stoff” abgeleitet. Zumindest das erste Argument trifft aber auf einen Großteil der Erzählliteratur des Realismus zu.Google Scholar
  62. 62.
    Wegen des Bezugs zum goethezeitlichen Geheimbundroman, zu Sue und zur Mysterienliteratur. “Da es ihm [Gutzkow], dem Epigonen, nicht gelingt, sich von der Tradition zu befreien, versucht er, sich ihrer in umfänglicher Art und Weise zu bedienen. (Gerig 1954, 97). Auch Maierhofer 1991 konstruiert die Epigonalität Gutzkows im Vergleich mit Goethes Wanderjahren und Immermanns Epigonen. Google Scholar
  63. 63.
    Einige Belege: Gerig 1954,97: “Gutzkow ist sich seiner dichterischen Unzulänglichkeit stets bewußt. Die Mittel des ‘Roman des Nebeneinanders’ sind für ihn immer zugleich ein Mittel, um sich selbst über sie [!] hinwegzutäuschen.” Hasubek 1964, 9: “Es ist eine bekannte Tatsache, an der nicht gerüttelt werden kann, daß Gutzkows Romane künstlerisch auf keinem hohen Niveau stehen, was jedoch nicht heißt, daß man dem Schriftsteller jegliche künstlerische Ader absprechen kann. Aber er läßt sich sowohl stilistisch als auch kompositorisch schwere Verstöße zuschulden kommen [wogegen?]. Das Unzureichende seiner Dichtungen als Kunstwerke hat man oft genug gerügt, so daß wir uns eine weitere Erörterung dieses Punktes ersparen können.” Hansen 1977, 489: “Die Unzulänglichkeit Gutzkows hatte Folgen für die wissenschaftliche Beschäftigung mit seinem Werk.” Baker 1982, IV: “It is not, however, the purpose of the dissertation to contribute to an evaluation of Gutzkow’s works as literature.” Hillman 1983, 20: “Gutzkow’s contributions [...] represent [...] something of an isolated stage in the development of the genre without immediate future thrust.” Gesehen wird der Vorurteilscharakter bereits von Richter 1978, 181ff, der dessen Rechtmäßigkeit letztlich aber bestätigt. Dagegen: Demetz 1969 und Friesen 1972. Mit dem Wandel der Konzeption von Literaturwissenschaft und der zunehmenden Relevanz sozialgeschichtlicher Fragestellungen wird dieses Urteil mehr und mehr gegenstandslos, jedoch weiterhin wiederholt wie in Maierhofer 1991, 51. Ideologisch entspannt gibt sich die neueste Arbeit von Vonhoff 1994, 9–14 und 163ff, ohne in der Analyse die eigene Programmatik, die Strukturanalysen fordert, doch schon einlösen zu können, weil eine Charakteristik der Erzählinstanz allein dem Roman noch nicht gerecht wird.Google Scholar
  64. 64.
    Das leistet Hansen 1977.Google Scholar
  65. 65.
    Vgl. oben Anm. 24.Google Scholar
  66. 66.
    Explizit Richter 1978, 255: “Sträubten sich Freytag und Gutzkow stets gegen den— mißverstandenen— dokumentarischen Charakter der Literatur, so sind ihre Produkte heute einzig unter diesem Aspekt von Bedeutung: als zeitgeschichtliche, nicht als poetische Dokumente.” Kritisch zur „germanistischen Sozialgeschichtsschreibung“ Köster 1984 und Vonhoff 1994, 168f.Google Scholar
  67. 67.
    Hansen 1977, 538.Google Scholar

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Authors and Affiliations

  • Gustav Frank

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