Forum qualitative Schulforschung 2 pp 29-37 | Cite as
Interpretative Schulbegleitforschung — konzeptionelle Überlegungen
Zusammenfassung
In verschiedenen Konzepten zur Organisationsentwicklung der Schule (Dalin/Rolff/Buchen 1996) wird betont, dass die Analyse der Ausgangslage der Schulen, die Datensammlung und eine Bestandsaufnahme des Ist-Zustands notwendige Voraussetzung einer einzelschulspezifisch zu realisierenden guten Schule ist, d.h. zur Entwicklung einer positiven, produktiven, problemlöseorientierten Schulkultur. Schulentwicklung wird also hier von vorneherein als kreativer und interaktiver Prozess der Konstruktion einer gemeinsamen bedeutungsvollen Welt verstanden. Wem dieses „Integrations-Theorem“ (Helsper 1999, 20) allerdings zu harmonistisch und gesinnungsgemeinschaftlich ist, der könnte auf eine mikropolitische Beschreibung eines Schulentwicklungsprozesses verweisen, in dem von unterschiedlichen Gruppen mit unterschiedlichen Rollen und Interessen ausgegangen wird, die nicht verwischt werden dürfen, sondern konstruktiv berücksichtigt werden müssten, wenn Energien für die gemeinsame Arbeit statt für zeit- und kraftverschlingende gegenseitige Abgrenzungen freigesetzt werden sollen.
Preview
Unable to display preview. Download preview PDF.
Literatur
- Altrichter, H./Posch, P.: Lehrer erforschen ihren Unterricht, Bad Heilbrunn, 1990Google Scholar
- Flick, K.: Konstruktion und Rekonstruktion. Methodologische Überlegungen zur Fallrekonstruktion. In: Kraimer, K. (Hrsg.): Die Fallrekonstruktion, Frankfurt am Main 2000, 179–200Google Scholar
- Arnold, E./ Bastian, J./ Combe, A./ Schelle, C./ Reh, S.: Schulentwicklung und Wandel der pädagogischen Arbeit, Hamburg 2000Google Scholar
- Bastian, J./ Combe, A.: Fallorientierte Schulentwicklungsforschung. Der Schulversuch “Profiloberstufe” an der Max-Brauer-Schule. In: Tillman, K.-J./ Volkstädt, W. (Hrsg.): Politikberatung durch Bildungsforschung, Opladen 2001, 171–190CrossRefGoogle Scholar
- Helsper, W. u.a.: Schulkultur und Schulmythos. Rekonstruktionen zur Schulkultur I, Opladen 2001CrossRefGoogle Scholar
- Oevermann, K.: Die Methode der Fallrekonstruktion in der Grundlagenforschung sowie der klinischen und pädagogischen Praxis. In: Kraimer, K. (Hrsg.): Die Fallrekonstruktion, Frankfurt am Main 2000, 58–156Google Scholar
- Steinke, I.: Kriterien qualitativer Forschung. Ansätze zur Bewertung qualitativ-empirischer Sozialforschung, Weinheim/ München 1999Google Scholar