Alfred Rosenberg
Zusammenfassung
Napoleon ist ob seines antifeministischen Code Napoleon bei den Emanzipierten sehr verhaßt, um so mehr lobt man die Amerikaner, die von vornherein der Frau Gleichberechtigung eingeräumt hätten. Das stimmt. Sieht man sich nun die Geschichte der Vereinigten Staaten an, so bemerken wir deutlich zweierlei: Frauenherrschaft in der Gesellschaft, jedoch den Männerstaat. Der amerikanische Mann gebraucht im Leben heute noch rücksichtslos seine Ellenbogen, die ununterbrochene Jagd nach dem Dollar bestimmt fast ausschließlich sein Dasein. Sport und Technik sind seine „Bildung“. Der freien Frau stehen alle Bahnen der Kunst, Wissenschaft und Politik offen. Ihre soziale Stellung ist unbestritten der männlichen überlegen. Die Folge dieser Frauenherrschaft in Amerika ist das auffallend niedrige Kulturniveau der Nation. Ein echter Kultur- und Lebenstyp wird auch in Amerika nur dann einmal entstehen, wenn die Jagd nach dem Dollar mildere Formen angenommen hat und wenn der heute nur technische Mann über Wesen und Ziel des Daseins nachzudenken beginnen wird. Emerson war vielleicht der erste nachdenkliche Augenblick des Amerikanertums; aber zunächst allerdings nur ein Augenblick.
Referenzen
- Alfred Rosenberg, Der Mythos des 20. Jahrhunderts. Hoheneichen Verlag, München 1933. 5. Auflage. S. 501–502.Google Scholar