Einleitung
Zusammenfassung
Das Verfahren der Glimmnitrierung von Stahloberflächen zur Steigerung der Oberflächenhärte ist seit mehr als 30 Jahren bekannt [1] und in der Zwischenzeit Gegenstand zahlreicher Veröffentlichungen gewesen [2–5] . Obwohl als sicher angenommen werden kann, daß die zur Härtebildung führende Stickstoffdiffusion in tiefere Zonen von einer dünnen oberflächlichen Nitridschicht ausgeht, blieben bisher die Vorgänge, die bei der Glimmnitrierung zur Bildung dieser Nitridschicht führen, weitgehend ungeklärt. Man erkannte zwar bald, daß sich die Nitridschichtbildung mit Hilfe einer Glimmentladung wesentlich von dem entsprechenden Vorgang bei der Gasnitrierung mit Ammoniakgas unterscheiden muß, da sie im Gegensatz zur Gasnitrierung auch in reinem Stickstoff erfolgt, begnügte sich aber mit der nicht näher nachgeprüften Erklärung, daß der in der Entladung gebildete ionisierte oder in Atome dissoziierte Stickstoff die Fähigkeit habe, mit der Oberfläche der Kathode zu reagieren bzw. in diese einzudringen. Zweifellos sind die genannten reaktionsfreudigen Formen des Stickstoffs in einet elektrischen Entladung vorhanden. Ob sie aber direkt zur Nitrierung der Kathodenoberfläche beitragen, geht daraus noch nicht hervor. Auf Grund der Meßergebnisse von Wichmann und Weizel [4] ist es sogar wenig wahrscheinlich, daß Stickstoffionen einen nennenswerten Beitrag leisten.