Der Einfluß der Unterkühlung auf die Kristallisationsformen von voreutektoidisch ausgeschiedenen Phasen und von eutektoidischen Phasengemengen pp 11-23 | Cite as
Zerfallsformen des Austenits in der Perlitstufe
Zusammenfassung
Die Ausscheidungsformen des voreutektoidischen Ferrits sind von Dubé, Aaronson und Mehl [1] eingehend dargestellt worden. Sie unterscheiden fünf Arten : Kristalle, deren Wachstumsform durch die Korngrenze bestimmt ist (allotriomorphe Kristalle), von den Korngrenzen ausgehende Ferritnadeln [6], im Korninnern gebildete Ferritnadeln und Kristalle, deren geometrische Form durch die Kristallstruktur hervorgerufen ist (ideomorphe Kristalle), sowie massiven Ferrit, der durch Zusammenwachsen mehrerer Körner entsteht. Die Ausscheidungsformen des Karbids entsprechen denen des Ferrits. Auch ideomorphe Kristalle, die bisher noch nicht häufig beobachtet worden sind, können unter bestimmten Bedingungen auftreten [7]. Sehr stark ausgeprägt und gut bekannt ist dagegen die Ausscheidung von Karbidnadeln im Korninnern [8, 46]. Die Bezeichnung Widmannstättenscher Ferrit geht auf A. V. Widmannstätten zurück, der 1808 als erster eine Probe eines Meteoriten mit Salpetersäure ätzte. Nach dieser Ätzung erschienen in einer dunklen Grundmasse helle Nadeln, die sich nur unter bestimmten Winkeln kreuzten [9]. Belaiew bezeichnete diese Phasenanordnung als Widmannstättensches Gefüge [10] . 1908 gelang es ihm, diese Gefüge im Laboratorium durch Wärmebehandlung kohlenstoffarmer Stähle zu erzeugen [11].
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