Zum Stand der Forschung über Gewaltakzeptanz bei Jugendlichen

  • Kurt Möller

Zusammenfassung

Nicht erst in der neueren Gewaltdebatte scheint der Gewaltbegriff die Funktion eines vernebelnden catch-all-term einzunehmen. Er ist vielfach inflationär und undifferenziert in Gebrauch, so dass nicht immer hinreichend klar ist, was eigentlich gemeint ist, wenn von Gewalt, Gewaltbereitschaft o.ä.m. die Rede ist. Die Spannbreite unterstellter und unterstellbarer Bedeutungen reicht von der Propagierung oder gar nur Billigung bzw. stillschweigenden Toleranz gewalthaltiger gedanklicher Konstruktionen über verbale und nur psychisch wirksame Attacken bis hin zu körperlichen Angriffen oder institutionell-systemisch verantworteter bzw. ‚struktureller Gewalt‘ (vgl. Galtung 1975). Umstritten ist auch, ob das subjektive Leid von Betroffenen bestimmter Handlungen ausreicht, um letzteren Gewaltförmigkeit zu attestieren oder ob eine objektiv erkennbare Schädigung vorliegen muss, um den Tatbestand der Gewalt zu erfüllen. Ohne an dieser Stelle diese (und weitere) Schwierigkeiten bei der Verwendung des ‚Gewalt‘ begriffs und seiner Komposita eingehend diskutieren zu können (siehe dazu z.B.: Neidhardt 1986; Albrecht/Backes 1990 und vor allem Kapitel C: I, 2.2 dieses Buches), wird schon durch die Andeutung der Problematik offenbar, dass sowohl der Blick auf die Ursachen als auch selbstverständlich die Überlegungen zu Reaktionen von den Definitionsbestandteilen des jeweils zugrundeliegenden Gewaltbegriffs abhängen.

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© Springer Fachmedien Wiesbaden 2001

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  • Kurt Möller

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