Der innere Aspekt des Vertriebenenproblems

  • Erik von Sivers

Zusammenfassung

Die interessanteste soziologische Figur war um die Mitte des vorigen Jahrhunderts ohne Zweifel der Proletarier. Hundert Jahre später ist es der Vertriebene. Das Schicksal der Millionen um- und ausgesiedelter Menschen vieler Nationen, die irgendwo eine Auffangsstellung und eine Adoptivheimat suchen mußten, beansprucht ein besonderes soziologisches Interesse, wovon zahlreiche ausführliche Untersuchungen Zeugnis ablegen. Auch die folgenden Zeilen sind diesem Problem gewidmet. Sie wollen in Anwendung der verstehenden Methode den Gang der Einordnung der vertriebenen Volksstämme in ihre Adoptivheimat unter dem Gesichtspunkt innerer Notwendigkeit zu deuten suchen. Die Analyse wird unter besonderer Berücksichtigung der Entwicklungsvorgänge in der Bundesrepublikdurchgeführt, doch soll damit die Grundstruktur des Flüchtlingserlebnisses überhaupt paradigmatisch skizziert werden.

Preview

Unable to display preview. Download preview PDF.

Unable to display preview. Download preview PDF.

Literatur

  1. (1).
    Vergl. auch K. V. Müller: Soziologische und sozialpsychologische Folgen der Austreibung. Besonders den Abschnitt über die „Verarbeitung des Schicksals im Bewußtsein der betroffenen Volksteile“, in „Das östliche Deutschland“, aus dem Göttinger Arbeitskreis. Würzburg 1959.Google Scholar
  2. (2).
    Vergl. Georg Simmel, Soziologie, Untersuchungen über die Formen der Vergesellschaftung, Gesammelte Werke, Bd. II, 4. Aufl., Berlin 1958, S. 509 ff.Google Scholar
  3. (3).
    Vergl. Kurt Stavenhagen, Heimat als Lebenssinn, 2. Aufl., Göttingen 1948.Google Scholar
  4. (4).
    Vergl. v. Sivers: Die Phasen der baltischen Eingliederung im Bundesgebiet nach 1945, Jahrbuch des baltischen Deutschtums 1955, Komm. Verlag Kluge u. Ströhm, Luneburg 1954.Google Scholar
  5. (5).
    Vergl. O. F. Bollnow: Existenzphilosophie, Stuttgart 1960, Kohlhammerverlag.Google Scholar
  6. (6).
    Vergl. v. Sivers a. a. O.Google Scholar
  7. (7).
    Vergl. v. Sivers: Tendenzen im baltischen Leben heute, in Jahrbuch des baltischen Deutschtums 1961.Google Scholar
  8. (8).
    Diese Begriffsnuancierung geht auf E. Lemberg zurück. Vergl. auch K. V. Müller a. a. O., der die Zahl der Auswanderungsbereiten hoch anschlägt.Google Scholar

Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden 1963

Authors and Affiliations

  • Erik von Sivers
    • 1
  1. 1.StuttgartDeutschland

Personalised recommendations