Zusammenfassung

„Die Kölner Verfassungsgeschichte birgt Fragen, die einem versunkenen Schatze gleichen. Viele bemühen sich, ihn zu heben. Schon scheint er gewonnen und blinkt im Glanze der Sonne. Da entgleitet er den Händen und sinkt erneut in die Tiefe. Aber nach wenigen Jahren tritt an ein jüngeres Forschergeschlecht die lockende Lurlei heran und zieht es in den Zauber der Kölner Rechtsfragen, bestrickend durch hohes Alter, durch ausgeprägte Eigenart, durch den Reiz im Erkennen dunkler Zusammenhänge.“ Mit diesen ahnungsvollen Worten hat K. Beyerle im Jahre 1913 seinen scharfsinnigen Indizienbeweis eingeleitet 1, daß der Burggraf Heinrich III. von Arberg der lange gesuchte Fälscher der beiden angeblichen Urkunden von 1169, des Burggrafenschieds und des Vogtweistums, gewesen sei. Überzeugt zieht er vor dem gespannten Leser „den lange verhüllten Vorhang zurück“ 2 und entlarvt in einem eindrucksvollen Bild der rekonstruierten Vorgänge den listigen Fälscher.

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Reference

  1. 1.
    K. Beyerle, Die Urkundenfälschungen des Kölner Burggrafen Heinrich III. von Ar-berg, Deutschrechtliche Beiträge 9, Heft 4 1913, S. 123.Google Scholar
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  5. 5.
    A.a.O. Die ältere Literatur ist dort so vollständig berücksichtigt, daß eine Wiederholung überflüssig ist.Google Scholar
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  8. 8.
    Lacomblet, UB. 2, Nr. 243.Google Scholar
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  20. 20.
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  30. 30.
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Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden 1955

Authors and Affiliations

  • Franz Steinbach

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