Die Relativität der Risikobeurteilung von Vermögensbeständen

  • Wolfgang Stützel

Zusammenfassung

Entscheidungstheorie will bekanntlich intersubjektiv tradierbare Hilfen liefern, die es erlauben, unter mehreren Handlungsmöglichkeiten mit unterschiedlichen und unsicheren Konsequenzen die beste herauszufinden. So hat sie es in üblicher Schematisierung mit Fragen der folgenden Art zu tun (vgl. Schneeweiß [1967], S. 7–14, oder Menges [1969], S. 63–68). Hier sei, wie in der Ihnen vorhegenden Anlage 1 als Vorspalte einer Tabelle aufgeführt, ein Katalog der Handlungsmöglichkeiten a1 bis an, die in einem Entscheidungszeitpunkt t0 offenstehen. Dort sei, wie gewöhnlich als Kopfzeile der Tabelle aufgeführt, ein Katalog möglicher künftiger Zustände der Umwelt s1 bis sm. Um einen derartigen Katalog möglicher »Zustände der Umwelt« zu bilden, ist es unmöglich und unnötig, die unübersehbare Vielzahl möglicher ungewisser künftiger Ereignisse in der gesamten Welt aufzuführen. Man trifft eine Auswahl. Man beschränkt sich auf Ereignisse, die das Ergebnis der in Betracht gezogenen Handlungsmöglichkeiten erstens nicht gleichmäßig und zweitens nicht unerheblich beeinflussen. Außerdem nimmt man eine Sortierung vor. Auch diese Sortierung hängt wie die Auswahl von den in Betracht gezogenen Handlungsmöglichkeiten ab. Und zwar faßt man bei der Sortierung jeweils die Menge solcher Ereigniskombinationen zu einem einzigen Zustand der Umwelt Sj zusammen, die für den Entscheidenden gleichartige Konsequenzen haben. Die sichere Konsequenz für den möglichen Fall, daß nun zum Beispiel a1 gewählt wird und unter den ungewissen Zuständen der Umwelt gerade s1 eintritt, wird »mögliches Ergebnis e11« genannt.

Preview

Unable to display preview. Download preview PDF.

Unable to display preview. Download preview PDF.

Literaturverzeichnis

  1. [1959]
    Albach, H. , Wirtschaftlichkeitsrechnung bei unsicheren Erwartungen, Köln-Opladen 1959.Google Scholar
  2. [1964]
    Arnold, H. , Risikentransformation — Finanzierungsinstrumente und Finanzierungsinstitute als Institutionen zur Transformation von Unsicherheitsstrukturen, Diss. Saarbrücken 1964.Google Scholar
  3. [1969]
    Engels, W. , Rentabilität, Risiko und Reichtum, Tübingen 1969.Google Scholar
  4. [1946]
    Hicks, J. R. , Value and Capital, 2. Aufl., London 1946.Google Scholar
  5. [1960]
    Keynes, J. M. , A Treatise on Money, Vol. II, London 1960.Google Scholar
  6. [1951]
    Markoivitz, H. M. , Theories of Uncertainty and Financial Behavior, Econometrica 19 (1951), S. 325ff.Google Scholar
  7. [1938]
    Marschak, J. , Money and the Theory of Assets, Econometrica 6 (1938), S. 311 ff.CrossRefGoogle Scholar
  8. [1969]
    Menges, G. , Statistische Entscheidungstheorie, in: Beiträge zur Unternehmensforschung, Hrsg. G.Menges, Würzburg-Wien 1969, S. 61 ff.Google Scholar
  9. [1954]
    Milnor, J. , Games against Nature, in: Decision Processes, Hrsg. R. M.Thrall, C. H.Coombs, R. L.Davis, New York-London 1954, S. 49ff.Google Scholar
  10. [1948]
    Niehans, J. , Zur Preisbildung bei ungewissen Erwartungen, Schweizerische Zeitschrift für Volkswirtschaft und Statistik 84 (1948), S. 433ff.Google Scholar
  11. [1952]
    Roy, A. D. , Safety first in the Holding of Assets, Econometrica 20 (1952), S. 431 ff.CrossRefGoogle Scholar
  12. [1951]
    Savage, L. J. , The Theory of Statistical Decision, J. Amer. Statist. Ass. 46 (1951), S. 55 ff.CrossRefGoogle Scholar
  13. [1967]
    Schneeweiß, H. , Entscheidungskriterien bei Risiko, Berlin-Heidelberg-New York 1967.CrossRefGoogle Scholar
  14. [1924]
    Tschuprow, A. , Ziele und Wege der stochastischen Grundlegung der statistischen Theorie, Nordisk Statistisk Tidskrift 3 (1924), S. 253ff.Google Scholar
  15. [1950]
    Wald, A. , Statistical Decision Functions, New York 1950.Google Scholar

Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden 1970

Authors and Affiliations

  • Wolfgang Stützel
    • 1
  1. 1.SaarbrückenDeutschland

Personalised recommendations