Die Lichtelektrischen Erscheinungen pp 74-83 | Cite as
Die Bedeutung von Oberflächenschichten für den Photoeffekt
Zusammenfassung
Die Anfangsgeschwindigkeit und die Zahl der vom Licht ausgelösten Elektronen sind in hohem Maße von der Oberflächenbeschaffenheit des bestrahlten Materiales abhängig. Daraus folgt, daß Veränderungen derselben, die auf andere Art nur wenig oder überhaupt nicht nachweisbar sich geltend machen, auf das lichtelektrische Verhalten großen Einfluß haben. Die hier in Betracht kommenden Erscheinungen sind großenteils in der Literatur unter dem Namen von „Ermüdung“ und „Erholung“ zusammengefaßt worden, obwohl es sich dabei um eine ganze Reihe durchaus verschiedener Vorgänge handelt. Vor allem scheiden von vorn-herein alle die Fälle aus, wo sich unter Einwirkung der Bestrahlung die chemische Konstitution des Körpers ändert, wie in dem von Reboul156) beschriebenen Beispiel des Silberjodürs und ähnlicher Salze, deren lichtelektrische Empfindlichkeit unter gleichzeitig auftretender Färbung anfangs stark wächst, dann aber wieder abnimmt, um ganz zu verschwinden, wenn das Salz vollkommen geschwärzt ist: Hier hat man eben bei Beginn und am Ende des Versuches zwei ganz verschiedene Substanzen vor sich, die selbstverständlich verschiedene lichtelektrische Eigenschaften besitzen müssen. Ebenso ist auch der oft als Ermüdung bezeichnete allmähliche Abfall des Photostromes an Isolatoren leicht zu erklären als notwendige Folge der sich ausbildenden Oberflächenladung, und im gleichen Sinne wirken natürlich die Polarisationsschichten, die an Leitern durch leuchtende Entladung und ähnliche Ursachen entstehen.
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