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§ 4 Hinreichendes Gewicht tatbestandsmäßig-rechtswidrigen Verhaltens

  • Georg Freund
  • Frauke Rostalski
Chapter
Part of the Springer-Lehrbuch book series (SLB)

Zusammenfassung

Wenn über ein Verhalten ein grundsätzliches tatbestandliches Missbilligungsurteil gefällt werden kann und keine Rechtfertigung eingreift, haben wir es nicht automatisch mit einem personalen Fehlverhalten zu tun, das für eine Bestrafung hinreichend gewichtig (hinreichend „schuldhaft“) ist. Dafür muss die von einer solchen Verhaltensbewertung betroffene Person zunächst überhaupt in der konkreten Situation hinter dem gerade von ihr als Individuum Erwartbaren zurückgeblieben sein. Denn nur unter dieser Voraussetzung kann überhaupt von personalem Fehlverhalten gesprochen werden. Und ohne personales Fehlverhalten ist Bestrafung offensichtlich verfehlt, weil sie nach dem oben in § 1 Rn. 28 ff. Gesagten mangels Verhaltensnormverstoßes keine legitime Funktion zu erfüllen vermag. Außerdem muss auch dem Gewicht nach ein personales Fehlverhalten vorliegen, auf das speziell mit dem massiven strafrechtlichen Missbilligungsurteil zu reagieren ist.

Copyright information

© Springer-Verlag GmbH Deutschland, ein Teil von Springer Nature 2019

Authors and Affiliations

  • Georg Freund
    • 1
  • Frauke Rostalski
    • 2
  1. 1.Fakultät für RechtswissenschaftenUniversität MarburgMarburgDeutschland
  2. 2.Institut für Strafrecht und StrafprozessrechtUniversität zu KölnKölnDeutschland

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