Advertisement

Krankheit und Biografie – Herausforderungen für die Lebensorientierung und Lebensführung

  • Simone PfefferEmail author
Chapter
  • 1.7k Downloads
Part of the Springer Reference Pflege – Therapie – Gesundheit book series (SRPTG)

Zusammenfassung

In der Auseinandersetzung mit gesundheitsbezogenen individuellen und gesellschaftlichen Lebensbedingungen bzw. -verhältnissen gestaltet ein Mensch seine Biografie im zeitlichen Verlauf. Der vorliegende Beitrag thematisiert die aktuellen gesellschaftlichen Herausforderungen für die biografische Gestaltung im Konzept der fluiden Gesellschaft und die Auswirkungen einer chronischen Erkrankung im Lebensverlauf. Im Fokus stehen Phasen im Krankheitsverlauf, typische Muster biografischer Bewältigung in Hinblick auf Lebensorientierung und Lebensführung und Aspekte, die bei der unterschiedlichen Integration einer Erkrankung in die Biografie eine Rolle spielen. Für die Krankheitsbewältigung muss von den erkrankten Personen und ihrem nahen sozialen Umfeld auf verschiedenen Ebenen Bewältigungsarbeit geleistet werden. Wissen über biografische Zusammenhänge und biografische Arbeit kann dazu beitragen, chronisch erkrankte Menschen in ihren Bewältigungsprozessen zu unterstützen.

Literatur

  1. Antonovsky A (1997) Salutogenese. Zur Entmystifizierung der Gesundheit. DGVT, TübingenGoogle Scholar
  2. Bauman Z (2008) Flüchtige Zeiten. Leben in der Ungewissheit. Hamburger Edition, HamburgGoogle Scholar
  3. Bauman Z (2017) Retrotopia. Suhrkamp, Frankfurt am MainGoogle Scholar
  4. Beck U (1986) Risikogesellschaft. Auf dem Weg in eine andere Moderne. Suhrkamp, Frankfurt am MainGoogle Scholar
  5. Beck U, Beck-Gernsheim E (Hrsg) (1994) Riskante Freiheiten. Individualisierung in modernen Gesellschaften. Suhrkamp, Frankfurt am MainGoogle Scholar
  6. Bruder K-J (Hrsg) (2003) Die biographische Wahrheit ist nicht zu haben. Psychosozial, GießenGoogle Scholar
  7. Charon R (2006) Narrative medicine. Honoring the stories of illness. University Press, OxfordGoogle Scholar
  8. Corbin JM, Strauss AL (2010) Weiterleben lernen. Verlauf und Bewältigung chronischer Krankheit, 3. Aufl. Huber, BernGoogle Scholar
  9. Engelhardt MV (1996) Geschlechtsspezifische Muster des mündlichen autobiografischen Erzählens im 20. Jahrhundert. In: Heuser M (Hrsg) Autobiographien von Frauen. Beiträge zu ihrer Geschichte. Niemeyer, Tübingen, S 368–392Google Scholar
  10. Engelhardt MV (2013) Identität und Biografie in Text und Bild. In: Heinze C, Hornung A (Hrsg) Medialisierungsformen des (Auto-)Biografischen. UVK, Konstanz, S 135–158Google Scholar
  11. Fach E-M, Rosenbach F, Richter M (2016) Mortalitätsentwicklung und Gesundheitsbewegungen in Europa: Eine historische Perspektive. In: Niephaus Y, Kreyenfeld M, Sackmann R (Hrsg) Handbuch Bevölkerungssoziologie. Springer, Wiesbaden, S 529–552CrossRefGoogle Scholar
  12. Fischer W (1985) Soziale und biographische Konstitution chronischer Krankheit. In: Lutz B (Hrsg) Soziologie und gesellschaftliche Entwicklung. Verhandlungen des 22. Deutschen Soziologentages in Dortmund 1984. Campus, Frankfurt am Main, S 559–569Google Scholar
  13. Fischer W (2013) Biografie, Leib und chronische Krankheit. In: Nittel D, Seltrecht A (Hrsg) Krankheit: Lernen im Ausnahmezustand? Brustkrebs und Herzinfarkt aus interdisziplinärer Perspektive. Springer, Berlin, S 185–198CrossRefGoogle Scholar
  14. Franke A (2012) Modelle von Gesundheit und Krankheit. Huber, BernGoogle Scholar
  15. Hanses A (2010) Biografie. In: Bock K, Miethe I (Hrsg) Handbuch Qualitative Methoden in der Sozialen Arbeit. Barbara Budrich, Opladen, S 113–123CrossRefGoogle Scholar
  16. Herzberg H (2013a) Die biographische Herausforderung in der Brustkrebspflege: Über die Notwendigkeit, Patienten wirklich zu verstehen. In: Nittel D, Seltrecht A (Hrsg) Krankheit: Lernen im Ausnahmezustand? Brustkrebs und Herzinfarkt aus interdisziplinärer Perspektive. Springer, Berlin, S 523–532CrossRefGoogle Scholar
  17. Herzberg H (2013b) Der veränderte Interaktionsprozess in der Pflege: Evidenzbasierung und biographische Rahmung. In: Herzberg H, Seltrecht A (Hrsg) Der soziale Körper. Interdisziplinäre Zugänge zur Leiblichkeit. Barbara Budrich, Opladen, S 189–200CrossRefGoogle Scholar
  18. Kalitzkus V, Wilm S, Matthiessen P (2009) Narrative Medizin – was ist es, was bringt es, wie setzt man es um? Z Allgemeinmed 85(2):60–66. http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0168-ssoar-65019. Zugegriffen am 28.02.2018Google Scholar
  19. Keupp H (2012) Alltägliche Lebensführung in der fluiden Gesellschaft. In: Gahleitner S, Hahn G (Hrsg) Übergänge gestalten – Lebenskrisen begleiten. Psychiatrie, Bonn, S 34–51Google Scholar
  20. Keupp H, Ahbe T, Gmür W et al (2013) Identitätskonstruktionen. Das Patchwork der Identitäten in der Spätmoderne. Rowohlt, HamburgGoogle Scholar
  21. Kohli M (1985) Die Institutionalisierung des Lebenslaufs. Historische Befunde und theoretische Argumente. Köln Z Soziol Sozialpsychol, S 1–29Google Scholar
  22. Kohli M (2003) Der institutionalisierte Lebenslauf: ein Blick zurück und nach vorn. In: Allmendinger J (Hrsg) Entstaatlichung und soziale Sicherheit. Verhandlungen des 31. Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Soziologie in Leipzig 2002. Leske +Budrich, Opladen, S 525–545Google Scholar
  23. Kruse J (2014) Qualitative Interviewforschung. Ein integrativer Ansatz. Beltz Juventa, WeinheimGoogle Scholar
  24. Lampert T (2016) Soziale Ungleichheit und Gesundheit. In: Richter M, Hurrelmann K (Hrsg) Soziologie von Gesundheit und Krankheit. Springer, Wiesbaden, S 121–137CrossRefGoogle Scholar
  25. Lucius-Hoene G (2016) Die Krankheitserzählung auf dem Prüfstand der Praxis. Tagungsbericht zur internationalen Tagung „Illness Narratives in Practice“, Institut der Universität Freiburg im Breisgau, 26./27.Juni 2015. In: DIEGESIS. Interdisziplinäres E-Journal für Erzählforschung 5.1, S 117–120. http://elpub.bib.uni-wuppertal.de/servlets/DerivateServlet/Derivate-5631/dej16050111.pdf. Zugegriffen am 19.02.2018
  26. Lucius-Hoene G, Deppermann A (2004) Rekonstruktion narrativer Identität. Ein Arbeitsbuch zur Analyse narrativer Interviews. Springer, WiesbadenGoogle Scholar
  27. Miethe I (2017) Biografiearbeit. Lehr- und Handbuch für Studium und Praxis. Beltz Juventa, WeinheimGoogle Scholar
  28. Neckel S, Wagner G (2013) Einleitung: Leistung und Erschöpfung. In: Neckel S, Wagner G (Hrsg) Leistung und Erschöpfung: Burnout in der Wettbewerbsgesellschaft. Suhrkamp, Frankfurt am Main, S 7–25Google Scholar
  29. Pfeffer S (2010) Krankheit und Biografie. Bewältigung von chronischer Krankheit und Lebensorientierung. Springer, WiesbadenGoogle Scholar
  30. Pfeffer S, Limmer R, Schulz V, Krämer U (2014) Einflussfaktoren auf Gesundheit und Krankheit. Modul 4. In: Limmer R, Schulz V, Krämer U unter Mitarbeit von Vogel L (Hrsg) Psychosoziale Arbeit im Kontext von Gesundheit und Krankheit: Grundlegung für die Soziale Arbeit und andere Gesundheitsberufe. Onlinekurs, Virtuelle Hochschule BayernGoogle Scholar
  31. Riemann G (1987) Das Fremdwerden der eigenen Biografie. Narrative Interviews mit psychiatrischen Patienten. Fink, MünchenGoogle Scholar
  32. Robert Koch-Institut (Hrsg) (2014) Chronisches Kranksein. Faktenblatt zu GEDA 2012: Ergebnisse der Studie „Gesundheit in Deutschland aktuell 2012“. RKI, Berlin. https://www.rki.de/DE/Content/Gesundheitsmonitoring/Gesundheitsberichterstattung/GBEDownloadsF/Geda2012/chronisches_kranksein.pdf?__blob=publicationFile. Zugegriffen am 03.01.2018
  33. Rosenthal G (2015) Biografieforschung. In: Diaz-Bone R, Weischer C (Hrsg) Methoden-Lexikon für die Sozialwissenschaften. Springer, WiesbadenGoogle Scholar
  34. Sack M (2015) Narrative Arbeit im Kontext „schonender Traumatherapie“. In: Scheidt C, Lucius-Hoene G, Stukenbrock A, Waller E (Hrsg) Narrative Bewältigung von Trauma und Verlust. Schattauer, Stuttgart, S 150–160Google Scholar
  35. Sackmann R (2013) Lebenslaufanalyse und Biografieforschung. Springer, WiesbadenCrossRefGoogle Scholar
  36. Schaeffer D, Haslbeck J (2016) Bewältigung chronischer Krankheit. In: Richter M, Hurrelmann K (Hrsg) Soziologie von Gesundheit und Krankheit. Springer, Wiesbaden, S 243–256CrossRefGoogle Scholar
  37. Schaeffer D, Moers M (2009) Abschied von der Patientenrolle? Bewältigungshandeln im Verlauf chronischer Krankheit. In: Schaeffer D (Hrsg) Bewältigung chronischer Erkrankung im Lebenslauf. Huber, BernGoogle Scholar
  38. Scheidt C, Lucius-Hoene G (2015) Kategorisierung und narrative Bewältigung bindungsbezogener Traumaerfahrungen im Erwachsenenbindungsinterview. In: Scheidt C, Lucius-Hoene G, Stukenbrock A, Waller E (Hrsg) Narrative Bewältigung von Trauma und Verlust. Schattauer, Stuttgart, S 26–38Google Scholar
  39. Scheidt C, Lucius-Hoene G, Stukenbrock A, Waller E (Hrsg) (2015) Narrative Bewältigung von Trauma und Verlust. Schattauer, StuttgartGoogle Scholar
  40. Schroer M (2017) Soziologische Theorien. Von den Klassikern bis zur Gegenwart. Fink, PaderbornGoogle Scholar
  41. Siegrist J (2015) Sozial ungleiche Gesundheitschancen: Prävention als solidarisches Handeln. In: Weilert AK (Hrsg) Gesundheitsverantwortung zwischen Markt und Staat. Interdisziplinäre Zugänge. Nomos, Baden-Baden, S 257–274Google Scholar
  42. Specht-Toman M (2018) Biografiearbeit in der Gesundheits-, Kranken- und Altenpflege. Springer, BerlinGoogle Scholar
  43. Statistisches Bundesamt (2018) Sterbetafeln und Lebenserwartung. https://www.destatis.de/DE/ZahlenFakten/GesellschaftStaat/Bevoelkerung/Sterbefaelle/AktuellPeriodensterbetafeln.html. Zugegriffen am 03.01.2018
  44. Weigl A (2012) Bevölkerungsgeschichte Europas. Von den Anfängen bis in die Gegenwart. Böhlau, WienGoogle Scholar
  45. Wohlrab-Sahr M (1993) Biographische Unsicherheit. Formen weiblicher Identität in der „reflexiven Moderne“: das Beispiel der Zeitarbeiterinnen. Leske +Budrich, OpladenGoogle Scholar

Copyright information

© Springer-Verlag GmbH Deutschland, ein Teil von Springer Nature 2019

Authors and Affiliations

  1. 1.Technische Hochschule Nürnberg GSONürnbergDeutschland

Personalised recommendations