Advertisement

DRG-Krankenhäuser im Vergleich

  • Jörg Friedrich
Open Access
Chapter

Zusammenfassung

Das Directory deutscher Krankenhäuser bietet eine jährlich aktualisierte Übersicht stationärer Leistungserbringer. Die Darstellung umfasst unter anderem Informationen zur Struktur des vereinbarten Leistungsangebots, zum Grad der Spezialisierung, zur regionalen Marktpositionierung und Wettbewerbssituation sowie Informationen zur Ergebnisqualität nach dem Verfahren Qualitätssicherung mit Routinedaten (QSR). Insgesamt finden mehr als 1.300 Krankenhäuser Eingang, zu denen eine Budgetvereinbarung für das Jahr 2017 oder QSR-Behandlungsergebnisse vorliegen.

Zusammenfassung

Das Directory deutscher Krankenhäuser bietet eine jährlich aktualisierte Übersicht stationärer Leistungserbringer. Die Darstellung umfasst unter anderem Informationen zur Struktur des vereinbarten Leistungsangebots, zum Grad der Spezialisierung, zur regionalen Marktpositionierung und Wettbewerbssituation sowie Informationen zur Ergebnisqualität nach dem Verfahren Qualitätssicherung mit Routinedaten (QSR). Insgesamt finden mehr als 1.400 Krankenhäuser Eingang, zu denen eine Budgetvereinbarung für das Jahr 2017 oder QSR-Behandlungsergebnisse vorliegen.

The Directory of German Hospitals provides an annually updated overview of inpatient service providers. It includes information on the structure of the agreed range of services, the degree of specialisation, regional market positioning and competitive situation as well as information on the outcome quality according to QSR, a method of quality reporting based on routine data of health care funds. In total, more than 1,400 hospitals have been included for which a budget agreement for the year 2017 or QSR treatment outcomes are available.

20.1 Krankenhaus-Directory

Das jährliche Directory deutscher Krankenhäuser stellt Eckdaten aus den Aufstellungen der Entgelte und Budgetermittlung (AEB) gemäß Krankenhausentgeltgesetz (KHEntgG) dar. Den Darstellungen liegen Vereinbarungsdaten und nicht die tatsächlich erbrachten Leistungen der jeweiligen Einrichtung zugrunde. Insgesamt finden mehr als 1.400 Krankenhäuser Eingang, zu denen eine Vereinbarung oder QSR-Behandlungsergebnisse vorliegen. Das Krankenhaus-Directory finden Sie unter www.springer.com/book/9783662582244.

Die einzelnen Spalten des Directories haben folgende Bedeutung:

Krankenhausname

Mit einem * gekennzeichnete Einrichtungen haben nach Abschluss der Vereinbarung 2017 mit einem anderen Krankenhaus fusioniert oder wurden geschlossen.

Betten

Jedes Krankenhaus wird nach seiner Bettenzahl klassifiziert und einer von sechs Kategorien zugeordnet. Die verwendeten Symbole bedeuten Folgendes:

< 50 = unter 50 Betten < 100 = 50 bis unter 100 Betten < 200 = 100 bis unter 200 Betten < 500 = 200 bis unter 500 Betten < 1.000 = 500 bis unter 1.000 Betten > 1.000 = über 1.000 Betten Die Angaben stammen überwiegend aus dem Jahr 2017, andernfalls aus den Vorjahren.

Träger

In dieser Spalte wird die Trägerschaft des Krankenhauses mit folgenden Abkürzungen geschlüsselt:

ö für öffentlich fg für freigemeinnützig p für privat

Z-Bax (Zahlbasisfallwert)

Der Basisfallwert ist der Eurobetrag, der multipliziert mit der Bewertungsrelation den Preis einer DRG-Fallpauschale festlegt. Für die Vergütung der Krankenhausfälle einer laufenden Periode ist der Zahlbasisfallwert maßgeblich, der auch Transferzahlungen aus vergangenen Perioden, sogenannte Erlösausgleiche, berücksichtigt. Außerdem dient der Zahlbasisfallwert auch der sachgerechten Umsetzung unterjährig vereinbarter Gesamtjahreswerte. Der gemittelte Zahlbasisfallwert (Z-Bax) ist ein Indikator für das tatsächlich herrschende Preisniveau des Jahres für Krankenhausleistungen, die nach DRGs vergütet werden.1 Der Z-Bax umfasst alle relevanten Zu- und Abschlagstatbestände. Deren Vergütung wird ebenfalls je Bewertungsrelation, also analog dem Basisfallwert ausgedruckt (Friedrich et al. 2010).2

In der Spalte für den Basisfallwert ist ein „BE“ zu finden, wenn das gesamte Krankenhaus 2017 keine DRG-Entgelte vereinbart hat, z. B. auf Basis der Vereinbarung zur Bestimmung von Besonderen Einrichtungen 2017, und es somit als Ganzes von der Anwendung der DRG-Fallpauschalen ausgenommen ist.

Casemix

Der Casemix ist die Summe aller Bewertungsrelationen einer Einrichtung. Jedes Krankenhaus wird anhand des vereinbarten Casemix klassifiziert und einer von sechs Kategorien zugeordnet. Die verwendeten Symbole bedeuten Folgendes:

< 1.000 = unter 1.000 Bewertungsrelationen < 5.000 = 1.000 bis unter 5.000 Bewertungs- relationen < 10.000 = 5.000 bis unter 10.000 Bewertungs- relationen < 20.000 = 10.000 bis unter 20.000 Bewertungs- relationen < 50.000 = 20.000 bis unter 50.000 Bewertungs- relationen > 50.000 = über 50.000 Bewertungsrelationen

CMI (Casemix-Index)

Der Casemix-Index (CMI) beschreibt die mittlere Fallschwere eines Krankenhauses. Er berechnet sich aus dem Quotienten des Casemix (Summe aller Bewertungsrelationen eines Krankenhauses) und der Gesamtzahl der über DRGs abgerechneten Fälle eines Krankenhauses. Der hier ausgewiesene CMI enthält keine teilstationären DRGs.

Abw. CMI Land

Für jede Einrichtung wird der individuelle CMI mit dem entsprechenden Landeswert verglichen. Die Abweichungen sind mit folgenden Symbolen gekennzeichnet:

+++ = Abweichung vom Landeswert von über 20 % ++ = Abweichung vom Landeswert von 10 % bis unter 20 % + = Abweichung vom Landeswert von 0 % bis unter 10 % – = Abweichung vom Landeswert von 0 % bis über -10 % – – = Abweichung vom Landeswert von –10 % bis über –20 % – – – = Abweichung vom Landeswert von unter –20 %

Vereinbarter Spezialisierungsgrad im DRG-Bereich (Gini-Koeffizient)

Die Werte beschreiben den Grad der Spezialisierung für DRG-Leistungen des jeweiligen Krankenhauses anhand des Gini-Koeffizienten. Die Ermittlung erfolgt auf der Ebene Basis-DRG (A-DRG). Der Gini-Koeffizient ist eine Maßzahl für die (Un)gleichverteilung innerhalb einer Grundgesamtheit. Sind die Leistungen eines Krankenhauses über alle Basis-DRGs gleich verteilt, liegt keine Spezialisierung vor. Verteilen sich die Fälle auf nur wenige Basis-DRGs und ist die Verteilung somit sehr ungleich, so kann das Krankenhaus als spezialisiert gelten. Ein Gini-Koeffizient von 1 resultierte aus einer maximalen Spezialisierung auf nur eine Leistung, ein Wert von 0 entspräche einer identischen Fallzahl in allen Basis-DRGs.

Aus dem Grad der Spezialisierung der Krankenhäuser lassen sich nur wenige Rückschlüsse auf die Zentralisierung der Leistungserbringung ziehen. Tab. 20.1 und Tab. 20.2 illustrieren die Verteilung der Fallzahlen je vollstationäre Basis-DRG (s. u.) der operativen bzw. der medizinischen Partition auf die vorliegenden Vereinbarungen. Die Darstellung erfolgt nach Fallzahlquintilen. Die Spalten zum ersten Quintil geben z. B. darüber Auskunft, welchen Anteil die 20 % der Krankenhäuser mit den größten Fallzahlen am Gesamtaufkommen haben. Die Spalten zum fünften Quintil geben u. a. Hinweise, in welchen Basis-DRGs die 20 % der Krankenhäuser mit den geringsten Fallzahlen die entsprechende Leistung nur sehr selten erbringen. Die Darstellung beschränkt sich auf die jeweils 25 fallzahlstärksten Basis-DRGs.
Tab. 20.1

Verteilung der vereinbarten Fallzahlen 2017 auf Fallzahl-Quintile für die 25 häufigsten vollstationären Basis-DRGs der operativen Partition

ADRG

Beschreibung

MDC

Partition

Fallzahl

Anzahl KH

Anteil KH in %

Durchschn. Fallzahl

1. Quintil

2. Quintil

3. Quintil

4. Quintil

5. Quintil

Durchschn. Fallzahl

Fallzahlanteil in %

Durchschn. Fallzahl

Fallzahlanteil in %

Durchschn. Fallzahl

Fallzahlanteil in %

Durchschn. Fallzahl

Fallzahlanteil in %

Durchschn. Fallzahl

Fallzahlanteil in %

O01

Sectio caesarea

14

O

192.994

574

47

336

737

44

398

24

252

15

182

11

110

7

I47

Revision oder Ersatz des Hüftgelenkes ohne komplizierende Diagnose, ohne Arthrodese, ohne äußerst schwere CC, Alter>15Jahre

8

O

168.099

882

72

191

471

50

209

22

142

15

92

10

37

4

G24

Eingriffe bei Bauchwandhernien, Nabelhernien u. and. Hernien, Alt.>0J. od. beidseit. Eingr. bei Leisten- und Schenkelhernien, Alt.>0J. u. <56J. oder Eingr. bei Leisten- u. Schenkelhernien, Alt.>55J.

6

O

158.423

881

72

180

360

40

212

24

159

18

113

13

53

6

L20

Transurethrale Eingriffe außer Prostataresektion und komplexe Ureterorenoskopien

11

O

145.305

496

40

293

667

46

412

28

272

19

101

7

8

1

I10

Andere Eingriffe an der Wirbelsäule

8

O

140.674

787

64

179

521

59

220

25

110

12

37

4

3

0

I13

Bestimmte Eingriffe an Humerus, Tibia, Fibula und Sprunggelenk

8

O

139.097

919

75

151

341

45

181

24

124

16

79

10

32

4

I44

Endoprothese oder andere Endoprothesenimplantation/ -revision am Kniegelenk

8

O

138.443

814

66

170

418

49

197

23

123

14

78

9

34

4

H08

Laparoskopische Cholezystektomie

7

O

134.135

848

69

158

303

38

191

24

144

18

104

13

47

6

F59

Gefäßeingriffe ohne komplizierende Konstellation

5

O

133.676

698

57

192

521

55

262

27

131

14

38

4

3

0

D30

Tonsillektomie außer bei bösartiger Neubildung oder verschiedene Eingriffe an Ohr, Nase, Mund und Hals ohne äußerst schwere CC

3

O

111.556

581

47

192

667

70

198

21

68

7

21

2

3

0

F58

Perkutane Koronarangioplastie

5

O

106.612

575

47

185

459

49

227

24

143

15

84

9

15

2

I08

Andere Eingriffe an Hüftgelenk und Femur

8

O

97.562

909

74

107

245

46

129

24

85

16

56

10

21

4

I20

Eingriffe am Fuß

8

O

92.549

933

76

99

272

55

106

21

63

13

38

8

17

3

J11

Andere Eingriffe an Haut, Unterhaut und Mamma

9

O

90.473

980

80

92

272

59

95

21

56

12

31

7

8

2

G26

Andere Eingriffe am Anus

6

O

88.215

873

71

101

242

48

114

23

78

16

49

10

20

4

I21

Lokale Exzision und Entfernung von Osteosynthesematerial an Hüftgelenk, Femur und Wirbelsäule oder komplexe Eingriffe an Ellenbogengelenk und Unterarm oder bestimmte Eingriffe an der Klavikula

8

O

85.483

920

75

93

203

44

115

25

79

17

51

11

17

4

F52

Perkutane Koronarangioplastie mit komplexer Diagnose

5

O

83.387

585

48

143

323

45

187

26

125

18

69

10

9

1

G23

Appendektomie oder laparoskopische Adhäsiolyse außer bei Peritonitis, ohne äußerst schwere oder schwere CC

6

O

82.386

864

70

95

197

41

115

24

85

18

57

12

22

5

D06

Eingriffe an Nasennebenhöhlen, Mastoid, komplexe Eingriffe am Mittelohr und andere Eingriffe an den Speicheldrüsen

3

O

81.251

527

43

154

487

64

180

24

69

9

27

3

4

1

I09

Bestimmte Eingriffe an der Wirbelsäule

8

O

77.668

778

63

100

282

57

120

24

60

12

28

6

8

2

I29

Komplexe Eingriffe am Schultergelenk oder bestimmte Osteosynthesen an der Klavikula

8

O

71.975

891

73

81

227

56

85

21

51

13

29

7

12

3

I32

Eingriffe an Handgelenk und Hand

8

O

69.890

898

73

78

266

68

73

19

32

8

14

4

4

1

F12

Implantation eines Herzschrittmachers

5

O

69.108

774

63

89

209

47

116

26

72

16

38

8

12

3

C08

Extrakapsuläre Extraktion der Linse (ECCE)

2

O

65.374

214

17

305

842

55

392

26

215

14

64

4

7

0

F50

Ablative Maßnahmen bei Tachyarrhythmie

5

O

63.572

319

26

199

572

58

233

23

123

12

52

5

13

1

n = 1.228 Vereinbarungen des Jahres 2018

Krankenhaus-Report 2019

Tab. 20.2

Verteilung der vereinbarten Fallzahlen 2017 auf Fallzahl-Quintile für die 25 häufigsten vollstationären Basis-DRGs der medizinischen Partition

ADRG

Beschreibung

MDC

Partition

Fallzahl

Anzahl KH

Anteil KH in %

Durchschn. Fallzahl

1. Quintil

2. Quintil

3. Quintil

4. Quintil

5. Quintil

Durchschn. Fallzahl

Fallzahlanteil in %

Durchschn. Fallzahl

Fallzahlanteil in %

Durchschn. Fallzahl

Fallzahlanteil in %

Durchschn. Fallzahl

Fallzahlanteil in %

Durchschn. Fallzahl

Fallzahlanteil in %

G67

Ösophagitis, Gastroenteritis, gastrointestinale Blutung, Ulkuserkrankung und verschiedene Erkrankungen der Verdauungsorgane

6

M

699.972

1.034

84

677

1.488

44

895

26

609

18

357

11

33

1

P67

Neugeborener Einling, Aufnahmegewicht >2499g

15

M

599.250

606

49

989

2.102

43

1.216

25

782

16

554

11

281

6

O60

Vaginale Entbindung

14

M

404.569

577

47

701

1.453

42

845

24

567

16

403

11

230

7

I68

Nicht operativ behandelte Erkrankungen und Verletzungen im Wirbelsäulenbereich

8

M

352.898

1.099

89

321

825

51

392

24

236

15

127

8

24

2

F62

Herzinsuffizienz und Schock

5

M

306.195

990

81

309

655

42

391

25

268

17

181

12

52

3

L90

Niereninsuffizienz, teilstationär, Alter >14Jahre ohne Peritonealdialyse

11

M

271.139

132

11

2.054

6.899

69

2.673

27

299

3

149

1

40

0

E79

Infektionen und Entzündungen der Atmungsorgane

4

M

255.739

1.001

82

255

576

45

321

25

214

17

130

10

33

3

F71

Nicht schwere kardiale Arrhythmie und Erregungsleitungsstörungen

5

M

250.004

988

80

253

604

48

329

26

203

16

109

9

19

1

B70

Apoplexie

1

M

199.812

995

81

201

666

66

240

24

64

6

27

3

7

1

F67

Hypertonie

5

M

198.644

979

80

203

440

43

256

25

178

18

115

11

24

2

B80

Andere Kopfverletzungen

1

M

195.681

912

74

215

572

54

263

25

143

13

77

7

15

1

O65

Andere vorgeburtliche stationäre Aufnahme

14

M

193.919

701

57

277

658

48

361

26

233

17

119

9

11

1

E65

Chronisch-obstruktive Atemwegserkrankung

4

M

182.063

979

80

186

438

47

223

24

150

16

93

10

26

3

E69

Bronchitis und Asthma bronchiale

4

M

176.173

1.000

81

176

422

48

228

26

135

15

77

9

19

2

L64

Harnsteine und Harnwegsobstruktion

11

M

160.480

933

76

172

517

60

219

26

77

9

35

4

9

1

F73

Synkope und Kollaps

5

M

155.346

1.005

82

155

344

45

200

26

132

17

79

10

18

2

K62

Verschiedene Stoffwechselerkrankungen

10

M

148.387

1.019

83

146

310

43

189

26

133

18

80

11

16

2

L63

Infektionen der Harnorgane

11

M

148.130

981

80

151

349

46

200

26

122

16

68

9

16

2

E71

Neubildungen der Atmungsorgane

4

M

142.127

957

78

149

544

73

120

16

49

7

23

3

6

1

J65

Verletzung der Haut, Unterhaut und Mamma

9

M

136.962

960

78

143

367

51

175

25

104

15

58

8

10

1

D61

Gleichgewichtsstörung, Hörverlust oder Tinnitus

3

M

125.489

992

81

127

345

55

151

24

81

13

43

7

11

2

B76

Anfälle

1

M

121.417

969

79

125

407

65

156

25

47

7

13

2

3

1

K60

Diabetes mellitus

10

M

119.970

995

81

121

328

54

132

22

82

14

50

8

12

2

G72

Andere leichte bismoderate Erkrankungen der Verdauungsorgane

6

M

117.867

937

76

126

288

46

163

26

102

16

60

9

15

2

J64

Infektion/Entzündung der Haut und Unterhaut oder Hautulkus

9

M

117.770

1.050

86

112

271

48

138

25

91

16

52

9

8

1

n = 1.228 Vereinbarungen des Jahres 2017

Krankenhaus-Report 2019

Leistungsdichte Basis-DRGs

Es wird jeweils angegeben, mit wie vielen Basis-DRGs (A-DRGs) jeweils 25 %, 50 % und 75 % aller Leistungen eines Hauses erreicht werden. Basis-DRGs stellen eine Obergruppe für eine oder mehrere DRGs dar, die durch die gleichen Diagnosen- und/oder Prozedurencodes definiert sind. DRGs innerhalb einer Basis-DRG unterscheiden sich in ihrem Ressourcenverbrauch bzw. ihres Schweregrads. In der G-DRG Version 2017 gibt es 558 Basis-DRGs, davon zwei nicht bewertete Fehler-DRGs und eine teilstationäre DRG.

TOP 3 MDC

In einer weiteren Annäherung an das DRG-Leistungsspektrum eines Hauses werden die fünf jeweils stärksten Hauptdiagnosegruppen (MDCs; Major Diagnostic Category) mit ihrer Nummer sowie dem jeweiligen Prozentanteil an sämtlichen DRG-Leistungen dokumentiert. Die Nummern der MDCs bedeuten Folgendes:

–1 Pre-MDC
  1. 1.

    Krankheiten und Störungen des Nervensystems

     
  2. 2.

    Krankheiten und Störungen des Auges

     
  3. 3.

    Krankheiten und Störungen im HNO-Bereich

     
  4. 4.

    Krankheiten und Störungen der Atmungsorgane

     
  5. 5.

    Krankheiten und Störungen des Kreislaufsystems

     
  6. 6.

    Krankheiten und Störungen der Verdauungsorgane

     
  7. 7.

    Krankheiten und Störungen am hepatobiliären System und Pankreas

     
  8. 8.

    Krankheiten und Störungen am Muskel-Skelett-System und Bindegewebe

     
  9. 9.

    Krankheiten und Störungen an Haut, Unterhaut und Mamma

     
  10. 10.

    Endokrine, Ernährungs- und Stoffwechselkrankheiten

     
  11. 11.

    Krankheiten und Störungen der Harnorgane

     
  12. 12.

    Krankheiten und Störungen der männlichen Geschlechtsorgane

     
  13. 13.

    Krankheiten und Störungen der weiblichen Geschlechtsorgane

     
  14. 14.

    Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett

     
  15. 15.

    Neugeborene

     
  16. 16.

    Krankheiten des Blutes, der blutbildenden Organe und des Immunsystems

     
  17. 17.

    Hämatologische und solide Neubildungen

     
  18. 18.

    Infektiöse und parasitäre Krankheiten

     
  19. 19.

    Psychiatrische Krankheiten und Störungen

     
  20. 20.

    Alkohol- und Drogengebrauch und alkohol- und drogeninduzierte psychische Störungen

     
  21. 21.

    Verletzungen, Vergiftungen und toxische Nebenwirkungen von Drogen und Medikamenten

     
  22. 22.

    Verbrennungen

     
  23. 23.

    Faktoren, die den Gesundheitszustand beeinflussen und andere Inanspruchnahmen des Gesundheitswesens

     
  24. 24.

    Sonstige DRGs

     

Partitionen in % (Verteilung über die Partitionen)

Eine MDC kann in drei Partitionen aufgeteilt sein:
  • DRGs liegen in der chirurgischen Partition, wenn sie eine Prozedur beinhalten, für die ein OP-Saal erforderlich ist.

  • DRGs der anderen Partition beinhalten Prozeduren, die in der Regel diagnostische Maßnahmen abbilden und für die kein OP-Saal erforderlich ist.

  • DRGs der medizinischen Partition beinhalten keine relevanten Prozeduren.

Die Abkürzungen der Partitionen bedeuten Folgendes:

o = operativ a = andere m = medizinisch

Budget-Anteile ZE/SE

Für Leistungen, die mit DRGs noch nicht sachgerecht vergütet werden, können die Vertragspartner individuelle Leistungskomplexe und Entgelte vereinbaren. Dazu gehören im Jahr 2017 u. a. 45 DRGs (davon drei teilstationäre), zu denen keine sachgerechte Bewertungsrelation durch das InEK ermittelt werden konnte, aber auch Leistungen in besonderen Einrichtungen und teilstationäre Behandlung.3 Die Spalte Budgetanteil SE beschreibt den Anteil solcher tages- oder fallbezogenen Leistungen am Gesamtbudget aus DRGs, Zusatzentgelten und sonstigen Entgelten. Dieser Budgetanteil ist von der Vergütung nach DRGs sowie der Budgetkonvergenz ausgenommen.

Zusatzentgelte können neben DRG-Fallpauschalen sowie tages- und fallbezogenen sonstigen Entgelten zusätzlich abgerechnet werden. Über die 94 vom InEK kalkulierten und bundeseinheitlich vergüteten hinaus können weitere hausindividuelle Zusatzentgelte vereinbart werden.

Bes. Leist. (B/N/H/P)

In mit einem „B“ gekennzeichneten Häusern sind Leistungsbereiche vereinbart, die nach der Vereinbarung zur Bestimmung von Besonderen Einrichtungen – VBE 2017 – von der Abrechnung nach DRG-Fallpauschalen und der Budgetkonvergenz ausgenommen sind. „N“ markiert Einrichtungen, in denen 2017 Entgelte für neue Untersuchungs- und Behandlungsmethoden nach § 6 Abs. 2 des Krankenhausentgeltgesetzes (NUB) vereinbart wurden. „H“ kennzeichnet Krankenhäuser, in denen Zusatzentgelte für hochspezialisierte Leistungen nach § 6 Abs. 2a des Krankenhausentgeltgesetzes vereinbart wurden. „P“ markiert Krankenhäuser mit einer psychiatrischen Fachabteilung.

Notfall

In dieser Spalte findet sich ein „N“, sofern für das Krankenhaus im Jahr 2017 ein Abschlag für die Nichtteilnahme an der Notfallversorgung vereinbart wurde.

AOK-Patientenwege (PKW-km) (Med/oQ)

Für jede Einrichtung wird auf Basis der AOK-Krankenhausfälle mit Abrechnung nach Krankenhausentgeltgesetz (KHEntgG) die maximale PKW-Strecke in km für die 50 % (in der Spalte Med für Median) bzw. 75 % (in der Spalte oQ für oberes Quartil) der AOK-Versicherten mit der kürzesten Fahrtstrecke dargestellt. Als Startpunkt des Patientenwegs gilt der geografische Mittelpunkt des 5-stelligen PLZ-Gebiets des Patientenwohnorts, als Endpunkt die vollständige Adresse des Krankenhauses.

Vereinbarte regionale DRG-Marktanteile und -konzentration im Umkreis von 10, 20 und 30 km (Marktanteil/HHI)

Die Spalten beschreiben die regionale Markt- und Wettbewerbssituation des jeweiligen Krankenhauses für DRG-Leistungen im Luftlinienumkreis von 10, 20 und 30 km anhand der Kennzahlen Marktanteil und dem Herfindahl-Hirschman-Index (HHI).

Der ausgewiesene regionale Marktanteil eines Krankenhauses basiert auf den dort konkret vereinbarten Leistungen. Eine Einrichtung in einer Region mit hoher Krankenhausdichte kann also auch einen relativ hohen Marktanteil aufweisen, sofern es Leistungen erbringt, die in der Region ansonsten selten bzw. in geringem Umfang vereinbart sind.

Der Herfindahl-Hirschman-Index ist eine Kennzahl zur Konzentrationsmessung in einem Markt bzw. in einer Marktregion und spiegelt so die Wettbewerbsintensität wider. Er ist als Summe der quadrierten Markanteile aller Teilnehmer in einer Region definiert und kann die Werte zwischen 0 und 1 annehmen, wobei der Wert 1 als Synonym für eine Monopolstellung keinem Wettbewerb entspricht. Verteilen sich in einer Wettbewerbsregion die Leistungen gleichmäßig auf zwei Anbieter, so haben beide einen Marktanteil von 50 %, der quadrierte Marktanteil beträgt jeweils 0,25 und der HHI als Summe der quadrierten Marktanteile ist 0,50. Verteilen sich die Leistungen aber nicht gleichmäßig auf die zwei Anbieter, sondern im Verhältnis 99 % zu 1 %, so nimmt der HHI einen Wert in der Nähe von 1 ein und spiegelt so die monopolistische Angebotsstruktur wider.

Um unerwünschte Effekte aus noch nicht geschlossenen Vereinbarungen zu minimieren, basieren die Marktdaten abweichend von den übrigen Werten in der Tabelle aus der Vorjahres-Budgetrunde.

Infozeile Bundesland

Die Darstellung ist sortiert nach Bundesländern und dem Namen des Standortes. Für jedes Bundesland werden in einer Zeile die gewichteten Mittelwerte CMI, Anteile der Partitionen an Gesamtfällen, Leistungsdichte Basis-DRG, Top MDC, Budgetanteile von Zusatzentgelten und sonstigen Entgelten sowie die Anzahl der Krankenhäuser mit vereinbarten besonderen Leistungen dargestellt.

QSR-Behandlungsergebnisse

Das QSR-Verfahren der AOK ist ein Verfahren zur Qualitätsmessung von Krankenhausbehandlungen. Die Abkürzung QSR steht für „Qualitätssicherung mit Routinedaten“. Im QSR-Verfahren kann durch die konsequente Analyse der Behandlung und des Überlebensstatus bis zu einem Jahr nach der Erstoperation auch die langfristige Behandlungsqualität gemessen werden. Zur Berechnung der Qualitätsindikatoren werden Abrechnungs- bzw. Routinedaten verwendet. Diese werden den Krankenkassen automatisch vom Krankenhaus übermittelt, um die Behandlung eines Patienten in Rechnung zu stellen, oder liegen der Krankenkasse bereits in den Versichertenstammdaten vor.

Im Krankenhaus-Directory stehen die krankenhausbezogenen Ergebnisse für folgende Leistungsbereiche zur Verfügung: Einsetzen einer Endoprothese oder osteosynthetische Versorgung nach einem hüftgelenknahen Oberschenkelbruch, Einsetzen einer Hüftendoprothese bei Coxarthrose (Hüft-EP), Einsetzen eines künstlichen Kniegelenks bei Gonarthrose (Knie-EP), Gallenblasenentfernung bei Gallensteinen, Blinddarmentfernung, Operation bei gutartiger Prostatavergrößerung, Prostataentfernung bei Prostatakrebs und therapeutische Herzkatheter (PCI) bei Patienten ohne Herzinfarkt. Das aktuelle Verfahrensjahr 2017 umfasst den Berichtszeitraum 2014 bis 2016 mit 2017 zur Nachbeobachtung der Patienten.

Die klinikbezogenen QSR-Ergebnisse werden auch im AOK-Krankenhausnavigator auf Basis der Weißen Liste frei zugänglich veröffentlicht.4

Fußnoten

  1. 1.

    Der bundesweite Z-Bax steht wochenaktuell unter www.wido.de als Download zur Verfügung.

  2. 2.

    Alle fallbezogenen Zuschläge werden bei Anrechnung im Z-Bax durch den vereinbarten CMI des Hauses dividiert. Der tagesbezogene Investitionszuschlag wird näherungsweise über die mittlere Verweildauer der vereinbarten DRGs ermittelt. Die berücksichtigten Zuschläge im Z-Bax lauten z. Zt.: Zuschlag Abschaffung des Arztes im Praktikum (AiP), Zuschlag Finanzierung von Arbeitszeitverbesserungen (AZV), Zuschlag Ausbildungsfinanzierung, Investitionszuschlag, Zuschlag Qualitätssicherungszuschlag, Sicherstellungszuschlag, Zuschlag Zentren und Schwerpunkte, Zuschlag Vorhaltekosten Besonderer Einrichtungen, Abschlag Tariferhöhung, Abschlag für Anschubfinanzierung Integrierter Versorgung, Abschlag für vereinbarte Mehrleistungen, Fixkostendegressionsabschlag, Abschlag Nichtteilnahme am Datenträgeraustausch, Abschlag Nichtteilnahme an Notfallversorgung, Sanierungsabschlag, Ausgleiche, Kappung, Versorgungszuschlag, Konvergenzverlängerung, Zuschlag für Mehrkosten aus GBA-Richtlinien und Konvergenz Besondere Einrichtungen.

  3. 3.

    Die Regelungen finden sich im Detail in § 6 Abs. 1 des Krankenhausentgeltgesetzes.

  4. 4.

Supplementary material

978-3-662-58225-1_20_MOESM1_ESM.pdf (311 kb)
Zusatztabellen 20.a und 20.b (PDF 312 KB)

Literatur

  1. Friedrich J, Leber WD, Wolff J (2010) Basisfallwerte – zur Preis- und Produktivitätsentwicklung stationärer Leistungen. In: Klauber J, Geraedts M, Friedrich J (Hrsg) Krankenhaus-Report 2010. Schattauer, Stuttgart, S 122–147Google Scholar

Copyright information

© Der/die Herausgeber bzw. der/die Autor(en) 2019

Open Access Dieses Kapitel wird unter der Creative Commons Namensnennung 4.0 International Lizenz (http://creativecommons.org/licenses/by/4.0/deed.de) veröffentlicht, welche die Nutzung, Vervielfältigung, Bearbeitung, Verbreitung und Wiedergabe in jeglichem Medium und Format erlaubt, sofern Sie den/die ursprünglichen Autor(en) und die Quelle ordnungsgemäß nennen, einen Link zur Creative Commons Lizenz beifügen und angeben, ob Änderungen vorgenommen wurden.

Die in diesem Kapitel enthaltenen Bilder und sonstiges Drittmaterial unterliegen ebenfalls der genannten Creative Commons Lizenz, sofern sich aus der Abbildungslegende nichts anderes ergibt. Sofern das betreffende Material nicht unter der genannten Creative Commons Lizenz steht und die betreffende Handlung nicht nach gesetzlichen Vorschriften erlaubt ist, ist für die oben aufgeführten Weiterverwendungen des Materials die Einwilligung des jeweiligen Rechteinhabers einzuholen.

Authors and Affiliations

  • Jörg Friedrich
    • 1
  1. 1.Wissenschaftliches Institut der AOK (WIdO)BerlinDeutschland

Personalised recommendations