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Gleitlagerungen

  • Thomas GuthmannEmail author
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Zusammenfassung

Gleitlager werden sehr häufig zur radialen oder axialen Lagerung von Bauteilen eingesetzt. Die sich zueinander bewegenden Teile gleiten bei dieser Lagerbauart aufeinander ab, wobei sich die Gleitflächen berühren können oder durch ein Zwischenmedium (meist Öl oder Fett) getrennt werden. Die Vor- und Nachteile von Gleitlagern sind in Tab. 6.1 aufgelistet.

Je nach Lagerbauart und Schmierzustand treten hierbei Trockenreibung, Oberflächenschichtenreibung, Mischreibung und Flüssigkeitsreibung auf .

Trockenreibung (Abb. 6.1a) ist technologisch kaum von Bedeutung, da sich unter atmosphärischen Bedingungen an allen technischen Oberflächen Reaktionsschichten ausbilden beziehungsweise Gas- oder Flüssigkeitsmoleküle anhaften, welche im Regelfall den Reibwiderstand verringern.

An ungeschmierten technischen Oberflächen unter atmosphärischen Bedingungen tritt Oberflächenschichtenreibung (Abb. 6.1b) auf. Der Gleitvorgang wird hierbei durch das ständige Abscheren und Neubilden der Oberflächenschichten mit niedriger Scherfestigkeit begünstigt.

Trockenschmierung liegt vor, wenn der Reibvorgang durch das Aufbringen von Festschmierstoffen wie Graphit, Molybdän(IV)-sulfid, sehr feiner Keramikpartikel oder Kunststoffen (PTFE, PA, POM) begünstigt wird. Festschmierstoffe wirken auf zwei Arten: Die Kontaktflächen werden durch die Feststoffpartikel getrennt und können auf diesen gleiten/abrollen. Gleichzeitig füllen sie Unebenheiten auf, wodurch sich das Tragverhalten der Oberflächen verbessert.

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© Springer-Verlag GmbH Deutschland, ein Teil von Springer Nature 2019

Authors and Affiliations

  1. 1.WirtschaftsingenieurwesenErnst-Abbe-Hochschule JenaJenaDeutschland

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