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  • Reiner Kümmel
Chapter

Zusammenfassung

Eine wachsende, gegenwärtig über sieben Milliarden Menschen zählende Weltbevölkerung hat wegen der thermodynamischen Grenzen des Wachstums innerhalb der Biosphäre nur beschränkte Optionen für die Zukunft. Die in Kapitel 4 beschriebene Postwachstumsökonomie dürfte einer stationären Gesellschaft ohne nennenswertes Wirtschaftswachstum bisheriger Art angemessen sein. Alternativ, oder ergänzend, könnten Pioniere eine industrielle Expansion in den Weltraum wagen. Für deren Beginn stehen die in den 1970er- und 1980er-Jahren international und interdisziplinär diskutierten Pläne für eine Energieversorgung der Erde durch Satelliten-Sonnenkraftwerke auf geostationärer Umlaufbahn zur Verfügung. Menschen aus Habitats, die den Lagrange-Punkt L5 in gleicher Entfernung von Erde und Mond umkreisen, könnten die Kraftwerke mit Material vom Mond und Energie von der Sonne bauen. Als ein ökonomisches Instrument zum Umsteuern aus dem gegenwärtigen, auf der Erde nicht durchzuhaltenden Wirtschaftswachstum auf einen stationären oder in den Weltraum führenden Entwicklungspfad wird die Verlagerung der Steuer- und Abgabenlast von dem teuren, produktionsschwachen Faktor Arbeit auf den (derzeit noch) billigen, produktionsmächtigen Faktor Energie vorgeschlagen. Die offenkundigen Risiken eines Aufbruchs in den Weltraum sind abzuwägen gegen die Beschränkungen von sozialer Mobilität und individueller Freiheit, die in einer stationären Gesellschaft nach den Erfahrungen der vergangenen Millenien durchaus wieder notwendig werden können- es sei denn Politik, Wirtschaft und individuelles Verhalten orientierten sich strenger als je zuvor an den ethischen Empfehlungen der großen Weisheitslehren und Weltreligionen.

Copyright information

© Springer-Verlag GmbH Deutschland, ein Teil von Springer Nature 2018

Authors and Affiliations

  1. 1.Institut für Theoretische Physik und Astrophysik, Campus SüdUniversität WürzburgWürzburgDeutschland

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