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Unternehmensziele und Entscheidungskriterien im Mehrperioden-Fall

  • Helmut LauxEmail author
  • Robert M. Gillenkirch
  • Heike Y. Schenk-Mathes
Chapter

Zusammenfassung

In Kap. 15 werden die Überlegungen des vorangegangenen Kapitels auf den Mehrperioden-Fall übertragen. Zunächst wird gezeigt, dass in einer theoretischen Welt des vollkommenen und vollständigen Kapitalmarktes Investitionsentscheidungen nach dem Kriterium der Marktwertmaximierung getroffen und von Finanzierungs- und Konsumentscheidungen separiert werden können. In der realen Welt unvollständiger und unvollkommener Kapitalmärkte dagegen kann Marktwertmaximierung lediglich eine Kompromiß-Zielfunktion sein.

Die Ermittlung von Marktwerten ist ein Problem, das vereinfachend auf zwei Arten gelöst werden kann: Bei der Sicherheitsäquivalentmethode reduziert der Bewertende jeden zukünftigen erwarteten Überschuss um einen Risikoabschlag und diskontiert das so bestimmte Sicherheitsäquivalent mit dem risikolosen Zinssatz. Bei der in der Praxis üblicherweise verwendeten Risikozuschlagsmethode diskontiert der Bewertende den Erwartungswert des betreffenden Überschusses mit einem risikoangepassten Zinssatz, der einen Risikozuschlag auf den risikolosen Zins enthält. Beide Methoden werden dargestellt und verglichen.

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Authors and Affiliations

  • Helmut Laux
    • 1
    Email author
  • Robert M. Gillenkirch
    • 2
  • Heike Y. Schenk-Mathes
    • 3
  1. 1.Bad HomburgDeutschland
  2. 2.Fachbereich WirtschaftswissenschaftenUniversität OsnabrückOsnabrückDeutschland
  3. 3.Institut für Wirtschaftswissenschaft BWL/Betriebl. UmweltökonomieTU ClausthalClausthal-ZellerfeldDeutschland

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