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Therapeutische Enzyme

  • Christoph SyldatkEmail author
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Zusammenfassung

Enzyme können therapeutisch sowohl äußerlich, oral als auch intravenös angewendet oder sogar inhaliert werden. Neben der seit Langem etablierten Applikation von tierischen, pflanzlichen und mikrobiellen Enzymen zur Ernährungsunterstützung, gewinnt ihr meist unterstützender therapeutischer Einsatz bei Infektions- und Krebserkrankungen, in Zusammenhang mit Blutgerinnung und bei verschiedenen seltenen genetisch verursachten Stoffwechselerkrankungen, zunehmend an Bedeutung. Im Gegensatz zu vielen Medikamenten zeigen Enzyme dabei in der Regel wenige bzw. keine Nebenwirkungen, andererseits stellt eine intravenöse Anwendung jedoch sehr hohe Anforderungen an ihre Reinheit und Qualität, um z. B. allergene Reaktionen zu vermeiden.

Klassische Herstellungsverfahren für Enzyme humanen Ursprungs zum intravenösen Einsatz gehen bei deren Isolierung aus von menschlichem Urin oder von Blutplasma, moderne Verfahren arbeiten bei der Herstellung mit tierischen Zellkulturen. Durch eine PEGylierung von therapeutischen Enzymen kann Einfluss genommen werden auf deren Löslichkeit, Immunogenität und Pharmakokinetik, z. B. durch Reduktion der Proteolyse und Erhöhung der Stabilität im Serum. Entsprechend modifizierte therapeutische Enzyme werden mit dem Namenszusatz „Peg-“ versehen (z. B. „Pegasparagase“).

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Copyright information

© Springer-Verlag GmbH Deutschland, ein Teil von Springer Nature 2018

Authors and Affiliations

  1. 1.Institut für Bio- und Lebensmitteltechnik Bereich II – Technische BiologieKIT - Karlsruher Institut für TechnologieKarlsruheDeutschland

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