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Talente werden knapp: Perspektiven für den Arbeitsmarkt

  • Martin Werding
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Zusammenfassung

Der demografische Wandel ist in Deutschland stärker ausgeprägt als in den meisten anderen entwickelten Volkswirtschaften. Er trifft das Land allerdings in einer Situation relativer Stärke, da sich am Arbeitsmarkt nach einem langjährigen Anstieg der Arbeitslosigkeit ab 2005 eine bemerkenswerte Trendwende vollzogen hat. Nach 2020 reduziert sich die Erwerbspersonenzahl bei Fortschreibung aktueller Entwicklungen aber von derzeit (2016) 45,3 Mio. Personen bis 2030 um etwa 5 %, bis 2040 um etwa 11 %. Zentraler Grund dafür ist, dass in dieser Zeit relativ geburtenstarke Jahrgänge aus dem Erwerbsleben ausscheiden und zahlenmäßig deutlich kleinere Jahrgänge in die Erwerbsphase hineinwachsen. Dabei steigt zugleich der Anteil älterer Arbeitskräfte, während sich die Qualifikationsstruktur der Erwerbspersonen etwas verbessern dürfte. Durch realistische Änderungen der Annahmen zur zukünftigen Erwerbsbeteiligung von Frauen und Älteren sowie zur Zuwanderung werden diese grundlegenden Trends nicht aufgehoben. Ungünstige Effekte des demografischen Wandels für die Sozialfinanzen können zugleich die gesamtwirtschaftliche Dynamik und die Arbeitsnachfrage beeinträchtigen.

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Authors and Affiliations

  1. 1.Lehrstuhl für Sozialpolitik und öffentliche FinanzenRuhr-Universität BochumBochumDeutschland

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