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Akne inversa

  • Gerd Kolbert
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Zusammenfassung

Die Akne inversa ist eine Hauterkrankung multifaktorieller Genese, welche häufig erst nach längerem Krankheitsverlauf in höheren Stadien korrekt diagnostiziert wird und eine deutliche Einschränkung der Lebensqualität mit sich bringen kann. Sie ist pathogenetisch eine Entzündung der Terminalhaarfollikel und findet sich bevorzugt in intertriginösen Hautbereichen. Eine letztendliche Klärung der Ätiopathogenese steht allerdings noch aus. Differenzialdiagnostisch sind andere abszedierende Hauterkrankungen auszuschließen. Das charakteristische Erscheinungsbild lässt die Diagnose durch Inspektion stellen und nach Exzision durch die histologische Untersuchung bestätigen. Eine lokale oder systemische antibiotische Therapie ist nur im Frühstadium als Monotherapie indiziert. Supportive Maßnahmen wie Nikotinkarenz und Gewichtsreduktion sind prä- und postinterventionell sinnvoll. Eine Therapie mit monoklonalen Antikörpern führt zu einem lokalen Rückgang der subkutanen entzündlichen Aktivität und der putriden Sekretion aus den Fistelostien, jedoch nicht zu einer Ausheilung der Erkrankung. In fortgeschrittenen Stadien der Akne inversa ist die Exzision im Gesunden als einzig kurativer Ansatz Therapie der Wahl. Eine plastische Deckung der Defekte ist überwiegend entbehrlich, da auch eine Sekundärheilung gute kosmetische Ergebnisse erbringt.

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Authors and Affiliations

  1. 1.End- und Dickdarmzentrum HannoverHannoverDeutschland

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