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Der Iokaste-Komplex

  • Andreas Marneros
Chapter

Zusammenfassung

Als Iokaste-Komplex bezeichnet man inzestuöse Wünsche der Mutter dem Sohn gegenüber, die im verführerischen Verhalten der Mutter ihren Ausdruck finden. Einige Psychoanalytiker betrachten den so definierten „Iokaste-Komplex“ als Bestandteil „der Gruppe der Ödipus-Komplexe“. Als Iokaste-Komplex wird aber auch ein bei der Mutter bestehenden „Affekthunger“ bzw. eine „emotionale Entbehrung“ definiert, die dazu führe, dass sie eine Form von intensiver, enger, bindender, intimer, exklusiver Symbiose zu ihrem Kleinkind entwickele, welche sich auch nach dem ersten Jahr in pathologischer Form fortsetze. Dies beeinträchtige den Separations- und Individualisationsprozess des Kindes und seine Entwicklung zu Autonomie und eigenständiger Identität. Als klassisches Beispiel dafür gelte das Renaissance-Genie Michelangelo. Die Untersuchung der mythologischen Quellen rechtfertigt die genannten – oder ähnliche – psychoanalytischen Theorien jedoch nicht.

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© Springer-Verlag GmbH Deutschland, ein Teil von Springer Nature 2018

Authors and Affiliations

  • Andreas Marneros
    • 1
  1. 1.BonnDeutschland

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