Die Bedeutung gesprächsanalytischer Zugänge für qualitative empirische Forschung und Lehrendenbildung in der Geographie

  • Inken Carstensen-Egwuom
  • Birte Schröder
Chapter

Zusammenfassung

Dieser Beitrag bietet einen Einstieg in die gesprächsanalytische Feinanalyse gesprochensprachlicher Daten. Anhand eines Beispiels wird gezeigt, welche analytische Haltung und welche interpretativen Schritte diese Methode auszeichnen. In einem zweiten Schritt werden Vergleiche zu anderen gängigen qualitativen Methoden der geographischen Forschung gezogen und die Spezifik der Gesprächsanalyse herausgearbeitet. Drittens wird die Bedeutung gesprächsanalytischer Kompetenzen für die geographische Lehrendenbildung aufgezeigt.

Literatur

  1. Araújo S H de (2011) Jenseits vom „Kampf der Kulturen“. Imaginative Geographien des Eigenen und des Anderen in arabischen Printmedien. Transcript, BielefeldCrossRefGoogle Scholar
  2. Artamonova OV (2016) „Ausländersein“ an der Hauptschule. Interaktionale Verhandlungen von Zugehörigkeit im Unterricht. Transcript, BielefeldCrossRefGoogle Scholar
  3. Bohnsack R (2014) Rekonstruktive Sozialforschung. Einführung in qualitative Methoden. 9. überarbeitete und erweiterte Aufl. Budrich, OpladenGoogle Scholar
  4. Bohnsack R, Nohl AM (2010) Komparative Analyse und Typenbildung in der dokumentarischen Methode. In: Cappai G, Shimada S, Straub J (Hrsg) Interpretative Sozialforschung und Kulturanalyse. Hermeneutik und die komparative Analyse kulturellen Handelns. Transcript, Bielefeld, S 101–128Google Scholar
  5. Cindark I (2010) Migration, Sprache und Rassismus. Der kommunikative Sozialstil der Mannheimer „Unmündigen“ als Fallstudie für die „emanzipatorischen Migranten“. Gunter Narr, TübingenGoogle Scholar
  6. Deppermann A (2000) Ethnografische Gesprächsanalyse: Zu Nutzen und Notwendigkeit von Ethnografie für die Konversationsanaylse. Gesprächsforschung 3(1):96–124. http://www.gespraechsforschung-ozs.de/heft2000/ga-deppermann.pdf. Zugegriffen: 13. Sept. 2016
  7. Didero M (2014) Islambild und Identität: Subjektivierungen von Deutsch-Marokkanern zwischen Diskurs und Disposition. Transcript, BielefeldCrossRefGoogle Scholar
  8. Dittmar N (2000) Sozialer Umbruch und Sprachwandel am Beispiel der Modalpartikeln halt und eben in der Berliner Kommunikationsgemeinschaft nach der „Wende“. In: Auer P, Hausendorf H (Hrsg) Kommunikation in gesellschaftlichen Umbruchsituationen. Mikroanalytische Aspekte des sprachlichen und gesellschaftlichen Wandels in den Neuen Bundesländern. Niemeyer, Tübingen, S 199–234Google Scholar
  9. Felgenhauer T (2007) Geographie als Argument: Eine Untersuchung regionalisierender Begründungspraxis am Beispiel „Mitteldeutschland“. Steiner, StuttgartGoogle Scholar
  10. Georgi VB, Ohliger R (Hrsg) (2009) Crossover-Geschichte. Historisches Bewusstsein Jugendlicher in der, Einwanderungsgesellschaft Aufl. Körber-Stiftung, HamburgGoogle Scholar
  11. Glasze G, Mattissek A (Hrsg) (2009) Handbuch Diskurs und Raum. Theorien und Methoden für die Humangeographie sowie die sozial- und kulturwissenschaftliche Raumforschung. Transcript, BielefeldGoogle Scholar
  12. Günthner S (2002) Stimmenvielfalt im Diskurs. Formen der Stilisierung und Ästhetisierung in der Redewiedergabe. Gesprächsforschung 3(3):59–80. http://www.gespraechsforschung-ozs.de/heft2002/ga-guenthner.pdf. Zugegriffen: 30. Juli 2009
  13. Hausendorf H (2002) Kommunizierte Fremdheit: Zur Konversationsanalyse von Zugehörigkeitsdarstellungen. In: Kotthoff H (Hrsg) Kultur(en) im Gespräch. Gunter Narr, Tübingen, S 25–59Google Scholar
  14. Hausendorf H (2007) Gesprächs-/Konversationsanalyse. In: Straub J, Weidemann A, Weidemann D (Hrsg) Handbuch interkulturelle Kommunikation und Kompetenz. Grundbegriffe, Theorien, Anwendungsfelder. Metzler, Stuttgart, S 403–413Google Scholar
  15. Kallmeyer W (2001) Perspektivenumkehrung als Element des emanzipatorischen Stils in Migrantengruppen. In: Jakobs E-M, Rothkegel A (Hrsg) Perspektiven auf Stil. De Gruyter, Berlin, S 401–422Google Scholar
  16. Keim I (2008) Die „türkischen Powergirls“. Lebenswelt und kommunikativer Stil einer Migrantinnengruppe in Mannheim. 2. durchgesehene Aufl. Gunter Narr, TübingenGoogle Scholar
  17. Kotthoff H (1996) Das Gelächter der Geschlechter: Humor und Macht in Gesprächen von Frauen und Männern. 2. Aufl. Universitäts-Verlag Konstanz, KonstanzGoogle Scholar
  18. Kotthoff H (2010) Grundlagen der Gesprächsanalyse und ihre schulische Relevanz. In: Huneke H-W (Hrsg) Sprach- und Mediendidaktik. Schneider, Baltmannsweiler, S 105–122Google Scholar
  19. Mattissek A (2008) Die neoliberale Stadt. Diskursive Repräsentationen im Stadtmarketing deutscher Großstädte. Transcript, BielefeldCrossRefGoogle Scholar
  20. Mattissek A (2009) Die Aussagenanalyse als Mikromethode der Diskursforschung. In: Glasze G, Mattissek A (Hrsg) Handbuch Diskurs und Raum. Theorien und Methoden für die Humangeographie sowie die sozial- und kulturwissenschaftliche Raumforschung. Transcript, Bielefeld, S 279–291Google Scholar
  21. Mayring P (2008) Qualitative Inhaltsanalyse. In: Flick U, von Kardoff E, Steinke I (Hrsg) Qualitative Forschung. Ein Handbuch. 6. Aufl. Rowohlt, Reinbek bei HamburgGoogle Scholar
  22. Niehaus I, Hoppe R, Otto M, Georgi VB (2015) Schulbuchstudie Migration und Integration. Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration (Hrsg). http://www.bundesregierung.de/Content/Infomaterial/BPA/IB/Schulbuchstudie_Migration_und_Integration_09_03_2015.html?nn=670290. Zugegriffen: 18. März 2015
  23. Pott A (2002) Ethnizität und Raum im Aufstiegsprozess. Eine Untersuchung zum Bildungsaufstieg in der zweiten türkischen Migrantengeneration. Leske +Budrich, OpladenGoogle Scholar
  24. Pott A, Pütz R (2006) Zur diskursiven Herstellung des Ausländers. In: Leibniz-Institut für Länderkunde (Hrsg) Leben in Deutschland. Spektrum, Heidelberg, S 142–145Google Scholar
  25. Przyborski A (2004) Gesprächsanalyse und dokumentarische Methode. Qualitative Auswertung von Gesprächen, Gruppendiskussionen und anderen Diskursen. VS Verlag, WiesbadenCrossRefGoogle Scholar
  26. Pütz R (2004) Transkulturalität als Praxis. Unternehmer türkischer Herkunft in Berlin. Transcript, BielefeldCrossRefGoogle Scholar
  27. Schlottmann A (2005) RaumSprache. Ost-West-Differenzen in der Berichterstattung zur deutschen Einheit: eine sozialgeographische Theorie. Steiner, StuttgartGoogle Scholar
  28. Schröder B (2016a) Differenz(re-)produktion im interkulturellen Lernen. Eine reflexive Perspektive auf Kultur als Differenzierungskategorie. Z für Geographiedidaktik 1:5–28Google Scholar
  29. Schröder B (2016b) Machtsensible geographiedidaktische Konzepte des interkulturellen Lernens – Potenziale einer postkolonialen Perspektive. GW-Unterricht 144:15–28CrossRefGoogle Scholar
  30. Selting M, Auer P, Barden B, Bergmann J, Couper-Kuhlen E, Günthner S et al (1998) Gesprächsanalytisches Transkriptionssystem (GAT). Linguist Ber 173:91–122Google Scholar
  31. Sökefeld M (2002) Feld ohne Ferne – Reflexionen über ethnologische Forschung „zu Hause“ – in Hamburg, zum Beispiel. Ethnoscripts 4(1):82–96Google Scholar
  32. Weidemann A (2010) Lehrforschung und Lehrforschungsprojekte. In: Straub J, Weidemann A, Nothnagel S (Hrsg) Wie lehrt man interkulturelle Kompetenz? Theorien, Methoden und Praxis in der Hochschulausbildung. Ein Handbuch. Transcript, Bielefeld, S 489–523CrossRefGoogle Scholar
  33. Weiss G (2015) Rezension zu: Rothfuß E, Dörfler T (Hrsg) (2013) Raumbezogene qualitative Sozialforschung. Springer VS, Wiesbaden. Geogr Helv 68(61–64), 2013 70:153–155Google Scholar
  34. Wintzer J (2014) Geographien erzählen. Wissenschaftliche Narrationen von Geschlecht und Raum. Steiner, StuttgartGoogle Scholar
  35. Wintzer J, Wastl-Walter D (2016) Die Bedeutung von Sprache in der Neuen Kulturgeographie. In: Jäger L, Holly H, Krapp P, Weber S, Heekeren S (Hrsg) Sprache – Kultur – Kommunikation. De Gruyter, Berlin, S 276–287Google Scholar

Copyright information

© Springer-Verlag GmbH Deutschland, ein Teil von Springer Nature 2018

Authors and Affiliations

  • Inken Carstensen-Egwuom
    • 1
  • Birte Schröder
    • 2
  1. 1.FlensburgDeutschland
  2. 2.BerlinDeutschland

Personalised recommendations