Advertisement

Eisenbahndämme und Einschnitte

  • Horst Rahn
Chapter

Zusammenfassung

Erdbauwerke bestehen i. d. R. nur aus natürlichen Stoffen, die meist in der unmittelbaren Nähe gewonnen wurden. Sie zeichnen sich aus durch Langlebigkeit und verträgliche Eigenschaften zur Umwelt. Wesentlich ist, dass der eingebaute Boden jederzeit bei Umbauten ohne Verlust wieder eingebaut oder ergänzt werden kann. Diesen Ansprüchen genügen Beton, mit Zement injizierte Böden und Einbauten von Geotextilien nicht. Ihr Ausbau bedeutet Entsorgung als Abfall. Es ist das Anliegen des Kapitels, darauf hinzuweisen, zukünftig nur dort solche Hilfsstoffe einzusetzen, wo es unumgänglich ist. Den nachfolgenden Generationen darf eine Explosion der Abfälle und die aufwändige Aufbereitung großer Abfallmengen nicht zugemutet werden. Der Beitrag soll nicht der Wiedergabe bestehender Vorschriften und Richtlinien dienen, sondern diese Kenntnisse voraussetzen. Nur im Fall erkennbarer Widersprüche wird darauf Bezug genommen. Die Grundkonzeption des Kapitels legt fest, dass der Schwerpunkt der Betrachtungen die Vermittlung von Erfahrungen ist. Dies bedeutet eine starke Betonung der Analyse von Schadensfällen und der daraus zu ziehenden Schlussfolgerungen. Als Ingenieur ist man geneigt, bei einem Schaden zuerst Fehler in der Berechnung der Konstruktion zu suchen. Bei nüchterner Betrachtung lässt sich jedoch erkennen, dass die Technologie mit den zum Einsatz kommenden Geräten häufig wegen der Nebenwirkungen die Ursache für erhebliche Auswirkungen auf nicht geplante Veränderungen des Bauzustandes, d. h. auch eine Hauptursache der Schadensauslösung sind. Die nachfolgenden Beispiele sind Erfahrungen des Autors und referenzieren in der Beschreibung auf die zum Zeitpunkt des Ereignisses geltenden Normen und Richtlinien. Auf eine Uminterpretation auf die aktuell geltenden Normen und Richtlinien wurde zugunsten einer höheren Anzahl der Beispiele und zur besseren Lesbarkeit verzichtet. Eine Übertragung auf die aktuell geltenden Normen und Richtlinien ist dem anwendenden Ingenieur überlassen.

Notes

Danksagung

Der Autor dankt Herrn Dipl.-Ing. Thomas Rahn für die kritische Durchsicht und die nützlichen Hinweise zur 3. Auflage.

References

  1. 1.
    DB Netz AG; Richtlinie 836 – Erdbauwerke und sonstige geotechnische Bauwerke planen, bauen und instand halten; 4. Aktualisierung 1. Dez. 2014Google Scholar
  2. 2.
    Zusätzliche Technische Vertragsbedingungen für Erdarbeiten im Straßenbau (ZTVE-StB 09)Google Scholar
  3. 3.
    DIN 1054 – Zulässige Belastung des Baugrunds; ersetzt durch EC7 und Ergänzende Regelungen zu DIN EN 1997-1 Sicherheitsnachweise im Erd- und GrundbauGoogle Scholar
  4. 4.
    DIN 18196 – Erd- und Grundbau – Bodenklassifikation für bautechnische ZweckeGoogle Scholar
  5. 5.
    DIN 4020 – Geotechnische Untersuchungen für bautechnische Zwecke – Ergänzende Regelungen zu DIN EN 1997-2Google Scholar
  6. 6.
    DIN 4021 – Aufschluss durch Schürfe und Bohrungen sowie Entnahme von Bodenproben; ersetzt durch DIN EN ISO 22475-1 Geotechnische Erkundung und Untersuchung – Probenahmeverfahren und GrundwassermessungenGoogle Scholar
  7. 7.
    DIN 4094 – Baugrund, Erkundungen durch SondierungenGoogle Scholar
  8. 8.
    DIN Taschenbuch Nr. 113; Erkundungen und Untersuchungen des Baugrundes; Berlin; Beuth-VerlagGoogle Scholar
  9. 9.
    TGL 24756 – Eisenbahnunterbau; bis 1990gültige NormGoogle Scholar
  10. 10.
    TGL 11482/08 – Erdarbeiten im Straßen- und Eisenbahnbau – bis 1990gültige NormGoogle Scholar
  11. 11.
    Rahn H, Grüger N (1985) Beitrag zum Bau, zur Sicherung und Sanierung von Bahndämmen auf organischem Baugrund. Diss. HfV, TU DresdenGoogle Scholar
  12. 12.
    Schwingungsverhalten von Bahnkörpern auf organischem Boden (Torf); Info Bautechnik Nr. 28a (02/1998) Bundesbahnzentralamt BZA MünchenGoogle Scholar
  13. 13.
    Deutsche Bahn Standard DBS 918062 Korngemische für Trag- und Schutzschichten zur Herstellung von Eisenbahnfahrwegen – Technische LieferbedingungenGoogle Scholar
  14. 14.
    Zeller I, Zeindler H (1957) Vertikale Sanddrains – eine Methode zur Konsolidierung von wenig durchlässigen, setzungsempfindlichen Böden. Veröffentlichungen der Schweizerischen Gesellschaft für Bodenmechanik und Fundationstechnik, Heft 2Google Scholar
  15. 15.
    Floss R (1971) Dämme auf weichem Untergrund. Möglichkeiten der Untergrundverbesserung. Mitteilungen BASt 1971(4)Google Scholar
  16. 16.
    Darr E, Fiebig W (2006) Feste Fahrbahn. Konstruktion und Bauarten für Eisenbahn und Straßenbahn, 2. Aufl. VDEI Schriftenreihe. Eurailpress, HamburgGoogle Scholar
  17. 17.
    Tost S, Kempfert HG, Bünger F (2004) Ertüchtigung einer Bahnstrecke unter einem optimierten, geogitterbewehrten Tragschichtsystem über teilvermörtelten Stopfsäulen (TVSS). In: DGGT (Hsg.) Planung, Bauausführung, Beobachtung; Baugrundtagung Leipzig. Verlag Glückauf GmbH, Leipzig, S 253–260Google Scholar
  18. 18.
    Rahn, H; (2003); Bau von Verkehrsdämmen auf organischem Baugrund großer Mächtigkeit. Beitrag auf der Fachtagung „Geotechnik im Verkehrswegebau“ am 31.01.2003, DresdenGoogle Scholar
  19. 19.
    Rahn H (1996) Seminarmaterial 1996–2003; systematische Vermeidung von Schadensfällen an Erdbauwerken; Beispiele aus dem Verkehrsbau. Haus der Technik, Essen/BerlinGoogle Scholar
  20. 20.
    Rahn H (2001) Die Rolle der Tragschichten im Eisenbahnbau. Eisenbahningenieur 3:50Google Scholar
  21. 21.
    Rahn H (1998) Dammschäden. In: Striegler W (Hrsg) Dammbau. Verlag für Bauwesen, BerlinGoogle Scholar
  22. 22.
    Honorarordnung für Ingenieure und Architekten (HOAI)Google Scholar
  23. 23.
    Rahn, H (Recherchen); Erfahrungen bei der Anwendung der Kalkstabilisierung/Künstliche Austrocknung mit Branntkalk bei der Deutschen Reichsbahn (Zuarbeit im Rahmen des Forschungsberichtes des BMV BW zu „Einflüsse des Gebrauchsverhaltens kalkbehandelter frostempfindlicher Böden im Planumsbereich von Verkehrsflächen 2003/2004); unveröffentlichtGoogle Scholar
  24. 24.
    Kempfert HG, Stadel M (1995) Zum Tragverhalten geokunststoffbewehrter Erdbauwerke über pfahlähnlichen Traggliedern. Geotechnik Sonderheft zur 4. Informations- und Vortragsveranstaltung über Kunststoffe in der Geotechnik, München 1995, Verlag DGGT, Essen, S. 146–152Google Scholar
  25. 25.
    Zaeske D (2001) Zur Wirkungsweise von unbewehrten und bewehrten mineralischen Tragschichten über pfahlartigen Gründungselementen. Schriftenreihe Universität Kassel, Bd. 10. Universität Kassel, KasselGoogle Scholar
  26. 26.
    Liebherr, Werk Nenzig (Hrsg) (2008) Spezialtiefbau – Kompendium Verfahrenstechnik und Geräteauswahl. Wilhelm Ernst & Sohn, BerlinGoogle Scholar
  27. 27.
    Baustellendokumentation „Moorstelle Dahmetal“ – Auswertung dynamischer Messungen bei Zugvorbeifahrten auf der Strecke 6142 Berlin – Cottbus durch das „Niedersächsische Landesamt für Bodenforschung NLfB/GGA)“; Teil Nullmessung August 2003; Teil Zwischenmessungen Juli 2005; Abschlussmessungen Mai 2008Google Scholar
  28. 28.
    Baustellendokumentation „Moorstelle Dahmetal“ – Planung Teilprojekte 1 – 4; Prüfberichte; Einschätzungen der Bauzustände; Aktualisierung zulässiger Fahrgeschwindigkeiten; bearbeitet durch Dr.-Ing. Horst Rahn; Dipl.-Ing. Jens Engelmann; Dipl.-Ing. Bernd Kratzer für DB Netz AGGoogle Scholar
  29. 29.
    Forschungsgesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen (FGSV) (Hrsg. 2010) Merkblatt für Straßen auf wenig tragfähigem UntergrundGoogle Scholar
  30. 30.
    Reimann B (1997) Gründung von Verkehrsdämmen in Moorgebieten – Ausführung, Bemessung, Messtechnische Überwachung und Auswertung von Messungen bei dynamischer Belastung; Diplomarbeit. TU Berlin, BerlinGoogle Scholar

Copyright information

© Springer-Verlag GmbH Deutschland, ein Teil von Springer Nature 2019

Authors and Affiliations

  • Horst Rahn
    • 1
  1. 1.BerlinDeutschland

Personalised recommendations