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Mikroperforierte Absorber

  • Helmut V. Fuchs
Chapter
Part of the VDI-Buch book series (VDI-BUCH)

Zusammenfassung

Im Vorangegangenen wurde zunächst in Kap. 4 ein Überblick gegeben über alle klassischen Materialien für und Bauformen von Schallabsorbern. Diese bestehen überwiegend aus den verschiedensten faserigen/porösen Stoffen, die sich Luftschallwellen gegenüber passiv verhalten. Allerdings rücken heute diverse Resonatoren immer mehr in den Vordergrund, die mit dem sie anregenden Schallfeld auf sehr unterschiedliche Weise reagieren (Kap. 5–8). Ob letztere nun materiell mit Platten, Folien oder Membranen (Kap. 6 und 8) oder nur mit unterschiedlich ausgeformten Luftvolumina (Kap. 7 und 8) zum Mitschwingen veranlasst werden: Auch deren Wirksamkeit kann (mit Ausnahme nur des Membranabsorbers) durch das Anbringen bzw. Einbringen einer kleineren oder größeren Menge akustischen Dämpfungsmaterials aktiviert bzw. optimiert werden. Im folgenden und längsten Kapitel über neuartige Schallabsorber geht es um solche, die grundsätzlich ganz ohne Dämpfungsmaterialien eine relativ breitbandige Wirkung entfalten. Die Idee für die Nutzung der Reibung in kleinen Löchern und Schlitzen zur Absorption von Schallenergie ist älter als der Einsatz von extrem dünnen Mineralfasern für den gleichen Zweck und geht ursprünglich auf russische Arbeiten von Rschevkin et al. (1941, 1959) sowie Veliszhanina (1951) zurück. Aber dem Altmeister der chinesischen Akustiker, Maa (1975), war die Theorie zu verdanken, nach welcher vor 22 Jahren der Einsatz des ersten mikroperforierten Absorbers (MPA) in einem spektakulären raumakustischen Sanierungsfall gelang (Fuchs et al. 1993). Inzwischen sind neben diesem transparenten Acrylglasabsorber eine ganze Familie faserfreier Akustikbauteile aus diversen Metallen, Kunststoffen, Holz und in jüngster Zeit sogar aus Flachglas entwickelt worden.

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Authors and Affiliations

  • Helmut V. Fuchs
    • 1
  1. 1.Berlin-SchlachtenseeDeutschland

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