Lebenswelt Meer pp 161-176 | Cite as
Schwärmen in Massen und Schwärmen mit dem Mond
Zusammenfassung
Viele Meeresorganismen wie die bekannten Korallen des australischen Great Barrier Reef (Riff) laichen gleichzeitig in Massen. Dies sichert den Fortpflanzungserfolg, auch wenn schon Räuber den nahrhaften Eiern auflauern. Zum Laichen in Massen schwärmen berühmt gewordene Meeres‐Vielborstenwürmer, oder abgeschnürte Körpersegmente von ihnen wie die Palolos der Südsee, an bestimmten, der dortigen Bevölkerung seit Generationen bekannten Nächten des Jahres an die Wasseroberfläche. Ein kleinerer Verwandter des Palolo, der ca. 3 cm lange, vielbeinige Borstenwurm Platynereis, wurde zum experimentellen Labor‐Pionier der Lunarperiodik, bei der bestimmte Mondphasen die Laichtermine synchronisieren. Bei diesem Lebewesen endet das Leben in einem Todes‐Hochzeitstanz um die Zeit des Neumondes. Von der echten Mondperiodik (lunare oder semilunare Periodik) ist die Gezeitenperiodik (tidale Periodik) zu unterscheiden, bei der die Gezeiten wie Spring‐ oder Nipptiden die Hochzeitstermine bestimmen. Es werden Beispiele zusammengetragen, so des Fischchens Grunion Südkaliforniens, das sich in Voll‐ und Neumondnächten von der Flut in Massen an den Strand treiben lässt, um dort zu laichen. Lesen Sie weiter, und Sie erfahren manch Seltsames mehr.