Lebenslanges Lernen pp 119-145 | Cite as
Wie lassen sich das Lehren und Lernen gestalten?
Zusammenfassung
Das Arrangieren bezeichnet eine Grundform pädagogischen Handelns, die mit einer bestimmten Lernkultur verbunden ist. Lehr-Lern-Arrangements in der Weiterbildung bringen zum Ausdruck, dass den Lernenden Offerten zur individuellen und flexiblen Gestaltung ihrer Lernprozesse im Sinne einer Ermöglichungsdidaktik gemacht werden. Die Lehrenden übernehmen diverse, zum Teil situativ wechselnde Rollen als Lernbegleiter. Die Qualität des Lernprozesses hängt entscheidend von einer lernenden Haltung in der dialogischen Begegnung von Lehrenden und Lernenden ab. In der Praxis der Weiterbildung findet sich eine Vielzahl von Lernsettings bzw. Lernformaten. Im Wesentlichen sind es vier Aspekte, die ein Lernsetting ausmachen: die beteiligten Menschen, die Inhalte, der Raum und die Zeit. Die Kompositionsregeln von Lehr-Lern-Arrangements basieren auf grundlegenden Überzeugungen von Lernprozessen, die häufig wenig reflektiert und zumeist implizit angewendet werden, über Metaphern aber gut zu veranschaulichen sind. Der Anspruch der Erwachsenenbildung war es stets, durch Weiterbildung gesellschaftliche Teilhabe zu ermöglichen. Deshalb ist es für den quartären Bildungssektor selbstverständlich, sowohl dem engen wie weiten Begriffsverständnis von Inklusion gerecht zu werden.
Literatur
- Ackermann, K.-E., & Ditschek, E. J. (2015). Von der separierenden zur inkludierenden Erwachsenenbildung. Hessische Blätter für Volksbildung, 65(4), 308–316.Google Scholar
- Ambos, I., Koscheck, S., & Martin, A. (2016). Öffentliche Weiterbildungsförderung von Teilnehmenden. Ergebnisse der wbmonitor Umfrage 2015. Bonn: W. Bertelsmann Verlag.Google Scholar
- Arnold, R., & Erpenbeck, J. (2014). Wissen ist keine Kompetenz. Dialoge zur Kompetenzreifung. Baltmannsweiler: Schneider Verlag Hohengehren.Google Scholar
- Arnold, R., & Schüßler, I. (Hrsg.). (1998). Wandel der Lernkulturen. Ideen und Bausteine für ein lebendiges Lernen. Darmstadt: Wissenschaftliche Buchgesellschaft.Google Scholar
- Bräuer, J., & Fischer, K. A. (2016). Beispiel: Lernumgebung und Lernerfolg. Wie Licht und Farben Einfluss nehmen. Weiterbildung, 5, 18–21.Google Scholar
- Buber, M. (2008). Ich und Du. Stuttgart: Reclam.Google Scholar
- Buddensiek, W. (2008). Lernräume als gesundheits- und kommunikationsfördernde Lebensräume gestalten. Auf dem Weg zu einer neuen Lernkultur. In: G. Brägger, G. Israel & N. Posse (Hrsg.), Bildung und Gesundheit. Argumente für gute und gesunde Schulen. Bern: h.e.p.-Verlag.Google Scholar
- Comenius, J. A. (1991). Pampaedia. Allerziehung. In deutscher Übersetzung herausgegeben von Klaus Schaller. Sankt Augustin: Academia Verlag.Google Scholar
- Comenius, J. A. (2000). Große Didaktik. Übersetzt und hrsg. von Andreas Flitner (9. Aufl.). Stuttgart: Klett-Cotta. Orig. 1659Google Scholar
- Cross, J. (2007). Informal learning: rediscovering the natural pathways that inspire innovation and performance. San Francisco: Pfeiffer.Google Scholar
- Deutsche UNESCO-Kommission (2016). Inklusive Bildung. https://www.unesco.de/bildung/inklusive-bildung.html. Zugegriffen: 05. April 2017.Google Scholar
- Deutscher Volkshochschul-Verband (2015). Empfehlungen des DVV zur Verbesserung der Zugänglichkeit von VHS. Bonn: DVV.Google Scholar
- DGWF (Deutsche Gesellschaft für wissenschaftliche Weiterbildung und Fernstudium) (2010). DGWF-Empfehlungen zu Formaten wissenschaftlicher Weiterbildung Google Scholar
- Diesterweg, F. A. W. (1844). Wegweiser zur Bildung für deutsche Lehrer, 1. Band (3. Aufl.). Essen: G. D. Bädeker.Google Scholar
- Europäische Kommission (2015). Entwurf des gemeinsamen Berichts des Rates und der Kommission 2015 über die Umsetzung des strategischen Rahmens für die europäische Zusammenarbeit auf dem Gebiet der allgemeinen und beruflichen Bildung (ET 2020). Brüssel: Europäische Kommission.Google Scholar
- Filter, E. (2016). Grundkategorien innenarchitektonischer Gestaltung. Mensch, Raum, Interaktion. Weiterbildung, 5, 10–13.Google Scholar
- Giesecke, H. (2010). Pädagogik als Beruf: Grundformen pädagogischen Handelns (10. Aufl.). Weinheim und München: Juventa.Google Scholar
- Graeßner, G. (2008). Moderation – das Lehrbuch. Augsburg: Ziel.Google Scholar
- Graf, N., Gramß, D., & Heister, M. (2016). Gebrauchsanweisung fürs lebenslange Lernen. Düsseldorf: Vodafone Stiftung Deutschland.Google Scholar
- Gropengießer, H. (2007). Theorie des erfahrungsbasierten Verstehens. In: D. Krüger & H. Vogt (Hrsg.), Handbuch der Theorien in der biologiedidaktischen Forschung (S. 105–116). Berlin: Springer.CrossRefGoogle Scholar
- Guski, A. (2007). Metaphern der Pädagogik: Metaphorische Konzepte von Schule, schulischem Lernen und Lehren in pädagogischen Texten von Comenius bis zur Gegenwart. Bern: Peter Lang.Google Scholar
- Hartkemeyer, M., Hartkemeyer, J. F., & Hartkemeyer, T. (2015). Dialogische Intelligenz. Aus dem Käfig des Gedachten in den Kosmos gemeinsamen Denkens. Frankfurt am Main: Info3-Verlagsgesellschaft.Google Scholar
- Heimlich, U., & Behr, I. (2009). Inklusion von Menschen mit Behinderung in der Erwachsenenbildung/Weiterbildung. In: R. Tippelt & A. von Hippel (Hrsg.), Handbuch Erwachsenenbildung, Weiterbildung (S. 813–826). Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften.CrossRefGoogle Scholar
- Holzkamp, K. (2004). Wider den Lehr-Lern-Kurzschluß. Interview zum Thema „Lernen“. In: P. L. J. Faulstich (Hrsg.), Expansives Lernen (S. 29–38). Baltmannsweiler: Schneider Verlag Hohengehren. Zuerst erschienen in: Arnold, Rolf (Hrsg.): Lebendiges Lernen. Hohengehren 1996.Google Scholar
- Hurrle, G., Rodeck, B., & Allert, H. (1999). Methodische Reflexionen über Multimediabildung für ArbeitnehmerInnen. Interaktivität und Hyperstruktur. In: Forschungsinstitut für Arbeiterbildung Recklinghausen (Hrsg.), Jahrbuch Arbeit, Bildung, Kultur (Bd. 17, S. 57–68). Recklinghausen: FIAB.Google Scholar
- Hüther, G. (2015). Die Macht der inneren Bilder (9. Aufl.). Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht.CrossRefGoogle Scholar
- Im Gespräch mit der interprofessionellen Entwicklungs- und Arbeitsgemeinschaft FormenFinder. In: Zeitschrift für Sozialmanagement 14 (2016), 1, S. 85–89.Google Scholar
- Kill, M. (2012). Stichwort „Inkludierende Erwachsenenbildung“. DIE Zeitschrift für Erwachsenenbildung, 2, 20–21.Google Scholar
- Kötter, R., & Kursawe, M. (2016). Rollenbild Facilitator. Ermöglichen statt trainieren. Training aktuell, 27(7), 44–47.Google Scholar
- Lakemann, U., & Schäfer, E. (2016). Möglichkeiten, Bedingungen und Umsetzung einer inklusiven Erwachsenenbildung in Thüringen. Jena: Ms.Google Scholar
- Lakoff, G., & Johnson, M. (1980). Metaphors We Live By. Chicago: The University of Chicago Press.Google Scholar
- Leistner, P. (2016). Beispiel: Auswirkungen von Akustik auf das Lehren und Lernen. Unerhörte Bildungsräume. Weiterbildung, 5, 22–24.Google Scholar
- Lindenmeier, C., & Lütje-Klose, B. (2015). Inklusion als Querschnittsaufgabe in der Erziehungswissenschaft. Erziehungswissenschaft. Mitteilungen der Deutschen Gesellschaft für Erziehungswissenschaft., 26(51), 7–16.Google Scholar
- Lindner, W. (2014). Arrangieren. Stuttgart: Kohlhammer.Google Scholar
- Lombardo, M. M., & Eichinger, R. W. (1996). The Career Architect Development Planner. Minneapolis: Lominger.Google Scholar
- Löwel, S., & Singer, W. (1992). Selection of intrinsic horizontal connections in the visual cortex by correlated neuronal activity. Science, 255, 209–212.CrossRefGoogle Scholar
- Markowetz, R., & Tippelt, R. (2015). Was können Sonderpädagogik und Erwachsenenbildung voneinander lernen? Hessische Blätter für Volksbildung, 65(4), 339–348.Google Scholar
- Marsch (2009): Metaphern des Lehrens und Lernens. Vom Denken, Reden und Handeln bei Biologielehrern. Dissertation. Freie Universität Berlin.Google Scholar
- Meisel, K. (2015). Inklusion als Aufgabe der Organisationsentwicklung. Hessische Blätter für Volksbildung, 65(4), 355–362.Google Scholar
- Northoff, G. (2012). Das disziplinlose Gehirn – Was nun, Herr Kant? Auf den Spuren unseres Bewusstseins mit der Neurophilosophie. München: Irisiana.Google Scholar
- Nowotny , Helga (1993): Eigenzeit: Entstehung und Strukturierung eines Zeitgefühls. Frankfurt a. M.: Suhrkamp.Google Scholar
- Oelkers, Jürgen (2002): Erziehung als Verhandlung. Vortrag anlässlich der Weiterbildung des Kinderheims Schoren am 6. März 2002 in Langenthal.Google Scholar
- Pestalozzi, J. H. (1946). Eine Selbstschau. Aus seinen Schriften zusammengestellt von Walter Guyer. Zürich: Gute Schriften.Google Scholar
- Prange, K., & Strobel-Eisele, G. (2006). Die Formen des pädagogischen Handelns. Stuttgart: Kohlhammer.Google Scholar
- Puhl, A. (2001). Lernzugänge in der Erwachsenenbildung. In: R. Stang & A. Puhl (Hrsg.), Bibliotheken und lebenslanges Lernen. Lernarrangements in Bildungs- und Kultureinrichtungen (S. 13–23). Bonn: Deutsches Institut für Erwachsenenbildung.Google Scholar
- Radatz, S. (2013). die Weiterbildung der Weiterbildung. Wien: Verlag Systemisches Management.Google Scholar
- Reich, K. (2000). Systemisch-konstruktivistische Pädagogik. Einführung in Grundlagen einer interaktionistisch-konstruktivistischen Pädagogik (3. Aufl.). Neuwied: Kriftel: Luchterhand.Google Scholar
- Rohrer, T. (2005). Image Schemata in the Brain. In: B. Hampe & J. Grady (Hrsg.), From Perception to Meaning: Image Schemas in Cognitive Linguistics (S. 165–196). Berlin: Mouton de Gruyter.CrossRefGoogle Scholar
- Schanz, G. (2007). Lässt sich – und wie lässt sich – implizites Wissen managen? Zeitschrift für Management, 2(3), 268–294.CrossRefGoogle Scholar
- Seitter, W. (2007). Geschichte der Erwachsenenbildung. Bielefeld: wbv.Google Scholar
- Siebert, H. (1999). Driftzonen – Elemente einer mikrodidaktischen Lernkultur. Literatur-und Forschungsreport Weiterbildung, 44, 10–17.Google Scholar
- Siebert, H. (2000). Didaktisches Handeln in der Erwachsenenbildung – Didaktik aus konstruktivistischer Sicht. Neuwied: Luchterhand.Google Scholar
- Siebert, H. (2014). Erwachsene – lernfähig aber unbelehrbar? Ein Beitrag des Konstruktivismus zur politischen Bildung. Schwalbach/Ts.: Wochenschau Verlag.Google Scholar
- Stabenau, H.-J., Gergs, H., & Kammerer, H. (2010). Ermöglichungsdidaktik und wertbezogene Kompetenzentwicklung. In: R. Arnold & I. Schüßler (Hrsg.), Ermöglichungsdidaktik (2. Aufl. S. 187–220). Baltmannsweiler: Schneider Verlag Hohengehren.Google Scholar
- Stangl, W. (2016). Lernarrangement. Lexikon für Psychologie und Pädagogik. http://lexikon.stangl.eu/14875/lernarrangement/. Zugegriffen: 07. September 2016.Google Scholar
- Thissen, F. (1998). Lernort Multimedia. Zu einer konstruktivistischen Multimedia-Didaktik. In: A. Nispel, R. Stang & F. Hagedorn (Hrsg.), Pädagogische Innovationen mit Multimedia (Bd. 1, S. 29–43). Frankfurt am Main: DIE.Google Scholar
- Umbach, S. (2016). Lernbilder. Collagen als Ausdrucksform in Untersuchungen zu Lernvorstellungen Erwachsener. Bielefeld: transcript Verlag.CrossRefGoogle Scholar
- Walden, R. (2016). Architekturpsychologie. Die Wirkung von gestalteter Umwelt. Weiterbildung, 5, 14–17.Google Scholar
- Watzlawick, P., Beavin, J. H., & Jackson, D. D. (2011). Menschliche Kommunikation. Formen, Störungen, Paradoxien (12. Aufl.). Bern: Huber.Google Scholar
- Wiseman, R. (2015). Machen, nicht denken! (7. Aufl.). Frankfurt am Main: S. Fischer Verlag.Google Scholar