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Unternehmen in der sozialen Quartiersentwicklung

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Part of the Management-Reihe Corporate Social Responsibility book series (MRCOSORE)

Zusammenfassung

Empirische Erhebungen haben gezeigt, dass das gesellschaftliche Engagement von Unternehmen sowohl von seiner inhaltlichen als auch seiner räumlichen Ausrichtung einen starken lokalen Bezug und damit eine deutliche Nähe zu Themen und Belangen der Stadtentwicklung aufweist. Zwar ergibt sich dieser Zusammenhang in den meisten Fällen beiläufig, doch stehen dem gegenüber Unternehmensbeispiele, die ihr Engagement gezielt an den lokalen Bedarfen ausrichten.

Der folgende Beitrag befasst sich damit, wie Unternehmen Zugang zu den Themen der Stadt- und insbesondere der sozialen Quartiersentwicklung finden, wie und ob sie lokale Bedarfe erkennen und wie sie ihr Engagement ausrichten. Er baut auf theoretisch-konzeptionellen Überlegungen zum Mehrwert eines gemeinwohlorientierten Zusammenwirkens, zur Verräumlichung sozialer Probleme und ihrer Behandlung auf der Maßstabsebene des Quartiers auf. Folglich stehen sozial benachteiligte Stadtteile als Handlungsräume des Engagements sowie ausgewählte Aspekte der Kooperation zwischen engagierten Unternehmen und der öffentlichen Hand im Mittelpunkt der Ausführungen. Es werden erste Erkenntnisse auf der Basis empirischer Erhebungen und praktische Erfahrungen aus der Zusammenarbeit in einigen ausgewählten Modellprojekten ausgeführt.

Wie die Ausführungen zeigen, besteht Potenzial hinsichtlich einer Intensivierung und Ausweitung des unternehmerischen Engagements in der sozialen Quartiersentwicklung. Zentrale Aufgabe wird es sein, den Dialog zwischen Öffentlichen und Privaten zu suchen und Unternehmen in ihrem gemeinwohlorientierten Handeln Geleit zu geben, das heißt, sie über Bedarfe zu informieren, Unterstützung zu organisieren und bei der Vermittlung von Kontakten zu Sozialpartnern zu helfen.

1 Einführung

Das Bild und die Wahrnehmung von Unternehmen haben sich in den letzten Jahren verändert. Damit verbunden ist die Erwartung, dass Unternehmen nicht mehr ausschließlich Ertrags‐ und Renditeziele verfolgen, sondern sich über ihre engere Geschäftstätigkeit hinaus gesellschaftlich engagieren sollen. Die dazugehörigen Fachanglizismen „Corporate Social Responsibility (CSR)“ und „Corporate Citizenship (CC)“ werden intensiv genutzt. Empirische Belege für einen rasanten Zuwachs des gesellschaftlichen Engagements von Unternehmen sucht man jedoch vergeblich. Eindeutig ist indes, dass mehr über CSR/CC gesprochen und geschrieben wird. Dies liegt nicht nur am Bedürfnis der Unternehmen nach einer entsprechenden Selbstdarstellung, sondern geht auch auf die Ausweitung der Forschung und Lehre (z. B. Erster Engagementbericht der Bundesregierung im Jahr 2012, Einrichtung von Lehrstühlen und Studiengängen), die Durchführung von Fachveranstaltungen und nicht zuletzt auf die Erprobung unterschiedlicher Formate der Engagementvermittlung (Marktplatz für gute Geschäfte, Verantwortungspartnerschaften, stadtweite Freiwilligentage) zurück. Wachsende Aufmerksamkeit erhält das Thema auch durch eine zunehmend kritische Auseinandersetzung in der Öffentlichkeit, z. B. über die Medien. Schließlich erfährt das gesellschaftliche Engagement von Unternehmen in jüngerer Zeit mehr Beachtung und Wertschätzung seitens der Politik, was sich in Strategiepapieren (z. B. Aktionsplan CSR 2010), Veröffentlichungen und Studien der Bundesregierung (z. B. Erster Engagementbericht 2012), Informationskampagnen (z. B. „CSR made in Germany“) und (Förder)Programmen (z. B. „Gesellschaftliche Verantwortung im Mittelstand“) ausdrückt.

Die intensive Debatte über unternehmerisches CSR/CC‐Engagement ist zum einen Ausdruck der veränderten gesellschaftlichen Erwartungshaltung gegenüber Unternehmen. Zum anderen vollzieht sich darin eine gewisse Systematisierung und Professionalisierung in der Ausrichtung und Steuerung des Unternehmensengagements. Dies trägt einerseits zu einer besseren Verknüpfung mit den sonstigen Unternehmenszielen bei und kann andererseits – diese Facette steht im Vordergrund dieses Beitrages – zu einer verbesserten Ausrichtung am gesellschaftlichen Bedarf und einem Mehr an Wirkungsorientierung führen. Großunternehmen und unternehmensverbundene Stiftungen führen bisweilen Studien durch und beteiligen sich anderweitig am wissenschaftlichen Diskurs, um sich die gesellschaftliche und städtische Wirklichkeit zu erschließen und ihrem Engagement ein konzeptionelles Fundament zu geben. Kleinen und mittelständischen Unternehmen ist dies in der Regel nicht möglich. Bei ihnen kommt es mehr auf die unmittelbaren Kontakte und Einblicke, auf das Gespräch zwischen gesellschaftlichen Akteuren und Unternehmen bzw. Unternehmern an.

Dieser Beitrag befasst sich damit, wie Unternehmen Zugang zu den Themen der Stadt‐ und insbesondere der sozialen Quartiersentwicklung finden, wie und ob sie lokale Bedarfe erkennen und sie ihr Engagement ausrichten. Dabei wird der Status quo mit einigen normativen Überlegungen zur Ausrichtung unternehmerischen Engagements kontrastiert. Ziel ist es ferner, die in einigen Modellprojekten gesammelten Erfahrungen aus der Zusammenarbeit von Kommunen und engagierten Unternehmen (und Stiftungen) weiterzugeben.1

2 Theoretisch‐konzeptionelle Bezüge und Grundannahmen

2.1 Gesellschaftspolitische Verortung unternehmerischen Engagements

Die Stadtforschung neigt in weiten Teilen zu einer sehr kritischen Beurteilung der aktuellen städtischen Entwicklungstrends. Als Ergebnis einer primär von Wirtschaftsinteressen gesteuerten „neoliberalen Globalisierung“ werden insbesondere Tendenzen zu einer durchgreifenden Privatisierung und Deregulierung beklagt, die auch und insbesondere in den Städten zu einer Ausweitung der sozialen Ungleichheit führen (vgl. Heinz 2015). In diesem Kontext fügt sich ferner die Diagnose ein, dass sich das Aufgaben‐ und Kräfteverhältnis zwischen Staat, Märkten und ziviler Gesellschaft verschiebt und auch auf der städtischen Ebene in einen „Prozess der Entstaatlichung“ (Selle 2005, S. 36) sowie der Entdemokratisierung mündet. Zivilgesellschaft und Marktakteure werden im „aktivierenden Gewährleistungsstaat“ stärker für öffentliche Aufgaben in Anspruch genommen. Die öffentliche Hand zieht sich zurück. In diesem Kontext entsteht die Neigung, auch das gesellschaftliche Engagement von Unternehmen und Stiftungen als Teil dieser Entwicklung zu verstehen (vgl. Schuppert 2008). Dabei kann es – noch relativ zurückhaltend – als unzureichende Kompensation („Lückenbüßer“) einer zurückgefahrenen sozialen Ausgleichspolitik kritisiert werden oder aber – schärfer im Ton – als „Ablenkungsmanöver“ in einer Strategie der Entstaatlichung und der Durchsetzung wirtschaftlicher Interessen gebrandmarkt werden. Dietrich Fürst macht allerdings darauf aufmerksam, dass ein „anderes Staatsbild“ zwar in den Köpfen der politischen und wirtschaftlichen Eliten präsent sei, aber sich insbesondere in Deutschland bislang wenig in diese Richtung bewegt: „Faktisch vollziehen sich solche Änderungen sehr langsam und der Wandel vom Wohlfahrtsstaat zum ‚aktivierenden Staat‘ lässt sich empirisch kaum darstellen“ (Fürst 2012, S. 36).

Unabhängig von diesen teilweise konträren Einschätzungen wird hier davon ausgegangen, dass es der Gesellschaft „guttut“, wenn Unternehmen über ihre engeren Unternehmensziele hinausdenken und sich für gesellschaftliche Belange engagieren. Ein recht pragmatisches Argument für diese Position ist, dass es viele interessante Projekte und Initiativen gibt, die durch das Raster der öffentlichen Förderangebote fallen, eine Unterstützung aber gut gebrauchen können. Mindestens ebenso wichtig ist das etwas weiterführende Argument, dass eine Unterstützung durch Unternehmen und Unternehmer jeweils auch Ausdruck von Wertschätzung und praktizierter Solidarität mit einem spezifischen Anliegen und den dahinter stehenden Menschen ist. Diese zweite Facette dürfte zudem eine wichtiger werdende Quelle des gesellschaftlichen Zusammenhalts sein. Denn der Staat kann und soll zwar einen sozialen Ausgleich organisieren, er benötigt dazu jedoch eine gesellschaftliche Zustimmung in Form einer bestehenden Solidarität zwischen unterschiedlichen Gruppen, die er nicht selbst generieren kann (Argument in Anlehnung an das sog. „Böckenförde‐Diktum“2). In einer traditionellen Interpretation kommt den Kirchen und den christlich‐religiös vermittelten Werten der Nächstenliebe in dieser Hinsicht eine hohe Bedeutung zu. Bei abnehmender gesellschaftlicher Bedeutung des kirchlichen Lebens muss auf Empathie gegründete Solidarität wahrscheinlich stärker als bisher aus der unmittelbaren Kooperation und dem Wirken unterschiedlichster gesellschaftlicher Akteure entstehen. Das Engagement von Unternehmen für soziale Belange ordnet sich hier ein.

Insofern knüpft der vorliegende Beitrag nicht an der Frage an, ob das gesellschaftliche Engagement von Unternehmen, Stiftungen oder Mäzenen den Staat in einer relevanten Größenordnung entlasten kann. Vielmehr setzt er voraus, dass ein gemeinwohlorientiertes Zusammenwirken insgesamt mehr für die Gesellschaft bewirkt als ein isoliertes, primär eigennütziges Nebeneinander. Die Kooperation vor Ort, in einem kleinen räumlichen Zusammenhang des Stadtteils und des Quartiers, kann dabei in verschiedener Hinsicht eine besondere Bedeutung haben, wie in den folgenden Abschnitten ausgeführt wird.

2.2 Die Verräumlichung sozialer Probleme

Seit den 1990er‐Jahren wird der räumlichen Maßstabsebene des Stadtteils oder des Quartiers sowohl in Theorie als auch in Praxis eine wachsende Bedeutung zuteil, die sich aus der zunehmenden sozialräumlichen Ungleichheit innerhalb der Städte ergibt. Dem zugrunde liegt die Erkenntnis, dass sich unterschiedliche Formen der sozialen Benachteiligung räumlich verdichten und aus dieser Verräumlichung zugleich eine eigene Problemdimension mit negativer Wirkung auf die Lebenschancen der Menschen entsteht. Dies verbindet sich unter anderem mit Stigmatisierungen. Aber auch der innere Zusammenhalt zwischen den Gruppen in den Quartieren wird brüchig und die Verbindungen zum alltäglichen gesellschaftlichen Leben (politische Teilhabe, Bildungsbeteiligung beziehungsweise ‐orientierung, Arbeitsmarktbeteiligung) werden schwächer. Gleichzeitig sind die sozialen Einrichtungen und vor allem die Schulen im Status quo kaum in der Lage, angemessen auf die besonderen Probleme zu reagieren. Auch abseits der wissenschaftlichen Literatur wird häufig darauf verwiesen, dass der verminderte Zugang zu gesellschaftlicher Teilhabe und Anerkennung (im Wesentlichen Erwerbsarbeit, Bildungsabschlüsse, statusorientierter Konsum) das Entstehen von „Armutskulturen“ oder gar „Parallelgesellschaften“ mit von der Mehrheitsgesellschaft (deutlich) abweichenden Wertorientierungen nach sich ziehen kann. Die räumliche Konzentration von Armut in den derart benachteiligten Stadtteilen begünstigt solche Entwicklungen und erschwert die gesellschaftliche Integration zusätzlich.

Diese Verräumlichung sozialer Probleme hat sowohl in der Sozial‐ als auch in der Stadtentwicklungspolitik konzeptionelle Debatten angestoßen und teilweise Veränderungen im Handeln erzeugt. Damit verbunden hat sich die Einschätzung durchgesetzt, dass die Menschen nicht nur individuell, sondern auch in ihrem Lebensumfeld insgesamt Unterstützung erfahren müssen. Sozialpolitik, Sozialverwaltungen und Wohlfahrtsverbände lösen sich dementsprechend von einer rein auf einzelne Personen beziehungsweise Haushalte konzentrierten Vorgehensweise und propagieren die „Sozialraumorientierung“. Der Fallbezug im Handeln wird durch den (Sozial‐)Raumbezug ergänzt (Hinte 2009).3

In der Stadtentwicklungspolitik und der mit ihr korrespondierenden Städtebauförderung war der Raumbezug schon immer grundlegend. Hier wurde mit dem Städtebauförderungsprogramm „Soziale Stadt“ seit dem Ende der 1990er‐Jahre der Blick für den engen räumlichen Zusammenhang von städtebaulichen und sozialen Problemen geschärft. Insofern stehen die soziale Stadtteilentwicklung und das Programm Soziale Stadt insbesondere für den Anspruch, unterschiedliche Handlungsansätze – unter anderem aus den Bereichen Städtebau, Soziales, Arbeitsmarkt und Bildung – in Form eines thematisch und räumlich integrierten Handelns (inklusive Mittelbündelung) zu verbinden. Sowohl in der Sozialpolitik als auch in der Stadtentwicklungspolitik ist folglich die Einschätzung entstanden, dass die Bewältigung räumlich konzentrierter sozialer Probleme einen Raumbezug im (staatlichen) Handeln erfordert.

2.3 Die gesellschaftspolitische Dimension des Quartiers

Ein zweiter Perspektivwechsel zeigt sich in der verstärkten Verwendung des Begriffs „Quartier“ und der damit verbundenen „Quartiersentwicklung“. Der Begriff des „Quartiers“ bleibt dabei im Gegensatz zu dem Begriff des „Stadtteils“ relativ unbestimmt. Während letzterer stärker auf die administrativen Grenzen bezogen ist und insofern primär eine Perspektive der öffentlichen Hand repräsentiert, wird das „Quartier“ insbesondere durch die sozialen Beziehungen der dort lebenden und agierenden Menschen konstituiert. Der Begriff „Quartier“ zeichnet sich somit hinsichtlich seiner Abgrenzung durch eine gewisse Unschärfe („Fuzzy Place“) aus (Schnur 2008, S. 40 f.). (Soziale) Quartiersentwicklung ist unter diesem Blickwinkel vor allem zu verstehen als

das Bemühen (…), die nicht von selbst entstehenden oder im Status quo sogar erodierenden sozialen Beziehungen und Bindungen im Nahraum des Lebensumfeldes sowohl in ihrer Entstehung als auch in ihrer langfristigen Potenzialentfaltung für eine selbstbestimmte Lebensführung zu unterstützen (Quaestio Forschung & Beratung 2015, S. 6).

In der so verstandenen sozialen Quartiersentwicklung geht es folglich nicht darum, einen Stadtteil mit öffentlichen Maßnahmen zu „beglücken“ und dabei die Menschen mehr oder weniger gut an den politischen Entscheidungen zu beteiligen. Im Mittelpunkt stehen stattdessen eine Aktivierung der Anwohnerinnen und Anwohner hinsichtlich einer selbstbestimmten Lebensführung und des Ausbaus der Potenziale für eine solche. Damit einher geht die Fokussierung auf die sozialen Bindungen im Quartier. Dahinter steht die Einschätzung, dass eine befriedigende und selbstbestimmte Lebensführung auch angesichts der gesellschaftlichen Herausforderungen nicht mehr allein auf die (zunehmend überforderten) Potenziale von innerfamiliärer Selbsthilfe und sozialstaatlicher Fürsorge setzen kann. Wie Bildungschancen verteilt werden, ob eine selbstbestimmte Lebensführung im Alter möglich ist oder ob Integration gelingt, hängt auch in hohem Maße von den Lebensbedingungen und den sozialen Beziehungen im Quartier ab. In diesem Sinne wird in den entsprechenden Diskussionszusammenhängen auch das Subsidiaritätsprinzip neu betont und ausgelegt (Heinze et al. 2015). Im subsidiär aufgebauten Verantwortungsgefüge der Gesellschaft wird das Quartier zu einer eigenständig wirksamen Ebene. Dies verlangt nach einem hohen Maß an quartiersbezogener Selbstorganisation und Selbstverantwortung.

Der Appell an die im Quartier verankerte beziehungsweise wahrgenommene bürgerschaftliche Selbstverantwortung und Selbstorganisation hat nicht die Entlastung der Kommune und des Staates von ihren bzw. seinen öffentlichen Aufgaben zum Ziel. Stattdessen steht eine „Koproduktion von Gemeinwohl“ als Konzept im Mittelpunkt. Dies beschreibt einen Leistungsverbund aus einer gestärkten bürgerschaftlichen Selbstverantwortung und eines darauf bezogen agierenden Wohlfahrtsstaates (und der von ihm finanzierten Wohlfahrtsverbände). Eine solche Weiterentwicklung ist in verschiedener Hinsicht mit Voraussetzungen verbunden: Auf der bürgerschaftlichen Seite müssen sich die Mentalitäten in Richtung einer selbstverständlicher wahrgenommenen Selbstverantwortung verschieben; damit korrespondierend muss das Handeln von Staat und Kommune von einer ermöglichenden und unterstützenden Haltung gegenüber bürgerschaftlicher Selbstorganisation und Selbstverantwortung geleitet sein.

2.4 Bürgerschaftliches Engagement in benachteiligten Quartieren

Den sozialen und ökonomischen Bedingungen in den benachteiligten Quartieren kommt bei dieser Konzeption von sozialer Quartiersentwicklung eine besondere Bedeutung zu. Denn oft zeigt sich, dass vor allem bildungsbürgerlich geprägte Schichten gut auf die Versuche, bürgerschaftliches Engagement anzuregen, ansprechen. Insofern sind die Voraussetzungen in benachteiligten Quartieren schwieriger. Gerade dieser Umstand sollte jedoch nicht Anlass für weniger, sondern eher für mehr unterstützendes Engagement auf dem Weg zu einer selbstbestimmten Lebensführung und mehr gesellschaftlicher Teilhabe in den benachteiligten Quartieren sein. Dies hat auch der Expertenbeirat4 im ExWoSt‐Forschungsfeld betont und in seinem Positionspapier formuliert:

oft zeigt sich, dass die Versuche bürgerschaftliches Engagement anzuregen, vor allem bei den bildungsbürgerlich geprägten Schichten fruchten. Ob es ein Mangel an Bildungsvoraussetzungen oder beruflich erworbenen Kompetenzen ist, ein Mangel an Zuversicht und Selbstvertrauen, überhaupt etwas bewegen zu können, oder aber schlicht der Umstand, dass die sozialen Gegensätze und kulturellen Unterschiede in diesen Quartieren im Sinne einer kooperativen Selbstorganisation schwieriger zu überbrücken sind, ist jeweils spezifisch. Unabhängig von einer derartigen Ursachenanalyse gilt, dass sich die wesentlichen gesellschaftlichen Probleme (Bildungs‐ und Integrationsdefizite, Vereinsamung und Unterversorgung im Alter etc.) in einem hohen und zunehmenden Maße in diesen Stadtteilen und Quartieren konzentrieren. Insofern besteht die Aufgabe, die Intensität des politischen Handelns auch als Ermöglichung konkreten gesellschaftlichen Engagements von Unternehmen, Stiftungen und Bürgerschaft zu erhöhen (Quaestio Forschung & Beratung 2015, S. 8).

Das ExWoSt‐Forschungsfeld „Unternehmen und Stiftungen für die soziale Quartiersentwicklung“ zielte darauf ab, Unternehmen und Stiftungen in die Aufgaben der sozialen Quartiersentwicklung einzubeziehen. Wichtig war dabei lediglich, dass sie sich in oder für benachteiligte Quartiere engagierten, nicht ob sie das oben diskutierte Grundverständnis teilten. Einige Unternehmen und Stiftungen taten dies als Teil ihres gesellschaftlichen Engagements bereits ganz selbstverständlich. In den acht ausgewählten Modellvorhaben des Forschungsfeldes sollte deshalb nicht nur zusätzliches Engagement, zum Beispiel durch Ansprache weiterer Unternehmen und Stiftungen, mobilisiert werden, sondern auch bestehendes Engagement vertieft und weiterentwickelt werden. Die (kommunalen) Akteure der sozialen Quartiersentwicklung waren daher aufgerufen, die entsprechenden partnerschaftlichen Netzwerke zu erweitern, ihre Arbeit darin zu systematisieren und die Engagementinteressen der Unternehmen mit den lokalen Bedürfnissen und Aufgaben der Quartiersentwicklung in Einklang zu bringen.

3 Empirische Erkenntnisse zum unternehmerischen Engagement im Quartier

Die in Abschn. 2 aufgezeigte, konzeptionelle Anschlussfähigkeit von unternehmerischem Engagement mit Themen der Stadt‐ und insbesondere der sozialen Quartiersentwicklung lässt sich auch empirisch im Rahmen von Umfragen (Hüther et al. 2012; DIHK 2012; Braun 2008; CCCD 2007), Fallstudien (Kleine‐König und Hohn 2016; Faller und Wiegandt 2010) und Förderprogrammen (Kleine‐König und Schmidpeter 2010) feststellen, wenngleich die im Rahmen des Forschungsfeldes durchgeführte Befragung von Unternehmen und Stiftungen erstmalig einen expliziten Zusammenhang zwischen diesen beiden Themen hergestellt und abgefragt hat. Vorherige Befragungen waren allgemeinerer Natur, lassen aber dennoch erste Anzeichen auf einen Zusammenhang sowie erste Befunde zu.

3.1 Ausgeprägte räumliche Orientierung des Engagements

Gemäß des Engagementberichts der Bundesregierung5 sind knapp 64 % der Unternehmen in Deutschland gesellschaftlich engagiert (Hüther et al. 2012, S. 516), und zwar bevorzugt in den Bereichen „Erziehung, Kindergarten, Schule“ sowie „Sport und Freizeit“ (Hüther et al. 2012, S. 822, 765). Dabei ist bemerkenswert, dass das unternehmerische Engagement unabhängig von der Größe des Unternehmens primär im unmittelbaren lokalen und regionalen Umfeld des Unternehmensstandortes stattfindet (vgl. Tab. 1) und damit einen klaren räumlichen Bezug aufweist. Die Zahl der regional am Unternehmensstandort engagierten Unternehmen beläuft sich auf knapp 90 % (Hüther et al. 2012, S. 821). Braun kommt zu dem Ergebnis, dass „gesellschaftliche Unternehmensbeteiligung […] in Deutschland also ganz überwiegend ein sozialräumlich gebundenes Lokalengagement“ (Braun 2010, S. 94) darstellt. Der lokale Bezug drückt sich zudem in der Wahl der Kooperationspartner aus. In aller Regel sind diese Partner selbst auf lokaler oder regionaler Ebene tätig. Insgesamt 80,8 % der engagierten Unternehmen geben an, ausdrücklich zur Stärkung des lokalen Umfelds beitragen zu wollen und deshalb lokale und/oder regionale Partner zu wählen (Hüther et al. 2012, S. 582).

Tab. 1

Regionale Ausrichtung des unternehmerischen Engagements nach Unternehmensgröße in Mitarbeitern. (Eigene Zusammenstellung nach Hüther et al. 2012, S. 821)

Für kleine und mittlere Unternehmen (KMU), die traditionell über eine intensive Bindung an ihren Unternehmensstandort verfügen, spielt die lokale und regionale Ebene eine besondere Rolle. Trotz ihrer zunehmenden Einbindung in globale Wertschöpfungsketten treffen sie weiterhin einen Großteil ihrer Anspruchsgruppen in räumlicher Nähe an und können diese mit einem räumlich fokussierten Engagement direkt erreichen. Neben der lokalen Bevölkerung und der Gemeinde liegen nicht selten der Wohnstandort ihrer Beschäftigten, Standorte von Zulieferern und der Absatzmarkt im lokalen und regionalen Unternehmensumfeld.

3.2 Sozial benachteiligte Stadtteile als Handlungsräume des Engagements

Im Rahmen des ExWoSt‐Forschungsfeldes „Unternehmen und Stiftungen für die soziale Quartiersentwicklung“ wurde erstmalig der Bezug von gesellschaftlichem Engagement zur sozialen Quartiersentwicklung abgefragt,6 der im Folgenden näher herausgestellt wird. Da nicht davon auszugehen war, dass die Befragten mit dem Begriff „soziale Quartiersentwicklung“ vertraut waren, wurde mittels der Abfrage ausgewählter Themen und Teilaspekte versucht, den Zusammenhang zu erörtern und zu (in)direkten Schlüssen zu gelangen. Hierzu wurde Augenmerk auf Überschneidungen, z. B. in der thematischen Ausrichtung des Engagements, gelegt. In Anbetracht des integrierten Ansatzes der sozialen Quartiersentwicklung eröffnet sich hier grundsätzlich ein breites Feld an Themen und Handlungsfeldern, das zahlreiche Anknüpfungspunkte für unternehmerisches Engagement und die jeweiligen Interessen der Unternehmen bietet. Wie Abb. 1 erkennen lässt, sind die befragten Unternehmen vor allem in den Bereichen „Bildung/Erziehung“ sowie „Integration/gesellschaftliche Teilhabe“ sowie weiteren Bereichen engagiert, die deutliche Überschneidungen mit Belangen der Quartiersentwicklung im Sinne der Unterstützung individueller Lebenswelten aufweisen. Dem gegenüber steht die Förderung gebauter Strukturen, z. B. „Gestaltung öffentlicher Räume“ und „Denkmalschutz/Architektur“, die weniger häufig, aber immerhin noch von rund der Hälfte der Unternehmen gelegentlich bis regelmäßig adressiert werden.

Abb. 1

Engagementbereiche der befragten Unternehmen. (Eigene Erhebung 2013–2014)

Eine Differenzierung der Befragungsergebnisse nach Unternehmensgröße bringt hervor, dass sich kleinere Betriebe (weniger als 250 Beschäftigten) zu einem geringeren Anteil und weniger regelmäßig engagieren. Besonders deutlich ist dieser Unterschied in den Themenbereichen „Wirtschaft/Forschung“ sowie „Sport“, die bei kleineren Unternehmen weit weniger im Fokus des Engagements stehen. Eine Erklärung hierfür könnte darin liegen, dass dies tendenziell Bereiche sind, die durch höhere Finanzbeträge und weniger durch persönliches Engagement oder durch Sachleistungen unterstützt werden. Die Stärken kleinerer Unternehmen liegen in der Unterstützung „bedürftiger Personen“ und der Förderung der „lokalen Ökonomie/Arbeitsmarktchancen“.

Ähnlich wie in vorherigen Befragungen (vgl. Kap. 3) zeigte sich, dass das Engagement überwiegend auf jene Stadt fokussiert ist, in der sich der Unternehmenssitz befindet. Von zusätzlichem Interesse war, welche Rolle einzelne Quartiere bzw. sozial benachteiligte Stadtteile im Speziellen spielen. In der Tat stellte sich heraus, dass das Engagement zu rund 54 % in benachteiligten Stadtteilen zu verorten ist. Allerdings zeigte sich außerdem, dass sich dieser Zusammenhang – wie vermutet – eher beiläufig durch die Auswahl der Projekte ergibt. Lediglich 16 % der Unternehmen gaben an, gezielt benachteiligte Stadtteile für ihr Engagement auszuwählen (vgl. Abb. 2). Hieran wird deutlich, dass das Quartier bzw. der Stadtteil oftmals der räumliche Bezugsrahmen, aber nicht das anvisierte Ziel des Engagements ist. Es stehen vorrangig einzelne Projekte und weniger der räumliche Kontext im Vordergrund.

Abb. 2

Engagement von Unternehmen in benachteiligten Stadtteilen. (Eigene Erhebung, 2013–2014)

Als Hintergrund für den geringen expliziten Fokus auf benachteiligte Stadtteile scheint primär die Auswahl der Projekte ausschlaggebend zu sein. Die Ansicht, das Engagement in diesen Quartieren könnte von einer negativen Berichterstattung sowie einer negativen Außenwirkung begleitet werden und sich somit nachteilig auf das Unternehmen auswirken, erwies sich als wenig relevant. Lediglich 16 % der engagierten Unternehmen teilen diese Ansicht und schrecken aus diesem Grunde vor einem dortigen Engagement zurück (vgl. Abb. 3).

Abb. 3

Ausgewählte Aussagen zum Engagement in benachteiligten Stadtteilen der dort engagierten Unternehmen. (Eigene Erhebung 2013–2014)

3.3 Problemwahrnehmung und Aufgabenverständnis von engagierten Unternehmen

Wie ausgeführt, sind 54 % der befragten Unternehmen durch ihr Engagement bereits in benachteiligten Stadtteilen aktiv. Davon orientiert sich mehr als die Hälfte (55 %) an kommunalen Konzepten wie z. B. integrierten Entwicklungskonzepten für die Stadtteile (vgl. Abb. 3). Dies zeugt von einer gewissen Sensibilisierung der Unternehmen für die Problemlagen vor Ort. Mit Blick auf eine zukünftig stärkere Verflechtung des CSR‐Engagements mit Aufgaben der sozialen Quartiersentwicklung ist ferner daraus abzuleiten, dass auf Seiten der Unternehmen ein Interesse sowie eine hohe Erreichbarkeit bzw. Ansprechbarkeit für die Belange von benachteiligten Stadtteilen besteht.

Der Umgang mit der Zuständigkeit für die Lösung der Probleme in benachteiligten Stadtteilen stellt sich sehr ambivalent dar. Ganz im Sinne des integrierten und kooperativen Ansatzes der sozialen Quartiersentwicklung teilen die engagierten Unternehmen überwiegend die Überzeugung, dass den Problemen in benachteiligten Stadtteilen nur durch ein koordiniertes und gemeinsames Handeln unterschiedlicher Akteure entgegengewirkt werden kann (vgl. Abb. 3). Daraus leitet sich aber nicht notwendigerweise das Verständnis ab, als Marktakteur selbst einen Beitrag zu dieser Aufgabe zu leisten. Vielmehr wird sie vom Gros der engagierten Unternehmen (80 %) – immer noch – als eine öffentliche Aufgabe gesehen, zu der die Unternehmen allenfalls einen marginalen Beitrag leisten können. Die öffentliche Hand wird hier in der Verantwortung gesehen. Damit scheint zwar ein Grundverständnis für die Komplexität der Probleme in benachteiligten Stadtteilen gegeben zu sein, doch führt dies nicht unbedingt zu einem Mehr an unternehmerischer Mitwirkung.

Darüber hinaus können sehr pragmatische Gründe gegen ein gemeinsames Vorgehen sprechen. 66 % der engagierten Unternehmen sind der Meinung, dass ihr Engagement nach außen weniger sichtbar ist, wenn sie mit vielen Akteuren gemeinsam handeln. Insgesamt 59 % stimmen (teilweise) zu, dass die Koordination und Abstimmung mit anderen Akteuren die Umsetzung ihres CSR‐Projektes erschwert. Hieran wird deutlich, dass es zu bedenken gilt: Mit dem Engagement verbinden die Unternehmen auch Nutzenerwartungen – z. B. Imagevorteil – und müssen mit begrenzten zeitlichen, finanziellen und personellen Ressourcen planen. Wo diese Aspekte bedacht und Unternehmen dahingehend unterstützt werden, sind gute Voraussetzungen für ein verlässliches und langfristiges Engagement geschaffen.

3.4 Informationsbedarf und Übersetzungsleistung

Wenngleich seitens der Unternehmen die Probleme und die Herausforderungen in benachteiligten Stadtteilen wahrgenommen werden, kann nicht davon ausgegangen werden, dass dieses Wissen sogleich in entsprechende Handlungen übersetzt werden kann. Dazu bedarf es zusätzlicher Kenntnis und Einschätzung, z. B. hinsichtlich der Priorität von Bedarfen, möglicher Kooperationspartner und der Sinnhaftigkeit zu fördernder Projekte. Die Sachlage im Quartier stellt sich dabei als komplex und unübersichtlich dar.

Die Befragung hat gezeigt, dass selbst jene Unternehmen, die bereits im Stadtteil engagiert sind, einen deutlichen Informationsbedarf hinsichtlich der Herausforderungen und der Bedürfnisse der Bewohner im Stadtteil sehen, um ihre Projekte gezielt durchführen zu können (68 %). Einem ähnlich hohen Prozentsatz der Unternehmen fällt es schwer einzuschätzen, ob ein Projekt hinsichtlich der Probleme im Stadtteil sinnvoll/wirksam ist – sowohl im Vorfeld (67 %) wie auch nach Abschluss der Förderung (62 %) (vgl. Abb. 4).

Abb. 4

Erfahrungen von Unternehmen, die in benachteiligten Stadtteilen engagiert sind. (Eigene Erhebung, 2013–2014)

Aus diesen Aussagen lässt sich ableiten, dass die Unternehmen durchaus Hilfe bei der Professionalisierung ihres Engagements gebrauchen können bzw. sich wünschen. Dieser Bedarf zeigt sich bei kleinen und mittleren Unternehmen (unter 250 Beschäftigte) deutlich stärker als bei größeren Unternehmen. Hier kann es Aufgabe der öffentlichen Hand sein, Zugang zu Themen und Projekten zu schaffen sowie hinsichtlich der komplexen Thematik der sozialen Quartiersentwicklung übersetzend zu unterstützen. Das Bestehen eines solchen Zugangs ist eine wichtige Bedingung, damit unternehmerisches Engagement zukünftig vermehrt und effektiver in benachteiligte Stadtteile gelenkt werden kann. Darüber hinaus kann sich diese Informations‐, Vermittlungs‐ und Übersetzungsleistung als durchaus lohnenswert erweisen, da sich ein nicht unerheblicher Prozentsatz der befragten Unternehmen vorstellen kann, sich gezielter in benachteiligten Stadtteilen zu engagieren – sowohl auf Seiten jener, die sich hier bereits engagieren (60 %), als auch auf Seiten solcher, die dort noch nicht aktiv sind (41 %).

4 Kooperationen für ein Engagement im Quartier

4.1 Die Kommune als Brückenbauer

Gegenüber dem bestehenden unternehmerischen Engagement verbindet sich mit dem Engagement in der Quartiersentwicklung insbesondere ein Übergang von einem thematisch bzw. auf Zielgruppen ausgerichteten Handeln zu einer räumlichen Orientierung. Damit weitet sich das Blickfeld auch auf die gesamte Breite der in sozial problematischen Quartieren vorhandenen Problemfelder und Themen. Für ein Engagement, das sich an den Bedarfen vor Ort ausrichtet und insofern zur Verbesserung der Situation vor Ort beiträgt, besteht daher die Herausforderung, einen Überblick über die Problemlagen im Quartier zu schaffen. Ebenso ist in den Quartieren meist eine Vielzahl von Akteuren und Projekten verortet. Auch hier braucht es Informationen über die bestehenden Aktivitäten im Quartier, um diese entsprechend aufgreifen zu können bzw. um Parallelstrukturen zu vermeiden. Wie oben beschrieben, besteht bei den Unternehmen ein Mangel an diesen notwendigen Informationen, was den Zugang zu einem Engagement in der Quartiersentwicklung erschwert.

Die beteiligten Kommunen im ExWoSt‐Forschungsfeld haben an dieser Stelle angesetzt und das zentrale Scharnier zwischen Quartier und engagierten Unternehmen und Stiftungen gebildet. Insbesondere im Kontext des Städtebauförderungsprogramms Soziale Stadt besteht von Seiten der Kommunen ein guter Einblick in die Situation in den Quartieren und zum Teil ist ein Quartiersmanagement vorhanden. Vor diesem Hintergrund haben die acht im Forschungsfeld vertretenen Kommunen gezielt Kontakt mit Unternehmen und Stiftungen gesucht und die Zusammenarbeit mit diesen für die Quartiere initiiert. Solche Kooperationen zwischen Unternehmen und der Kommune im Bereich der Quartiersentwicklung sind wenig etabliert, sodass auf beiden Seiten Erfahrungen zu Zielsetzungen, Möglichkeiten und Grenzen einer gemeinsamen, bzw. gesamtgesellschaftlichen, Verantwortungsübernahme für sozial problematische Quartiere fehlen. Im persönlichen Kontakt zwischen den Akteuren müssen diese daher ausgehandelt werden. Notwendig sind Plattformen in den Städten, in denen ein gleichberechtigter und offener Austausch zwischen Kommune und Unternehmen (sowie Stiftungen) stattfinden kann. Während im ExWoSt‐Forschungsfeld die Kommunen das Gespräch gesucht und Plattformen zum Austausch ins Leben gerufen haben, muss dies nicht zwangsläufig als kommunale Aufgabe gesehen werden. Die Initiative kann auch von Unternehmen oder zivilgesellschaftlichen Akteuren ausgehen. Die Modellvorhaben haben deutlich gemacht, dass das Vorgehen, um eine solche Plattform aufzubauen und die weitere Zusammenarbeit mit Unternehmen auszugestalten, je nach Situation und Zielen vor Ort angepasst werden muss. Entsprechend haben sich unterschiedliche Kooperationsformen herausgebildet, die im Folgenden beschrieben werden.

4.2 Kooperationsformen des Engagements

Wie auch in der Befragung, hat sich in den Modellvorhaben gezeigt, dass häufig bereits ein Engagement von Unternehmen in benachteiligten Quartieren besteht. Umfang und Art des Engagements, sei es finanziell oder durch Personaleinsatz, durch eigene Projekte oder die Unterstützung von Projekten Dritter, sind dabei unterschiedlich. Als zentraler Mehrwert, auch für die Unternehmen, hat sich herausgestellt, dass durch eine Koordinierung der Aktivitäten sichergestellt wird, dass in den Quartieren keine Doppelstrukturen entstehen. Gleichzeitig wird durch die Zusammenarbeit mit der Kommune eine Transparenz hinsichtlich der bestehenden Bedarfe hergestellt. Die beteiligten Unternehmen im Forschungsfeld schätzten daher das gemeinsame und abgestimmte Engagement als Zugewinn für ihre CSR‐ bzw. CC‐Aktivitäten ein. Bei gleichem Aufwand kann durch die Koordinierung des Engagements eine höhere Wirksamkeit erreicht werden. Wie ein solches koordiniertes und strategisches Zusammenwirken in den Quartieren ausgestaltet wird, hängt insbesondere von den bestehenden Strukturen und Interessen der Beteiligten ab. Zwar gibt es keinen Königsweg, jedoch wurden im ExWoSt‐Forschungsfeld unterschiedliche Konzeptionen sichtbar, die jeweils Vor‐ und Nachteile mit sich bringen:
  • Patenschaftsmodell: Bereits seit einigen Jahren wird in Nürnberg erfolgreich das Modell der Stadtteilpaten umgesetzt. Ein Unternehmen bzw. eine Stiftung übernimmt jeweils die Patenschaft für einen benachteiligten Stadtteil, unterstützt dort finanziell Projekte und fungiert als Fürsprecher. Für die engagierten Unternehmen und Stiftungen entsteht als Pate ein Alleinstellungsmerkmal. Sie stimmen ihr Engagement eng mit der Stadt ab und nutzen dabei die Kenntnisse der Kommune über den Stadtteil. Das Patenschaftsmodell bedeutet gleichzeitig aber auch, dass das Engagement nur eines Unternehmens (oder einer Stiftung) in den Fokus gerückt wird. Die strategische und abgestimmte Einbindung von weiteren Engagierten ist zunächst im Modell nicht vorgesehen. Dadurch wird ggf. weiteres Engagementpotenzial nicht ausgeschöpft.

  • Bilaterale Partnerschaften: Für einzelne Projekte oder das gesamte Quartier kann es mehrere Unterstützer geben. Im Rahmen von bilateralen Partnerschaften arbeiten diese jeweils mit der Kommune (bzw. direkt mit dem Projektträger) zusammen, jedoch weitestgehend unabhängig voneinander. Die Kommune übernimmt die Aufgabe, das Engagement so zu steuern, dass keine Parallelstrukturen entstehen. Im ExWoSt‐Forschungsfeld hat sich diese Form der Zusammenarbeit nur gezeigt, wenn die Unternehmen und Stiftungen als finanzieller Förderer aktiv waren, jedoch inhaltlich wenig mitgestalteten. So wurden in den Hannoveraner Stadtteilen Sahlkamp und Vahrenheide Unterstützer für drei soziale Stradtteilprojekte gesucht. Ein Steuerungsteam unter Beteiligung des Quartiersmanagements baute Kontakte zu einer Vielzahl von Unternehmen auf und suchte mit diesen nach individuellen Engagement‐ bzw. Unterstützungsmöglichkeiten.

  • Netzwerke: Bei einer intensiveren Mitgestaltung der Aktivitäten im Quartier durch mehrere Unternehmen (und Stiftungen) kann die Bildung eines Netzwerkes dazu beitragen, durch die unterschiedlichen Kompetenzen und Mittel der Akteure Synergien für das Quartier zu schaffen. Im Forschungsfeld wurde ein Unterstützungsnetzwerk für mehrere Stadtteile am Kieler Ostufer gegründet. Die beteiligten Unternehmen und Stiftungen stimmen ihr Engagement nicht nur untereinander ab, sondern bündeln ihre Kräfte. Im Vergleich zu einer bilateralen Partnerschaft bilden diese Bündelungseffekte einen Vorteil, da auch größere Projekte gestemmt werden können und die Wirkung in den Stadtteilen dadurch erhöht werden kann. Für die beteiligten Unternehmen hat sich jedoch ein nicht unerheblicher Aufwand durch die Abstimmung im Netzwerk gezeigt.

4.3 Ausgestaltung der Zusammenarbeit

Als zentral für eine gemeinsame Verantwortungsübernahme in den Quartieren hat sich herausgestellt, dass im Gespräch ein gemeinsames Verständnis für die Aufgabe entwickelt wird. Das bedeutet nicht, dass einzelne Probleme des Quartiers hinsichtlich ihrer Entstehung und ihrer Lösungschancen ausdiskutiert werden, sondern vielmehr, dass eine Grundvorstellung darüber entwickelt wird, wie ein Engagement in den Quartieren ausgestaltet werden kann. Dies hat tendenziell eine höhere Bedeutung, wenn es sich nicht nur um bilaterale Partnerschaften handelt, sondern mehrere Partner gemeinsam im Quartier aktiv werden wollen.

Im persönlichen Gespräch werden die Erwartungen und Bereitschaften der Beteiligten transparent gemacht, gegenseitiges Vertrauen aufgebaut und eine „gemeinsame Sprache“ entwickelt. Dieser Prozess hat sich in den acht Modellvorhaben des ExWoSt‐Forschungsfeldes zum Teil als langwierig, aber auch als lohnenswert herausgestellt. Insbesondere bei mehreren Akteuren müssen unterschiedliche Vorstellungen aber auch Organisationskulturen übereingebracht werden. So hat etwa der Prozess zur Entwicklung des Leitbildes im Kieler „Netzwerk Leben & Arbeiten Kieler Ostufer“ und zur Ausgestaltung der Zusammenarbeit mehrere Treffen über fast zwei Jahre hinweg gedauert. Im Ergebnis ist eine durch einen Kooperationsvertrag institutionalisierte, durch gemeinsame Ziele gefestigte und durch eingespielte Arbeitsprozesse erprobte Zusammenarbeit für das Quartier entstanden.

Zu den Fragen der Ausgestaltung zählt auch, wie sich die Beteiligten im Quartier einbringen wollen. Geht es darum, Projekte und Initiativen im Quartier finanziell zu unterstützen oder operativ tätig zu werden und eigene Projekte zu initiieren? Werden Projekte durch fachliches Know‐how begleitet und inwieweit positionieren sich die Akteure auch als Fürsprecher und Lobby für das Quartier? Während die Ausgestaltung je nach Interessen der Beteiligten und Situation im Quartier individuell sehr unterschiedlich erfolgen kann, haben die acht Modellvorhaben gezeigt, dass es einen Koordinator und Moderator des Engagements braucht, der die Treffen und Kommunikation zwischen den Akteuren organisiert, Projekte und Unterstützer zusammenbringt und ggf. Öffentlichkeitsarbeit leistet. In den Modellvorhaben wurde diese Rolle von den kommunalen Vertretern übernommen. Sicherlich sind – wie auch für die Initiierung der Zusammenarbeit – andere Träger denkbar. Des Weiteren werden angesichts der komplexen Problemsituation in den Quartieren Informationen über bestehende Bedarfe und Projekte benötigt. Als erfolgreich hat sich hierfür die Einbeziehung von vorhandenen Quartiers‐/Stadtteilmanagements erwiesen. So bilden etwa die Stadtteilkoordinatoren in Nürnberg die wichtige Schnittstelle zwischen dem Quartier und den als Stadtteilpaten engagierten Unternehmen und Stiftungen. Aber auch Formate zur regelmäßigen Konsultation mit Akteuren aus dem Quartier können diese Rolle übernehmen. Im Projekt am Kieler Ostufer werden die Stadtteilakteure regelmäßig zur sogenannten Kommunikationsplattform eingeladen. Gemeinsam mit den kooperierenden Unternehmen und Stiftungen und der Kommune werden Bedarfe aus dem Quartier erörtert.

4.4 Das Ergebnis – mehr Wirkung bei gleichem Aufwand

Die Wirkungsmessung ist in der sozialen Quartiersentwicklung durch die komplexe Problemsituation und die zeitintensiven Entwicklungen – etwa um das Image eines Quartiers zu verbessern – nicht ohne weiteres möglich. In den Beispielen des Forschungsfeldes lassen sich die Wirkungen der Kooperationen zwischen Unternehmen und der Kommune für die Quartiere jedoch auf anderer Ebene feststellen. Durch die Unternehmen selbst wird das eigene Engagement strukturierter und als besser am Bedarf ausgerichtet wahrgenommen. Hierfür sind die Koordination und das Fachwissen über das Quartier durch die Kommune zentral. Dass sich durch die Bedarfsausrichtung auch der positive Effekt im Quartier verstärkt, ist anzunehmen. Gleichzeitig können bei der Bildung von Netzwerken auch größere Projekte mit entsprechend höherer Hebelwirkung umgesetzt werden. Ebenso kann die räumliche Ausrichtung für Unternehmen, die bisher keine eigene Engagementstrategie verfolgen, eine Fokussierung und Orientierung in den vielfältigen Förder‐ und Sponsoringanfragen bilden. Von den beteiligten Unternehmen in den Modellvorhaben wurde die Kooperation insgesamt als Mehrwert beurteilt. Vor allem im bereits lange laufenden und dadurch gut strukturierten Modell der Nürnberger Stadtteilpaten konnten die beteiligten Unternehmen und Stiftungen durch die Kooperation mit gleichen Mitteln eine größere Wirksamkeit entfalten.

Für die Quartiere entsteht im Idealfall eine stabile und langfristige Unterstützungsstruktur. Da für viele Quartiere die Anstrengungen zur Stabilisierung eine Daueraufgabe sein werden, ist diese Langfristigkeit von zentraler Bedeutung. Nicht unbedingt muss dies bedeuten, dass die einzelnen Akteure unbefristet im Quartier aktiv sind. Die Herausforderung besteht darin, Strukturen aufzubauen, zu denen neue Unterstützer hinzukommen können und von denen sich Akteure auch zurückziehen können. Hierfür kommt es auch darauf an, Gesprächsplattformen zwischen Kommune und engagementbereiten Unternehmen und Stiftungen aufrecht zu erhalten und die Bedeutung einer gemeinsamen Verantwortungsübernahme für benachteiligte Stadtteile im Sinne einer Engagementkultur zu verankern.

5 Fazit und Ausblick

Im Forschungsfeld hat sich die konzeptionelle Anschlussfähigkeit von unternehmerischem Engagement und der sozialen Quartiersentwicklung auch empirisch gezeigt. Dies ist seitens der Unternehmen bisher aber eher von Zufällen geprägt und seitens der Kommunen wenig gesteuert und wenig nutzbar gemacht. Insofern sind noch große Potenziale für die weitere Engagementmobilisierung gegeben. Insbesondere bei kleinen und mittelständischen sowie eigentümergeführten Unternehmen zeigt sich eine Nähe zum sozialen Umfeld und eine Empfänglichkeit für Engagementthemen nahe dem eigenen Standort.

Von Unternehmen kann und braucht nicht erwartet zu werden, dass sie sozialräumliche Kompetenz mitbringen und gesellschaftliche Problemlösungen entwickeln. Vielmehr liegen ihre Stärken darin, auf kurzen Entscheidungswegen und mit pragmatischen Handlungsstrukturen zu unterstützen und Ressourcen bereitzustellen. Es ist eine wichtige, im lokalen Kontext zu verankernde Aufgabe, den Dialog zu suchen, um Unternehmen in diesem Engagement Geleit zu geben, d. h. sie über Bedarfe zu informieren, Unterstützung zu organisieren und bei der Vermittlung von Kontakten zu Sozialpartnern zu helfen. Es geht darum, für die Unternehmen die Komplexität herunterzubrechen, Handlungsmöglichkeiten aufzuzeigen und Materialien bereitzustellen, damit sie Entscheidungen treffen und ihr Handeln passend ausrichten können. Diese Aufgabe muss nicht zwingend allein von den Kommunen übernommen werden. Auch die vor Ort verankerten zivilgesellschaftlichen Akteure, wie z. B. Bürgerstiftungen, können sich in diesem Bereich in Abstimmung mit den Kommunen betätigen.

Die soziale Entwicklung benachteiligter Quartiere bleibt eine zentrale öffentliche Aufgabe. Hier entscheidet sich in hohem Maße, ob Integration und gesellschaftliche Teilhabe gelingen. Dies darüber hinaus auch als Gemeinschaftsaufgabe unterschiedlicher gesellschaftlicher Akteure zu praktizieren, ist dabei selbst schon ein Teil der zu leistenden Integration. Denn jedes Zusammenwirken verschafft Einblicke und empathiestiftende Kontakte und ist somit letztlich auch die Basis für die erforderliche Annäherung und Solidarität zwischen sich zunehmend entfremdenden gesellschaftlichen Milieus.

Fußnoten

  1. 1.

    Die Autoren haben in den Jahren 2012 bis 2015 im Auftrag der Bundesregierung (BMUB/BBSR) das Forschungsfeld „Unternehmen und Stiftungen für die soziale Quartiersentwicklung“ im Rahmen des Experimentellen Wohnungs‐ und Städtebaus (ExWoSt) betreut. Der vorliegende Beitrag basiert auf diesen Vorarbeiten und fasst die im Endbericht vorgelegten Ergebnisse zusammen (Endbericht: BBSR 2015). Die Autoren bedanken sich bei BMUB und BBSR für die entsprechende Freigabe zur Nutzung dieser Vorarbeiten.

  2. 2.

    Der freiheitliche, säkularisierte Staat lebt von Voraussetzungen, die er selbst nicht garantieren kann. Das ist das große Wagnis, das er, um der Freiheit willen, eingegangen ist. Als freiheitlicher Staat kann er einerseits nur bestehen, wenn sich die Freiheit, die er seinen Bürgern gewährt, von innen her, aus der moralischen Substanz des einzelnen und der Homogenität der Gesellschaft, reguliert. Anderseits kann er diese inneren Regulierungskräfte nicht von sich aus, das heißt, mit den Mitteln des Rechtszwanges und autoritativen Gebots zu garantieren suchen, ohne seine Freiheitlichkeit aufzugeben und – auf säkularisierter Ebene – in jenen Totalitätsanspruch zurückzufallen, aus dem er in den konfessionellen Bürgerkriegen herausgeführt hat.“ (Böckenförde 1976, S. 60).

  3. 3.

    Einen umfassenden Einblick in die damit verbundenen Debatten und praktische Tipps vermittelt die Seite: www.sozialraum.de.

  4. 4.

    Der Beirat hat das Forschungsfeld als Expertengremium begleitet und seine Einschätzungen in einem eigenständigen, oben zitierten Positionspapier aufbereitet. Im Beirat vertreten waren Experten aus der Ministerialverwaltung, Wissenschaft, Stiftungen, Unternehmen sowie ausgewählte Verbände.

  5. 5.

    Das Institut der deutschen Wirtschaft Köln Consult GmbH (IW‐Consult) hat für den Ersten Engagementbericht der Bundesregierung eine repräsentative Befragung von Unternehmen in Deutschland durchgeführt. Insgesamt 4392 Unternehmen haben auf die Frage, ob sie sich gesellschaftlich engagieren oder nicht, geantwortet. Über 2500 engagierte Unternehmen gaben Auskunft über Strategien, Motive, Bereiche und finanziellen Aufwand (BMFSFJ 2012, S. 22).

  6. 6.

    Zwischen Juli 2013 und Januar 2014 wurden zwei Onlinebefragungen von Stiftungen und Unternehmen durchgeführt, wobei letztere für die vorliegende Veröffentlichung relevant ist. Es wurde ein auf Internetrecherchen basierender Verteiler von insgesamt 970 engagierten Unternehmen angeschrieben. Des Weiteren wurde die Befragung über diverse Plattformen und Netzwerke verbreitet. Der Rücklauf betrug 167, wovon 147 Unternehmen gesellschaftlich engagiert waren. Sie wurden hinsichtlich ihres Engagements in benachteiligten Stadtteilen befragt.

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  1. 1.Quaestio Forschung & BeratungBonnDeutschland

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