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Arzneimitteleffekte

  • W. G. GuderEmail author
Chapter
Part of the Springer Reference Medizin book series (SRM)

Englischer Begriff

drug effects; drug interference; drug action

Definition

Unter Arzneimitteleffekten versteht man sowohl die therapeutisch gewollten oder als Nebenwirkung erfolgenden Veränderungen eines Analyten im jeweiligen Untersuchungsmaterial als auch Störungen von analytischen Verfahren durch Anwesenheit eines Arzneimittels oder seiner Metabolite in der analytischen Probe. Das Messergebnis des vom Arzneimittel verschiedenen Analyten wird falsch hoch oder falsch niedrig durch die Störung.

Pathophysiologie

Arzneimittelwirkungen als Einflussgrößen auf Laboratoriumsergebnisse ( Drogen als Einflussgrößen): Arzneimittel verändern in vivo die Konzentrationen gemessener Analyten durch eine Fülle von Wirkungsmechanismen, die teils Ausdruck der gewünschten therapeutischen Effekte, teils oft unbekannte Nebenwirkungen des Medikaments darstellen. Als Beispiele seien die Enzyminduktion der  γ-Glutamyltransferase durch  Phenytoin und die Senkung der  Harnsäure durch Hemmung des Purinumbaus durch Allopurinol genannt.

Arzneimittelinterferenzen entstehen durch verschiedene Mechanismen: Arzneimittel, die mit der Probe in den analytischen Prozess transferiert werden, können durch verschiedene Mechanismen als  Störgrößen wirken. So stört Spironolacton durch  Kreuzreaktivität bei der Bestimmung von  Digoxin, Cephalotine reagieren bei der  Jaffe-Reaktion positiv und erhöhen dadurch das Ergebnis des Kreatinins ( Kreatinin).

Während Arzneimitteleffekte auf die Konzentration des Analyten per Definition unabhängig von der angewendeten Methode sind, können Störgrößen durch Wahl einer spezifischeren Methode eliminiert werden. Die Fülle beschriebener Arzneimitteleffekte ist in Sammelbänden verfügbar, die auch die jeweiligen Literaturstellen angeben.

Aus diesem Grunde sollten alle angewendeten Arzneimittel dem Analytiker bekannt sein und in die Interpretation des Ergebnisses einfließen.

Literatur

  1. Sonntag O, Tryding N (2015) Drug interferences. In: Guder WG, Narayanan S (Hrsg) Preexamination procedures in laboratory diagnostics. Walter de Gruyter, Berlin /Boston, S 152–169Google Scholar
  2. Tryding N, Tufvesson C, Sonntag O (1996) Drug effects in clinical chemistry. Clinically important analytical interferences and biological effects of drugs on biochemical and haematological laboratory investigations, 7. Aufl. AB Realtryk, StockholmGoogle Scholar
  3. Young DS (2000) Effects of drugs on clinical laboratory tests, 5. Aufl. AACC Press, Washington, DCGoogle Scholar

Copyright information

© Springer-Verlag GmbH Deutschland, ein Teil von Springer Nature 2019

Authors and Affiliations

  1. 1.MünchenDeutschland

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