Advertisement

Reichstein, Tadeus

Chapter
Part of the Springer Reference Medizin book series (SRM)

Lebensdaten

Polnischer Chemiker, geboren 20. Juli 1897 in Wtoctawek (Polen, Leslau), gestorben 1. August 1996 in Basel. Reichstein absolvierte ein Chemiestudium an der Eidgenössischen Technischen Hochschule (E.T.H.) in Zürich; Diplomabschluss 1920; Forschungstätigkeit bei Hermann Staudinger (Nobelpreis für Chemie 1953); im Jahr 1933 Synthese von  Vitamin C, unabhängig von Sir Norman Haworth in Birmingham. Unabhängig von Kendall ( Kendall, Edward Calvin) isolierte Reichstein das Nebennierenrindenhormon Kortison und bezeichnete es als Substanz Fa. In den Jahren 1937/38 isolierte Reichstein zusätzlich das biologisch wirksame  Kortisol (Hydrokortison). Im Jahr 1938 erhielt er eine Professur und wurde Direktor des Pharmazeutischen Instituts der Universität Basel; 1946 zusätzlich Direktor des Instituts für Organische Chemie in Basel. 1947 erhielt Reichstein den Dr. hc. der Sorbonne in Paris und wurde 1952 als Mitglied der Royal Society London gewählt.

Verdienste

Gemeinsam mit Simpson und Tait in London sowie Wettstein und Neher in Basel: Strukturaufklärung von  Aldosteron; in Zusammenarbeit mit Kendall und Hench Isolation und Strukturaufklärung von Nebennierenrindenhormonen ( Kortikosteroide) mit der Entdeckung des therapeutischen Werts (Kortison) für die rheumatoide Arthritis. 1950 erhielt Reichstein gemeinsam mit Kendall und Hench den Nobelpreis für Medizin: „Für die Entdeckungen bei den Hormonen der Nebennierenrinde, ihrer Struktur und ihrer biologischen Wirkungen.“ Reichstein war Träger zahlreicher weiterer Auszeichnungen, darunter der Copley-Medaille 1968, eine von der britischen Royal Society verliehene Auszeichnung für Wissenschaftler aller Fachrichtungen, sowie dem Marcel-Benoist-Preis, dem schweizerischen Wissenschaftspreis.

Literatur

  1. Herder WW (2014) Heroes in endocrinology: nobel prizes. Endocr Connect 3:R98CrossRefGoogle Scholar
  2. Raju TN (1999) The Nobel Chronicles. 1950: Edward Calvin Kendall (1886–1972); Philip Showalter Hench (1896–1965); and Tadeus Reichstein (1897–1996). Lancet 353(9161):1370CrossRefGoogle Scholar
  3. Shampo MA, Kyle RA, Steensma DP (2013) Tadeus Reichstein-work on hormones of the adrenal glands. Mayo Clin Proc 88:e85CrossRefPubMedPubMedCentralGoogle Scholar
  4. Tamm C (2003) Reichstein, Tadeus. In Neue Deutsche Biografie (2003) 21, S 321–322. http://www.deutsche-biographie.de/pnd118934236.html. Zugegriffen am 08.10.2017

Copyright information

© Springer-Verlag GmbH Deutschland, ein Teil von Springer Nature 2019

Authors and Affiliations

  1. 1.DresdenDeutschland

Personalised recommendations