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Postanalytische Phase

  • W. G. Guder
Chapter
Part of the Springer Reference Medizin book series (SRM)

Englischer Begriff

postanalytical phase; postmetrological phase

Definition

Die postanalytische Phase laboratoriumsdiagnostischer Prozesse umfasst alle Prozesse und ihre technischen und geistigen Inhalte, die zwischen der Erstellung des Messwerts und der medizinischen Entscheidung auf der Basis des Befunds ablaufen.

Beschreibung

Nach Ablauf der analytischen Phase liegt ein Messwert vor, der auf technischer, biologischer und nosologischer Ebene zum interpretierten  Befund wird und als solcher Grundlage für diagnostische, prognostische oder therapeutische ärztliche Entscheidungen ist. Dabei sind folgende Prozesse zu berücksichtigen:
  • Technische Ebene: formale Kontrolle (Identität, Material, System), analytische Beurteilung inkl. Qualitätskontrolle ( Qualitätskontrolle, statistische), statistische Beurteilung möglicher analytischer  Störgrößen

  • Biologische Ebene: Beurteilung von Einflussgrößen, Plausibilitätskontrolle, Transversalbeurteilung (z. B. Vergleich mit  Normalbereich), Longitudinalbeurteilung (Vergleich mit Vorwerten)

  • Nosologische Ebene: pathophysiologische Beurteilung, Bewertung von  Einflussgrößen beim Patienten, Zuordnung zu definierten Krankheiten und Entscheidungsgrenzen, differenzialdiagnostische Beurteilung

Diese Prozesse können von kompetenten Laboratorien bis zur biologischen Ebene durchgeführt werden und führen so vom Messwert zum Befund. Die nosologische Ebene ist normalerweise nur mit Kenntnis weiterer Informationen zum Patienten, Ergebnissen anderer Untersuchungen und der Krankengeschichte durchführbar und ergibt den interpretierten Befund, der als Grundlage medizinischer Entscheidungen dient.

Literatur

  1. Wisser H, Bertsch T (2009) Aussage und Nutzen von Laborergebnissen. In: Guder WG, Nolte J (Hrsg) Das Laborbuch für Klinik und Praxis, 2. Aufl. Elsevier/Urban und Fischer, München, S 21–38Google Scholar

Copyright information

© Springer-Verlag GmbH Deutschland, ein Teil von Springer Nature 2019

Authors and Affiliations

  • W. G. Guder
    • 1
  1. 1.MünchenDeutschland

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