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Antikörpertiter

  • K. KleesiekEmail author
  • C. Götting
  • J. Diekmann
  • J. Dreier
  • M. Schmidt
Chapter
Part of the Springer Reference Medizin book series (SRM)

Englischer Begriff

antibody titration

Definition

Als Titer bezeichnet man in der Immunhämatologie die Verdünnungsstufe des Blutserums/-plasmas bei der ein vorhandener Blutgruppenantikörper gerade noch seine spezifische Wirkung entfaltet. In der Regel werden geometrische Verdünnungsstufen ( Verdünnungsreihe, geometrische) in Zweierstufen (1:2, 1:4, 1:8 etc.) erstellt. Das Ergebnis wird meist als Verdünnungsstufe (Titer 1/x), bei der noch ein positives Ergebnis, z. B. eine Agglutinationsreaktion, nachweisbar ist, oder als Kehrwert davon (Titer x) angegeben.

Funktion – Pathophysiologie

Die Angabe des Antikörpertiters transfusionsrelevanter  Alloantikörper mit der verwendeten Methode wird in den Richtlinien der Bundesärztekammer gefordert und besitzt klinische Relevanz vor allem
  • bei der Beurteilung der Bildungsprogredienz eines Alloantikörpers bei Erstexposition mit einem erythrozytären Fremdantigen nach Transfusion,

  • bei der Abschätzung eines Transfusionsrisikos nach Reexposition mit einem erythrozytären Fremdantigen und Boosterung eines Alloantikörpers,

  • im Rahmen einer Schwangerschaftsüberwachung zur Einschätzung des fetalen Risikos bei mütterlicher Alloantikörperbildung und

  • zur Beurteilung eines HTLA-Antikörpers (s.  HTLA-Antikörper), der einen Titerverlauf zeigt, der nicht einer klassischen Verdünnungsreihe entspricht. (Bei HTLA-Antikörper werden häufig über mehrere Titerstufen gleichmäßig schwache Reaktionen beobachtet.)

Literatur

  1. American Association of Blood Banks (2014) Technical manual, 18. AuflGoogle Scholar
  2. Bundesärztekammer (2005) Richtlinien zur Gewinnung von Blut und Blutbestandteilen und zur Anwendung von Blutprodukten (Hämotherapie), Aufgestellt gemäß Transfusionsgesetz von der Bundesärztekammer im Einvernehmen mit dem Paul-Ehrlich-Institut, Zweite Richtlinienanpassung 2010. Deutscher Ärzteverlag, KölnGoogle Scholar
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  4. Mueller-Eckhardt C, Kiefel V (Hrsg) (2010) Transfusionsmedizin: Grundlagen – Therapie – Methodik, 4. Aufl. Springer, Berlin/Heidelberg/New YorkGoogle Scholar

Copyright information

© Springer-Verlag GmbH Deutschland, ein Teil von Springer Nature 2019

Authors and Affiliations

  • K. Kleesiek
    • 1
    Email author
  • C. Götting
    • 2
  • J. Diekmann
    • 3
  • J. Dreier
    • 4
  • M. Schmidt
    • 5
  1. 1.Institut für Laboratoriums- und TransfusionsmedizinHerz- und Diabeteszentrum Nordrhein-Westfalen, Ruhr-Universität BochumBad OeynhausenDeutschland
  2. 2.MVZ Labor Limbach Nürnberg GmbHNürnbergDeutschland
  3. 3.Institut für Laboratoriums- und TransfusionsmedizinHerz- und Diabeteszentrum NRWBad OeynhausenDeutschland
  4. 4.Institut für Laboratoriums- und Transfusionsmedizin, Herz- und Diabeteszentrum Nordrhein-WestfalenUniversitätsklinik der Ruhr-Universität BochumBad OeynhausenDeutschland
  5. 5.Institut für Laboratoriums- und TransfusionsmedizinUniversitätsklinik der Ruhr-Universität BochumBad OeynhausenDeutschland

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