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Osmometrie

  • T. ArndtEmail author
Chapter
Part of the Springer Reference Medizin book series (SRM)

Synonym(e)

 Kryoskopie

Englischer Begriff

cryoscopy

Definition

Osmolalitätsbestimmung unter Nutzung des Phänomens, dass der Gefrierpunkt einer Lösung umso niedriger ist, je mehr gelöste Teilchen sie enthält.

Beschreibung

Die Osmometrie wird im klinisch-chemischen Labor zur Bestimmung der  Osmolalität von Urin und Serum eingesetzt.

Die Probe wird in einem Osmometer mit einem Peltier-Element ( Peltier-Effekt) kontinuierlich unter ihren Gefrierpunkt abgekühlt (ohne dass die Probe gefriert). Durch einen vibrierenden Metalldraht wird die Eiskristallbildung ausgelöst. Durch die dabei freiwerdende Wärme (Kristallisationswärme) steigt, trotz kontinuierlicher Wärmeabfuhr durch das Peltier-Element, die Temperatur der Probe bis auf den für sie charakteristischen Gefrierpunkt an. Zunächst liegen Kristalle und Flüssigkeit nebeneinander vor (Plateauphase). Erst nach vollständiger Kristallisation der Probe wird, durch die fortlaufende Wärmeabfuhr über das Peltier-Element, die Temperatur der Probe erneut abgesenkt. Die Temperaturdifferenz zwischen dem theoretischen Gefrierpunkt des reinen Lösungsmittels (hier Wasser) und der Temperatur der Plateauphase, die der Gefriertemperatur der Lösung (hier Urin oder Serum) entspricht, bezeichnet die  Gefrierpunktserniedrigung (s. Abbildung). Das Gerät wird mit NaCl-Lösung und Wasser-Leerwertbestimmung kalibriert. Die Osmolalität der Patientenprobe wird über eine entsprechende Kalibrationsfunktion ermittelt.

Der Temperaturverlauf bei der Bestimmung der Osmolalität über die Gefrierpunktserniedrigung ist in der nachfolgenden Abbildung dargestellt:

Literatur

  1. Dörner K (2009) Klinische Chemie und Hämatologie, 7. Aufl. Georg Thieme Verlag, StuttgartGoogle Scholar

Copyright information

© Springer-Verlag GmbH Deutschland, ein Teil von Springer Nature 2019

Authors and Affiliations

  1. 1.Bioscientia Institut für Medizinische Diagnostik GmbHIngelheimDeutschland

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