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Neuropeptid Y

  • R. TauberEmail author
  • F. H. Perschel
Chapter
Part of the Springer Reference Medizin book series (SRM)

Synonym(e)

 NPY

Englischer Begriff

Neuropeptide Y

Definition

Neuropeptid Y gehört mit  Peptid YY und pankreatischem Polypeptid ( Polypeptid, pankreatisches) zu einer Familie kleiner Polypeptide, die über G-Protein-vermittelte Rezeptoren (Y1, Y2, Y3, Y4, Y5, Y6) zahlreiche physiologische Wirkungen im zentralen und peripheren Nervensystem ausüben.

Struktur

Peptid aus 36 Aminosäuren.

Synthese – Verteilung – Abbau – Elimination

Bildung als Prä-Pro-NPY aus 97 Aminosäuren, Umwandlung im endoplasmatischen Retikulum (ER) zu Pro-NPY (69 Aminosäuren) durch Entfernung des Signalpeptids (28 Aminosäuren, N-terminal), anschließende Abspaltung eines C-terminalen 30 Aminosäuren langen Peptids (CPON = C-terminal peptide of NPY) durch die Prohormon-Konvertase führt zur Bildung von NPY1-39, das durch Carboxypeptidase und Peptidylglyzin-α-amidierende Monoxygenase weiter zum bioaktiven NPY1-36 verkürzt und amidiert wird. Durch 2 Enzyme (Dipeptidylpeptidase IV, Aminopeptidase P) kann das aktive NPY N-terminal zu NPY3-36 bzw. NPY2-36 verkürzt werden, wodurch die Bindung an einzelne NPY-Rezeptoren modifiziert wird.

NPY findet sich hauptsächlich im Nervensystem; im ZNS insbesondere im Hypothalamus, aber auch im zerebralen Kortex, peripher vor allem im sympathischen Nervensystem, wo es zusammen mit Noradrenalin gespeichert und freigesetzt wird, sowie im Nebennierenmark und in einer Subpopulation parasympathischer Neurone. Daneben wurde eine Bildung in Leber, Herz, Milz, Gefäßendothelzellen und  Megakaryozyten beschrieben.

Funktion – Pathophysiologie

Neuropeptid Y ist in die Pathophysiologie von Stoffwechselstörungen, Angst- und Gedächtnisstörungen, Störungen der zirkadianen Rhythmik, der Kontrolle der Nahrungsaufnahme, von Drogenabhängigkeit, der Schmerzentstehung, Epilepsie, kardiovaskulären Erkrankungen und Rhinitis involviert.

Untersuchungsmaterial – Entnahmebedingungen

Heparinplasma.

Analytik

 Radioimmunoassay (RIA),  Immunradiometrischer Assay (IRMA),  Enzymimmunoassay (EIA) ggf. nach Vorextraktion mit C18-Minisäule.

Referenzbereich – Erwachsene

Abhängig von der jeweiligen Bestimmungsmethode und dem eingesetzten Assay: ≤50 pmol/L.

Indikation

Verdacht auf Phäochromozytom, Ganglioneurom, Neuroblastom.

Interpretation

Erhöhte NPY-Plasmakonzentrationen wurden beobachtet bei Phäochromozytom, Ganglioneurom, Neuroblastom sowie bei B-Zell-Leukämien.

Literatur

  1. Silva AP, Cavadas C, Grouzmann E (2002) Neuropeptide Y and its receptors as potential therapeutic drug targets. Clin Chim Acta 326:3–25PubMedCrossRefPubMedCentralGoogle Scholar

Copyright information

© Springer-Verlag GmbH Deutschland, ein Teil von Springer Nature 2019

Authors and Affiliations

  1. 1.Institut für Laboratoriumsmedizin, Klinische Chemie und PathobiochemieCharité – Universitätsmedizin Berlin, Campus Virchow-KlinikumBerlinDeutschland

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