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Kidd-Blutgruppensystem

  • K. KleesiekEmail author
  • C. Götting
  • J. Diekmann
  • J. Dreier
  • M. Schmidt
Chapter
Part of the Springer Reference Medizin book series (SRM)

Englischer Begriff

Kidd blood group system

Definition

Das Kidd-(JK-)Glykoprotein ist der Harnstofftransporter der Erythrozyten. Als Multi-pass-Protein mit 10 Membrandurchgängen wird Harnstoff aus den und in die Zellen transportiert. Das JK-Protein erhält die osmotische Stabilität und Form der Erythrozyten und stellt ein wichtiges Blutgruppensystem (s.  Blutgruppensysteme) dar.

Beschreibung

Das Kidd-Glykoprotein wird daneben auch in der Niere exprimiert, wo es an der Harnstoffkonzentrierung bei der Bildung des Urins beteiligt ist. Mit 14.000 Molekülen pro Erythrozyt ist das Kidd-Glykoprotein das vorherrschende Protein.

Das SLC14A-Gen (chromosomale Lokalisation 18q12-q21) kodiert den Harnstofftransporter und ist in 11 Exons über 30 kb organisiert. Das prozessierte Protein mit 391 Aminosäuren hat ein Molekulargewicht von 45 kDa.

Im Kidd-Blutgruppensystem sind die beiden antithetischen Hauptantigene ( Antithetische Antigene) Jka (JK1, ISBT 009.001) und Jkb (JK2, ISBT 009.002) beschrieben. Daneben kommt das Jk3 (Jkab, ISBT 009.003) vor, das eine Antigenfrequenz nahe 100 % aufweist. Der seltene JK-Null-Phänotyp (s.  Null-Phänotyp im Blutgruppensystem) wurde in Asien, Polynesien und Finnland gefunden. Die Jk(a-b)-Erythrozyten weisen in vitro eine erhöhte Resistenz gegenüber Lyse mit 2M Harnstoff auf. Kidd-Antigene sind bei der Geburt voll ausgebildet und bereits ab der 7. (Jkb) bzw. 11. Schwangerschaftswoche (Jka) auf fetalen Erythrozyten nachweisbar.

Antikörper gegen Kidd-Antigene sind Immunantikörper, die vorwiegend der IgG-Klasse zugehören und komplementbindend sind. Sie können schwere akute oder verzögerte hämolytische Transfusionsreaktionen auslösen und zu einem Morbus haemolyticus neonatorum (Mhn; s.  Morbus haemolyticus fetalis/neonatorum) führen. Der immunhämatologische Nachweis von Jk-Antikörpern kann aufgrund schwacher Reaktivität oder niedriger Titer Schwierigkeiten bereiten.

Literatur

  1. Daniels G (2002) Human blood groups, 2. Aufl. Blackwell Scientific, OxfordCrossRefGoogle Scholar
  2. Reid ME, Lomas-Francis C (2004) The blood group antigen facts book, 2. Aufl. Elsevier, New YorkGoogle Scholar

Copyright information

© Springer-Verlag GmbH Deutschland, ein Teil von Springer Nature 2019

Authors and Affiliations

  • K. Kleesiek
    • 1
    Email author
  • C. Götting
    • 2
  • J. Diekmann
    • 3
  • J. Dreier
    • 4
  • M. Schmidt
    • 5
  1. 1.Institut für Laboratoriums- und TransfusionsmedizinHerz- und Diabeteszentrum Nordrhein-Westfalen, Ruhr-Universität BochumBad OeynhausenDeutschland
  2. 2.MVZ Labor Limbach Nürnberg GmbHNürnbergDeutschland
  3. 3.Institut für Laboratoriums- und TransfusionsmedizinHerz- und Diabeteszentrum NRWBad OeynhausenDeutschland
  4. 4.Institut für Laboratoriums- und TransfusionsmedizinHerz- und Diabeteszentrum Nordrhein-Westfalen, Universitätsklinik der Ruhr-Universität BochumBad OeynhausenDeutschland
  5. 5.Institut für Laboratoriums- und TransfusionsmedizinUniversitätsklinik der Ruhr-Universität BochumBad OeynhausenDeutschland

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