Medizinische Mikrobiologie und Infektiologie pp 639-648 | Cite as
Dimorphe Pilze
Zusammenfassung
Dimorphe Pilze sind Erreger von Systemmykosen, die in der Regel durch Einatmen von Konidien zuerst zu einer pulmonalen Infektion, im weiteren zeitlichen Verlauf zur Infektion aller anderen Organe führen. Sie zeichnen sich durch 2 Wachstumsphasen aus, die myzelbildende, meist im Erdboden vorkommende saprophytäre Phase und die Hefeform im menschlichen Gewebe als parasitäre Phase. Dimorphe Pilze sind obligat pathogen und gehören mit den folgenden Genera zu den dimorphen Hyphomyzeten: Blastomyces dermatitidis, Coccidioides immitis, Histoplasma capsulatum, Paracoccidioides brasiliensis, Sporothrix schenckii und Penicillium marneffei. Die dimorphen Pilze werden der Risikogruppe 3 gemäß Biostoffverordnung zugeordnet, sodass geeignete Sicherheitsvorkehrungen im mikrobiologischem Labor Voraussetzung für eine Erregeridentifizierung sind. Dagegen muss der Patient in der Regel nicht isoliert werden, da von der Gewebephase keine Übertragung auf andere Patienten beobachtet wurde. Die Infektion geht mit Granulombildung einher und verläuft und persistiert ähnlich wie die Tuberkulose. Eine Reaktivierung kann noch Jahrzehnte später erfolgen. Bei AIDS-Patienten gehören die dimorphen Pilze zu den Opportunisten.
Literatur
- Siehe die Literaturangaben in Kapitel 79.