Die Entstehung der Neuroforschung und der modernen Psychologie

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Zusammenfassung

Auch in der Frage nach der Funktionsweise unseres zentralen Nervensystems war spätestens mit dem Ende des 19. Jahrhunderts die Zeit gekommen, alte Mythen mit den Methoden der Naturwissenschaften zu hinterfragen. Darin geht es zuletzt auch um eine zentrale philosophische Frage, welche im 17. Jahrhundert Descartes formuliert hatte. Das „Leib-Seele-Problem“ beschreibt die Debatte darüber, wie sich mentale Zustände des Geistes, die Seele, das Bewusstsein und die Psyche zu physischen Zuständen im materiellen Körper und Gehirn verhalten. Descartes führte die bis ins 20. Jahrhundert weit verbreitete Lehre ein, dass die einfachen Funktionen des Gehirns wie die Koordination der Muskeln von den höheren mentalen Aufgaben wie Denken und Selbstwahrnehmung klar zu trennen seien. Letzteres müsse von jeglicher körperlichen Dimension getrennt betrachtet werden.

Dieses Kapitel beschreibt den Werdegang der Neuroforschung von den ersten anatomischen Beschreibungen des Gehirns durch Willis, Broca, Wernicke und andere über die Entdeckung der Neuronen durch Golgi und y Ramon bis zur heutigen Beschreibung der Gehirnstruktur. Mit deren physiologischen Erfassung traten auch neue technologische Möglichkeiten auf, die wir heute unter dem Begriff „Künstliche Intelligenz“ zusammenfassen. Und mit der Frage nach der Natur unseres Bewusstseins und unseres Geistes betreten zuletzt auch die Neurowissenschaften ein schwieriges philosophisches Terrain.

Ebenfalls behandelt dieses Kapitel eine Diskussion des Werdegangs und Wirkens der Freud’schen Lehre vom Unbewussten, in welcher Hirnforscher seit einigen Jahren interessante Parallelen zu den von ihnen erfassten neurologischen Strukturen unseres Gehirns erkennen.

Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 2015

Authors and Affiliations

  1. 1.Baar-ZugSchweiz

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