Neununddreissigster Kongress pp 324-326 | Cite as
Über den Einfluss der Keimdrüsen auf die Blutbildung
Zusammenfassung
M. H.! Die Lehre von der endokrinen Regulation der Hämatopoiese, die besonders von Naegeli vertreten wird, hat uns veranlasst, experimentell dem Einfluss der einzelnen Blutdrüsen auf die Zusammensetzung des strömenden Blutes nachzugehen. Nachdem im Vorjahr unsere Mitarbeiterin Gertrud Roese bei Hunden nach Milzexstirpation eine deutliche Vermehrung, nach Einspritzung von Milzextrakt aber eine merkliche Verringerung der Ausschwemmung von Jugendformen der roten Blutkörperchen gefunden hatte, wandten wir uns dem Studium der Keimdrüsen zu, von denen in erster Linie eine Beeinflussung der Knochenmarkstätigkeit zu erwarten war. Die Anämien des Entwicklungsalters, insbesondere die Chlorose, haben ja immer wieder auf Zusammenhänge dieser Art hingewiesen. Auch die physiologischen Schwankungen, die das Blutbild bei der Pubertät, bei Menstruation, Gravidität und Klimakterium zeigt, lassen eine Beeinflussung durch Hormone vermuten. Die Literatur über dieses Gebiet weist sehr erheblich voneinander abweichende Ansichten auf, teils weil die Untersucher die Komplexität der Blutverhältnisse nicht genügend berücksichtigten, teils weil die Wirkung des operativen Eingriffs fälschlich dem Ausfall der Drüse zugeschrieben wurde.
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