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Melchior Adam Weikard 1742–1803

  • Theodor Kirchhoff

Zusammenfassung

Weikard, ein Zeitgenosse Peter Franks, nicht ihm ebenbürtig, ist aber ein gleichzeitiges Beispiel der Art, wie deutsche Ärzte am Schlusse des 18. Jahrhunderts sich neben allgemeiner Praxis und weitgehenden wissenschaftlichen Bestrebungen zu der an Bedeutung wachsenden Psychiatrie stellten. Er wurde am 27. April 1742 zu Römershag im Fuldaischen geboren. Im 6. Jahr erlitt er durch einen rohen Stoß beim Spiel eine Wirbelluxation, deren langwierige Behandlung mit einem tiefsitzenden Höcker endete. Erfolglose Messen und Wallfahrten riefen früh sein Mißtrauen gegen Geistliche wach, dazu kam eine angeborene Schüchternheit, Redereien der Mitschüler, so daß sich langsam ein neurasthenischer Zustand bei ihm entwickelte; er schildert ihn unter dem Namen eines hysterischenLeidens in seinen umfangreichen „Denkwürdigkeiten aus der Lebensgeschichte des Kaiserl. Russischen Etatsraths Weikard“ 1802. Ironisch berichtet er über Fälle von „Besessenheit“, die ihn früh interessierten. 1758 ging er auf die Universität Würzburg. Wie gebräuchlich hörte er zuerst Philosophie und Theologie bei Jesuiten; darauf entschied er sich für das Studium der Medizin. Die schlecht besoldeten Professoren hatten nur wenige Zuhörer; Weikard begann sein Studium mit nur zwei anderen Studenten. Einer seiner Lehrer verteidigte Hexerei und Teufelskunst enthusiastisch.

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Literatur

  1. Wunderlich, Gesch. d. Med., 1859, S. 233.Google Scholar

Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1921

Authors and Affiliations

  • Theodor Kirchhoff
    • 1
  1. 1.SchleswigDeutschland

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