Experimentelle und kritische Beiträge zur Neubearbeitung der Vereinbarungen zur einheitlichen Untersuchung und Beurteilung von Nahrungs- und Genußmitteln sowie Gebrauchsgegenständen für das Deutsche Reich pp 227-247 | Cite as
Beiträge zur Chemie des Honigs mit besonderer Berücksichtigung seiner Unterscheidung von Kunsterzeugnissen
Zusammenfassung
Auf der im Jahre 1908 zu Bad Nauheim abgehaltenen Hauptversammlung der Freien Vereinigung Deutscher Nahrungsmittelchemiker wurde von Fiehe ein neues Verfahren zur Unterscheidung und Erkennung von Honig und Kunsthonig sowie zum Nachweis von Honigverfälschungen bekannt gegeben1). Das Verfahren beruht auf dem verschiedenen Verhalten von Kunsthonig und echtem Honig gegen eine Lösung von Resorzin in rauchender Salzsäure. Nach den Angaben von Fiehe gibt ein ätherischer Auszug von Kunsthonig, nach dem Verdunsten des Äthers mit einigen Tropfen dieser Resorzinlösung befeuchtet, eine anfangs gelbe bald intensiv kirschrote Färbung, während bei der Prüfung von Naturhonig keine derartige Farbstoffbildung eintritt. Das Verfahren ist von Fiehe und auch bereits von anderer Seite an zahlreichen Honigsorten erprobt und im allgemeinen bestätigt worden2); über die Ursache für das Auftreten der Rotfärbung ist jedoch bisher nur soviel bekannt geworden, als die bei der Inversion von Zucker mit Säuren durch weitere Zersetzung der Lävulose entstehenden Nebenprodukte die Farbreaktion zu veranlassen scheinen.
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Literatur
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- 2).Anmerkung bei der Korrektur: Nach einer jüngst erschienenen Mitteilung von v. Rau m e r (Zeitschr. f. Unters. d. Nahrungs- und Genußmittel 1909 Bd. 17 S. 120) gibt reine Lävulinsäure die Reaktion nicht. Ein chemisch reines Präparat von Merck ließ keine Reaktion erkennen, so daß v. Raumer vermutet, früher mit einer nicht reinen Lävulinsäure gearbeitet zu haben.Google Scholar
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- 1).Nach längerem Stehen wurde auch hier das Auftreten einer geringen Rotfärbung beobachtet, die aber auf eine Färbung der Resorzinlösung selbst zurückzuführen ist. 2) Die Reaktion war hier zweifelhaft,Google Scholar
- 1).Daß Lösungen von reinem Fruchtzucker kürzere Zeit ohne Zersetzung erhitzt werden können, ist schon bekannt (vergl. Lippmann, Chemie der Zuckerarten III. Auflage (1904) S. 829 bis 830). Bei längerem Kochen tritt Zersetzung ein, vergl. S. 638 u. 639 dieser Arbeit.Google Scholar
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- 1).Dies dürfte vielleicht auf einen geringeren Säuregehalt des Honigs zurückzuführen sein. Vergl. Klassert a.a.O., S. 127.Google Scholar
- 1).Diese Beobachtung ist inzwischen auch von anderer Seite bestätigt worden. Vergl. Drawe, Zeitschrift für öffentl. Chem., 14. Jahrg., Heft 18, S. 352. Dagegen konnten Riechen und Fie he eine Verstärkung der Farbreaktion, die zu Zweifeln oder Irrtümern führen könnte, bei erwärmten Honigen nicht wahrnehmen, a. a. O., S. 1090.Google Scholar
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