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Fremde und eigene Eindrücke

  • Rudolf Saliger

Zusammenfassung

Welche Eindrücke ein Rußlandbesucher empfangen kann, schildert ein Reisender, der mit dem russischen Reisebüro Intourist im Juni 1931, also gleichzeitig mit mir Moskau besucht hat, in der Berliner Börsenzeitung in ausführlicher Weise. Des Interesses halber zitiere ich einige Stellen: „8. Juni 1931, Ankunft in Moskau. Der erste Eindruck ist trostlos. Lebensmittelmangel überall, die Häuser verfallen, das Pflaster unbeschreiblich, das Hotelzimmer mies, alles dreckig, Preis des Zimmers ohne Verpflegung 16 Rubel, das ist 35 RM täglich, zum Zudecken eine Pferdedecke, die Decke ist belebt. Das ist das Grand Hotel, ein Riesenbau. Von den beiden schweren Haustüren war die eine völlig aus den Angeln gehoben und lag daneben, die andere war mit starken Drähten befestigt. Es gibt keine Laden, das heißt, die Ladenräume sind schon vorhanden, aber zu kaufen ist nichts da, außerdem sind die Ladenräume meist anderweitig benützt. Auch keine Cafés, keine Konditoreien, Restaurants, nichts, dagegen viele Schaufenster, wo etwas darin ist, eine Lenin- oder Stalin-Büste, sonst nichts.

Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1932

Authors and Affiliations

  • Rudolf Saliger
    • 1
  1. 1.Technischen HochschuleWienÖsterreich

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