Zusammenfassung
Unter Durchfall versteht man die Entleerung eines in seiner Konsistenz herabgesetzten, nicht mehr normal geformten, breiigen, flüssigen oder schleimigen Stuhles; zumeist wird der Stuhl hierbei auch gehäuft abgesetzt. Diese Definition gilt unter der Voraussetzung, daß unter „Stuhl“ jede Masse verstanden wird, welche aus dem Darm entleert wird. Wenn eine Proktitis frühmorgens einen normal konsistenten, geformten Stuhl entleert, wenn dann im Laufe des Tages zahlreiche „Spritzer“ blutig-eitrigen Schleimes ohne Fäkalmassen folgen, so könnte ohne die gemachte Voraussetzung gesagt werden, der Kranke habe einen normalen Stuhl und im Laufe des Tages Abgänge der Exsudatmassen der entzündeten Schleimhaut, der Kranke hätte also einen normalen morgendlichen „Stuhl“ und hätte „keinen Durchfall“. Dysenteriekranke mit 20 bis 30 und mehr „Stühlen“ im Tag entleeren meist schon am zweiten Tag keine Fäkalmassen, sondern nur Scheimhautexsudat. Es gibt auch Durchfälle mit nur einer breiigen oder meist flüssigen täglichen Entleerung. Die häufige Entleerung eines geformten Stuhles ohne pathologische Beimengungen aller Art ist hingegen kein Durchfall, es ist dies eine fraktionierte Entleerung eines normalen Stuhles in mehreren Portionen. Es gibt übrigens auch Individuen, die zeitlebens einmal oder sogar auch mehrmals täglich einen weichen, nicht geformten Stuhl entleeren, die sich völlig wohl befinden und vor dem Stuhlgang auch keinen abnormen Stuhldrang empfinden; die Nahrungsausnutzung ist gut, sie vertragen jede Kost.
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