Von den unelastisch flüssigen Körpern (tropfbaren Flüssigkeiten) und den elastisch flüssigen (Gasen)

  • Arnold Berliner

Zusammenfassung

Wir unterscheiden an den Stoffen die Aggregatformen: Starrheit, Flüssigkeit, Gasform nach der handgreiflichen Verschiedenheit des Zusammenhanges (Kohäsion) ihrer Teilchen. Aber scharf ist die Grenze zwischen Starrheit und Flüssigkeit nicht: zwischen beiden finden sich alle denkbaren Abstufungen der Kohäsion. Daß auch die Flüssigkeiten Kohäsion haben, beweisen sie schon dadurch, daß sie Tropfen bilden. Das scheidet sie von den festen wie von den gasförmigen Körpern, und man nennt sie deswegen tropfbar flüssig (die Gase elastisch flüssig). Selbst die „festen (starren)“ Körper sind nicht vollkommen starr, sie verändern ihre Form, wenn Kräfte sie angreifen. Wenn die Änderung jedoch die Elastizitätsgrenze nicht überschreitet, ist sie bald beendet, auch wenn die Kraft weiterwirkt. In diesem deformierten Zustande kann der „feste“ Körper daher, solange nur diese Kraft auf ihn wirkt, als vollkommen starr gelten. Ein Körper jedoch, der durch eine Kraft eine Formänderung erfährt, die mit der Zeit fortschreitet, ist nicht starr; man nennt ihn zähe. Aber (und das unterscheidet flüssige Körper von festen), wenn zu der fortschreitenden Formänderung schon die kleinste Kraft genügt, falls sie nur lange genug wirkt, dann nennt man ihn eine zähe Flüssigkeit, wie hart er auch erscheint. Wenn aber die dazu erforderliche Kraft eine gewisse Größe haben muß (nicht, jede beliebig kleine Kraft ausreicht), dann nennt man ihn immer noch „fest“, wenn er auch sehr weich ist.

Preview

Unable to display preview. Download preview PDF.

Unable to display preview. Download preview PDF.

Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1928

Authors and Affiliations

  • Arnold Berliner

There are no affiliations available

Personalised recommendations