Belgien und Holland

  • Wilhelm Müller

Zusammenfassung

In Belgien waren viele wichtige Aufgaben zu lösen, zuallererst die Besserstellung der Arbeiter, welche über schlechte Lohnverhältnisse, über Ausbeutung Klagten und, da das klerikale Ministerium, an dessen Spitze Beernaert stand, nichts zur Verbesserung ihrer Lage that, den Sozialisten und Anarchisten in die Hände fielen. Zur Ausgleichung ver Verschiedenheit der Klassenverhältnisse forderten sie die Einführung der allgemeinen Wehrpflicht, wobei sie den König Leopold II. und die Radikalen zu Bundesgenossen hatten, und zur Vertretung ihrer eigenen Interessen das allgemeine Wahlrecht. Aber die Einführung der allgemeinen Wehrpflicht, wodurch zugleich eine für die nationale Ehre und Sicherheit notwendige Vermehrung der Truppenzahl hergestellt werden sollte, fan dim Ministerium den heftigsten Widerstand. Infolgedessen herrschte besonders in dem fabrikreichen, französischgesinnten südlichen Teile Belgiens fortwährende Unruhe, und man war nie vor einem gewaltsamen Ausbruch sicher. In den Versammlungen wurde eine Sprache geführt und wurden Beschlüsse gefaßt, wie sie zur Zeit der Pariser Kommune gehört wurden, ohne daß die Regierung es für ihre Pflicht hielt, kräftig dagegen einzuschreiten. Ein anarchistischer Kongreß. Welcher im August in der Stadt La Louvière tagte, beschloß, die anarchistischen Grundsätze in der Armee zu verbreiten und bei der nächsten Arbeiterbewegung Dynamit zur Zerstörung von Fabriken und anderen Gebäuden in Anwendung zu bringen.

Preview

Unable to display preview. Download preview PDF.

Unable to display preview. Download preview PDF.

Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1889

Authors and Affiliations

  • Wilhelm Müller
    • 1
  1. 1.TübingenDeutschland

Personalised recommendations