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Der Antritt der Pacht

  • Jeremias Gotthelf
Part of the Birkhäuser Klassiker book series (BIRKK)

Zusammenfassung

Dieses alles dachte Uli nicht, als er am Morgen nach seiner Hochzeit vor das Haus trat, unwillkührlich am Brunnen vorbei hinter das Haus schritt, von wo man einen großen Theil des Hofes übersah; aber Aehnliches regte sich doch in ihm. Ein Weib hatte er errungen, ein besseres gab es nicht, das wußte er. Aber vor ihm stand nun die Welt, an dieser besaß er so viel als nichts, das bebachte er und bange ward es ihm. Er hatte sie angefaßt diese Welt, den Kampf mit ihr begonnen, die Pacht um ein großes Gut war geschlossen, in wenig Tagen mußte er sie antreten, über’s Jahr mehr als achthundert Thaler Zins ausrichten, und diese achthundert Thaler überstiegen sein Vermögen. Woher sie nehmen, wenn das Glück nicht aus seiner Seite stand, wenn die Welt stärker war als er, ihm nichts ablassen wollte von ihren Schätzen, ihm entriß, was er bereits hatte? Bangen kam über ihn, des Bangens Unruhe fuhr ihm in die Glieder, trieb ihn durch die Ställe, trieb ihn um’s Haus herum, bis er wieder stille Stand hinter demselben, Aecker und Wiesen rechnend übersah, rechnete und rechnete, daß ihm Hören und Sehen vergieng darob, daß er nicht mehr wußte, stand er aus dem Kopfe oder aus den Füßen, die Rechnungen sich verschlangen in einander, daß er nicht mehr wußte, wo der Ansang was, geschweige daß er das Ende finden konnte.

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Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1886

Authors and Affiliations

  • Jeremias Gotthelf

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