Zusammenfassung
Im Jahre 1910 habe ich in einer Arbeit über „Psychische Behandlung der Trigeminusneuralgie“ („Praxis und Theorie“ l. c.) von einer allgemein verbreiteten menschlichen Neigung gesprochen, die seelische Überwältigung einer Person durch die andere, ihre Überlegenheit in einem sexuellen Bild zu erfassen oder auszudrücken. Bei manchen nervösen Personen kann die Wirkung eines solchen „inneren Schlagwortes“ (Robert Kann) so weit gehen, daß dabei auch die Geschlechtsorgane in die entsprechende Angriffsstellung geraten. Die Sprechweise bedient sich oft solcher bildlicher Ausdrücke. Beispiele scheinen mir in den Wörtern: vergewaltigen, übermannen, Jungfernrede, schicksalschwanger und in zahllosen Schimpf- und Spottreden vorzuliegen, wie sie uns die Volkskunde liefert.
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