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Der Verfassungsstreit in Preußen

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Zusammenfassung

Der Düppler Kanonenrauch verhüllte sogar den Preußen die große Verfassungsfrage, welche sie so viel näher anging, als das künftige Schicksal Schleswig-Holsteins. Und als jener Rauch sich verzog, da übertäubte der Lärm des Siegesjubels jeden Versuch, sie wieder an jene Frage zu erinnern Dennoch ist der Streit nur vertagt worden. Die preußische Regierung sindet, daß durch Erfolge nach außen tiefliegende innere Schwierigkeiten eine Zeitlang von der Tagesordnung entfernt, aber nicht dauernd beseitigt werden. Die Stunde der Abrechnung ist nur hinausgeschoben worden; und die gewonnene Frist geht schon zu Ende. Herr von Bismarck hat zwölf Monate Zeit gewonnen; er hat aber noch immer mit den Volksvertretern genau dieselbe Frage auszumachen, die er schon zweimal vergeblich mit ihnen zu ordnen versuchte. Die Regierung muß entweder das Abgeordnetenhaus bewegen, ihren ursprünglichen oder einen abgeänderten Vorschlag anzunehmen, oder, indem sie einen Weg einschlägt, der mit einer Abschaffung der Verfassung gleichbedeutend wäre, muß sie das Volk herausfordern, seine Kraft mit der der Krone zu messen, — einen Kampf heraufbeschwören, dessen endliches Grgebuiß nicht zweifelhaft sein mag, der aber sehr lange dauern kann, und, ob kurz ob lang, über Preußen die ernstesten Leiden verhängen müßte.

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© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1864

Authors and Affiliations

  • PRUSSIA

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