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Zusammenfassung

Richtig abgeleitet können die Rechtskategorien nur dann sein, wenn der Rechtsbegriff in ihnen sein eigenes Wesen aufschliesst. Es thut der Trefflichkeit des römischen Rechts nicht im Geringsten Abbruch, dass die Dreitheilung von Person, Sache und Forderung1) keine logische heissen kann. Ein Recht der Sache giebt es nicht, sondern blos ein persönliches Recht auf oder an Sachen, und eine gesetzlich begründete Forderung steht darum in keiner unmittelbaren Beziehung zu einem Sächlichen, sondern immer nur zu einem Persönlichen.2) Man muss sieh in der That darüber wundern, dass die germanistische Wissenschaft noch immer nicht im Stande war, diesen von den Römern überkommenen Irrthum, der sich übrigens durch die Eigenart des römischen Rechts wohl entschuldigt, zu verdrängen. Es ist eine nothwendige Folge dieses Verhältnisses, dass ein von dem Eigenthum abgetrenntes Personenrecht mehr nicht sein kann, als ein inhaltsloser Begriff. Das Recht auf Leib und Leben, nebst den Qualitäten, die den s. g. Personenstand (status) des Rechtssubjects ausmachen, enthält nichts schlechthin Persönliches, den Rechtswillen an sich Betreffendes, sondern begreift bereits eine Art von Sächlichem in sich, so dass das Recht, sobald es einen bestimmten und wirklichen Rechtsanspruch ausdrückt, irgend ein Besitzverhältniss, wie solches in der Beziehung des Rechtswillens zu der dienstbaren Leiblichkeit kund wird, zum Gegenstand hat.

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© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1863

Authors and Affiliations

  • Adolf Helfferich

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